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Umschau | 18.10.2011 | 20:15 Uhr : Scheinangebote: Wie auf Immobilienportalen betrogen wird

Viele Wohnungssuchende schauen auch online nach passenden Angeboten. Aber aufgepasst: Nicht selten entpuppen sich Superschnäppchen als Scheinangebote von Betrügern. Umschau-Recherchen ergeben, dass diese Straftaten in einer rumänischen Kleinstadt organisiert werden.

Immobilienangebote im Internet

Stephanie A. aus Eisleben sucht über ein Internet-Portal eine günstige Wohnung in Potsdam. Sie findet eine. Die ist 75 Quadratmeter groß, sogar möbliert und soll nur 400 Euro kosten. Für Potsdamer Verhältnisse ist das ein Superschnäppchen. Bevor sie die Wohnung besichtigen kann, soll sie als Sicherheit für die ihr zu überlassenden Schlüssel 800 Euro überweisen. Die junge Frau ist skeptisch und fragt per E-Mail nach. Der Vermieter erklärt, dass die 800 Euro an einen Treuhänder gezahlt werden sollen. Das ist die Firma "TNT transaction". An die überweist sie das Geld. Doch einen Schlüssel sieht sie nie. Später stellt sich heraus, dass das Haus noch im Bau ist. Die Bilder im Immobilienportal waren Fotos aus einem Verkaufskatalog. Die junge Frau war trotz ihrer Skepsis auf Betrüger hereingefallen.

Eine rumänische Kleinstadt hat sich auf Internetbetrug spezialisiert

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Aufpassen bei der Wohnungssuche im Internet?

Wir versuchen herauszufinden, wer diese Betrüger sind, wer sich also hinter "TNT transaction" versteckt. Auf der Überweisung steht eine Adresse in der rumänischen Kleinstadt Râmnicu Vâlcea. Dort fahren wir hin, finden jedoch nur eine Bankfiliale. Das Personal erklärt, dass die "TNT transaction" ein Konto hatte, das jedoch geschlossen wurde. Auf Nachfragen werden wir an die Staatsanwaltschaft verwiesen. Dort kennt man die Masche mit dem Betrug bei der Scheinvermietung im Internet. Es scheint ein Massenphänomen zu sein. In Râmnicu Vâlcea gab es allein im vergangenen Jahr 78 Inhaftierungen solcher Krimineller. In diesem Jahr sind es bereits 40. Gut 180 mutmaßliche Betrüger warten noch auf ihr Urteil. Das kann zwischen vier und zwölf Jahren Gefängnis ausfallen. Die Ermittler wissen trotz dieser relativ harten Strafen nicht, wie sie die Situation in den Griff bekommen können. Betrug scheint einträglicher zu sein als ehrliche Arbeit. Das durchschnittliche Monatsgehalt beträgt etwa 200 Euro.

Sicherungssysteme der Internetportale offenbar mit Lücken

Eine Hand hält eine Lupe vor einen Bildschirm. Darin zu sehen ist ein Haus.
Mit Sicherungssystemen wollen Portale Kriminelle ausschließen, aber nicht immer gelingt das.

In Deutschland fragen wir beim Internetportal "Immobilien Scout 24" nach, wo Stephanie A. die betreffende Wohnung gefunden hat. Dort weiß man, dass Betrüger zum Schein Wohnungen anbieten. Deshalb filtern sie mit einer speziellen Software die Angebote. Ein Unternehmenssprecher erklärt: "Wir haben bei uns auf der Datenbank circa 1,2 Millionen Immobilien-Angebote im Monat. Unsere Qualitätssicherung deaktiviert in der Woche circa 300 Angebote, die gegen unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen verstoßen." Wie unser Fall jedoch zeigt, scheint das Sicherungssystem doch Lücken zu haben.

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Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2011, 12:54 Uhr

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