unicato | MDR FERNSEHEN | 31.10.2011 | 01:05-02:25 Uhr : Lisztomania!
Das studentische Filmmagazin unicato macht im Oktober einen Ausflug ins Leben und Wirken des Komponisten Franz Liszt. Sämtliche Filmbeiträge, die in der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober gezeigt werden, stammen von Studierenden und Absolventen europäischer Medien- und Kunsthochschulen in Ländern, in denen Franz Liszt einst gewirkt hat.
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Anlässlich des Liszt-Jahres zeigt unicato kurze Filme über das Gesamtwerk und das Leben des großen Europäers. Sämtliche Beiträge stammen von Studierenden und Absolventen europäischer Medien- und Kunsthochschulen in Ländern, in denen Franz Liszt einst gewirkt hat.
Die Kurzspielfilme, filmisch-musikalische Experimente und Animationen sind inspiriert von der künstlerischen Essenz und dem facettenreichen Leben des Virtuosen. Alle Filme gehen über die bloße Visualisierung des Lisztschen Werkes oder des biografischen Kurzporträts hinaus. Das "Lisztomania"-Programm erzählt "Franz Liszt" auf zeitgemäße Weise in außergewöhnlichen und eindringlichen Bildern.
Das "Lisztomania"-Programm beruht auf dem gleichnamigen Kurzfilmwettbewerb, der im vergangenen Jahr vom Bauhaus Film-Institut der Bauhaus-Universität Weimar, der Hochschule für Musik "Franz Liszt" und der Weimarer Klassik Stiftung ausgelobt wurde.
Die Kurzfilme der Oktober-Ausgabe
"Visual Music" | Miklós Selmecy | Budapest | Akademie für Theater und Film | 00:55 min.
Der experimentelle Clip macht jede einzelne Note sichtbar - und misst die Lebenszeit musikalischer Töne. Grundlage ist Liszts "La Campanella", die 3. Etüde der "Six Grandes Etudes de Paganini" in gis-Moll.
"wikiLiszt" | Konstantinos-Antonios Goutos | Köln | Kunsthochschule für Medien | 2:44 min. (vollstumm)
Liszt ist die Summe aller Aussagen, die über ihn möglich sind. Der typografische Film erzählt über Versatzstücke der Internet-Plattform Wikipedia Wirken und Wirkung des Komponisten. Liszt im digitalen Zeitalter – ganz ohne Musik!
"Les Préludes d'Orphée" | Chris Brandl | Berlin MOBTIK | 4:32 min.
Ein Blinder taumelt durch die Welt und durch Liszts Werke - immer in der Gefahr, abzustürzen, zu erfrieren oder überfahren zu werden. Ein gleichnishafter experimenteller Spielfilm.
"Tröstung" | Bianka Langnickel, Kat Sengstaken | Weimar | Bauhaus-Universität | 3:20 min.
Das Klangvolumen der Liszt-Komposition "Tröstung", gespielt auf der historischen Peternell-Orgel in Denstedt bei Weimar (an der auch Liszt einst musizierte) wird in dieser Musikvisualisierung in eine Bildsprache übersetzt, die sich wie zufällig ihrer eigenen Virtuosität bedient. Erkundet werden der Mikrokosmos des Lichts und die Elemente der natürlichen Wahrnehmung wie Drehung, Reflexion und Streuung.
"Petit Litz"| Henrike Schneider, Margit Bückert | Weimar | Bauhaus-Universität | 4:14 min.
Der kleine Pinguin Litz spielt voller Inbrunst Piano. Er ist ein Star, Artgenossinnen schmachten ihn an - bis zum Fall des großen Künstlers. Der Animationsfilm verarbeitet die frühen Jahre des Virtuosen: Unter dem Namen "Petit Litz" stieg Franz Liszt als Kinderstar in Paris schnell zur Berühmtheit auf.
"Franz goes to the Philippines" | Alina Cyranek | Weimar | Bauhaus-Universität | 4:25 min.
Wer kennt Franz Liszt auf den Philippinen? Und wer wusste hierzulande, dass sich philippinische Musikschüler gern um Liszts Klavierwerke drücken, weil die große Hände erfordern? Ein kurzer Dokumentarfilm mit überraschenden Ein- und Ansichten über einen großen Europäer in Asien.
"Liszt" | Söhnke Hahn, Paul Müller-Hahl | Weimar | Bauhaus-Universität | 4:59 min.
Viele Themen aus Liszts Leben und Werk sind heute ebenso aktuell wie damals - nur sehen sie anders aus. Komponiert wird auf dem Notebook, die Fans bekommen Autogramme, die Konkurrenz ist manchmal besser in den Charts positioniert. Doch die Spannung zwischen manisch-depressiven und fröhlich-beschwingten Stimmungen, dem en passant gelebten Kosmopolitismus und das geniale musikalische Werk bleiben. Ein biografischer Spielfilm, der mit Ironie die Lebensstationen Liszts verschiebt.
"Dance of Death" | Timea Tofalvi, Daniela Stade | Weimar | Bauhaus-Universität | 3:41 min.
Die Animation "Dance of Death" steht unter dem Motto: "Liszt meets Goethe!" Liszt wünschte sich bereits zu Lebzeiten, mit dem großartigen Dichter in Verbindung gebracht zu werden. Inspiriert von ungarischen Motivwelten werden der Goethesche Totentanz und Liszts Version miteinander verwoben.
"Der du aus der Hölle bist" | P. Wagner, H. Wagner, A. Bormatenkow | Berlin & Weimar | Universität der Künste & Hochschule für Musik Franz Liszt & Bauhaus-Universität | 4:35 min.
Liszt war davon besessen, sich immer wieder zu beweisen, indem er sich mit anderen großen Pianisten seiner Zeit maß. Doch niemals schien er die Anerkennung zu bekommen, die er zu verdienen glaubte. Der Kurzfilm ist eine tragische Erzählung von Liebe, Wahnsinn und Mord, die sich Liszt aus der Ich-Erzähl-Perspektive annähert.
"Singularity" | Bence Kalmár, Doma Harkari | Budapest | Akademie für Theater und Film | 4:23 min.
Der Prozess des Kochens als Abbild des Universums: Liszts Einzigartigkeit, seine Eigenart, wird im Film in kulinarischen Bildern und erneut mittels "La Campanella", der 3. Etüde der "Six Grandes Etudes de Paganini" in gis-Moll, verhandelt.
"Franz" | F. Seybicke, J. Keuchel, M. Schell, V. Herbst | Weimar | Bauhaus-Universität | 1:23 min.
Vorname, Zuname: Franz Liszt. Der Name ist in aller Munde, wird jedoch experimentell in seine Einzelteile und -töne zerlegt, um zu seiner Uraufführung zu gelangen. "Franz" ist Musik, Störung und Intervall - der Film belegte den zweiten Platz im Lisztomania-Wettbewerb.
"Claviator Maximus on tour" | Alexei Savinov, Lara Overmann | Stuttgart | Akademie der Bildenden Künste | 3:18 min.
Ein klassischer Animationsfilm, der die Konzert-Tourneen von Franz Liszt nachzeichnet. Der Komponist war einer der ersten Popstars der Musikgeschichte. Er scheint aus der Zeit gefallen - und so spielt auch der Film virtuos mit popkulturellen Bildversatzstücken. Liszts besondere Auftritte, vor allem seine langen Konzertreisen und die damit verbundenen Affären sind die Grundlage dieses Kurzfilms. "Calviator Maximus on tour" wurde mit dem ersten Preis im Rahmen des Lisztomania-Wettbewerbs ausgezeichnet.
"The Metalliszt - The Road to Victory" | R. Sawallisch, S. Klemke, H. Wagner | Weimar | Bauhaus-Universität | 3:27 min.
Was hat Metal Music mit dem Lisztschen Werk zu schaffen? Eine gitarrengeprägte Klangfarbe und eine virtuose Spielweise machen einen echten "Metaller" aus. Liszt war ein Meister der Adaption und Revariation von Musik – einem Stilmittel, das man heutzutage als "Covermusik“ bezeichnen würde. Hier wird Liszt selbst gecovert und einige seiner bekanntesten Werke in ein Metall/Rock-Medley verwandelt. Dabei entstand ein Musikvideo, das als ironischer Kommentar auf die moderne Popkultur zu verstehen ist.
"TRAUMa" | Cseh Renátó | Budapest | Akademie für Theater und Film | 3:56 min.
Liszts "Liebestraum" ist eine musikalische Adaption des gleichnamigen Gedichts von Ferdinand Freiligrath. Sowohl Musik als auch Gedicht erzählen uns von der unfassbaren, transzendenten und unendlichen Liebe. Der Kurzspielfilm um ein junges Paar hinterfragt, ob jede Liebe nicht per se zum Sterben verurteilt ist?
"Etüde" | Siegfried A. Fruhauf | Linz | Kunstuniversität | 2:00 min.
Die Basis für die Tonspur: eine handgezeichnete Lichttonspur auf 16-mm-Film. In der Tradition der filmischen Avantgarde stehend, nutzt der Filmkünstler Siegfried A. Fruhauf grobkörnige Schwarz-Weiß-Bilder einer Pianisten-Hand, um Tastendruck und visuellen Ausdruck miteinander zu verschmelzen. Der experimentelle Kurzfilm wurde mit dem Sonderpreis des Lisztomania-Awards ausgezeichnet.
"Klare Verwirrung" | Katre Haav | Weimar | Bauhaus-Universität | 3:10 min.
Der Komponist auf der Couch: Der Film zeichnet einen tiefenpsychologischen Bilderbogen, der die Triebfedern des Patienten zeigt. Der Patient: Franz Liszt, permanent schwankend zwischen Klarheit und Verwirrung, Genialität und Schlichtheit, Himmel und Erde. Der dritte Preis des Lisztomania-Wettbewerbs ging an diese meisterhafte Sandanimation.
"Story of my Life" | Felix Burger | München | Akademie der Bildenden Künste | 23:00 min.
Das Schicksal meint es nicht immer gut: Bei der Verfilmung seines Lebens kommt es zur Zusammenarbeit mit Alfred Hitchcock, der dem Protagonisten ohne Absprache Kim Novak ins Drehbuch schreibt. Die sich andeutende Intimität wird abgelehnt, er bricht mit dem "Altmeister des Suspense" im Streit. Auch das Treffen mit Buster Keaton verläuft nicht wunschgemäß: Erst wirft Keaton das Drehbuch in den Schliersee, anschließend zerstört er auch noch das Filmset. Eine Reise nach Paris zu Franz Liszt bringt schließlich die Wende...
Es werden wieder studentische Kurzfilme gezeigt ... Die nächsten Sendetermine:
* 28.11.2011, 00:40 Uhr (Nacht von Sonntag auf Montag)
* 19.12.2011, 00:40 Uhr (Nacht von Sonntag auf Montag)
