Blick auf Kirche in Ponitz
Diesen Blick auf die Kirche in Ponitz erhascht Steffi Peltzer-Büssow im Altenburger Osterland. Bildrechte: Kathrin Welzel

Unterwegs in Thüringen | MDR FERNSEHEN | 16.09.2017 | 18:15 Uhr "Im Altenburger Osterland"

Wie wohnte der letzte Altenburger Herzog? Was wird aus der stillgelegten Bahnstrecke zwischen Nobitz und Langenleuba-Oberhain? Und wo steht die historische Marionettenbühne? Moderatorin Steffi Peltzer-Büssow ist Unterwegs im Thüringer Osterland.

Blick auf Kirche in Ponitz
Diesen Blick auf die Kirche in Ponitz erhascht Steffi Peltzer-Büssow im Altenburger Osterland. Bildrechte: Kathrin Welzel

Noch nie waren die einstigen Wohnräume des letzten Altenburger Herzogs auf dem Schloss hoch oben über Altenburg zu besichtigen. Jetzt entstehen sie neu - wobei die Restauratoren und Ausstellungsmacher so nah wie möglich am Original bleiben wollen. Zum Glück gibt es ein paar Fotos, wie des Herzogs Möbel früher standen.

Unterwegs im Altenburger Osterland

Für die Dreharbeiten duften wir erstmals die Privatgemächer von Herzog Ernst I. betreten. Die Herzöge trieben auch den Bau einer Eisenbahnstrecke voran. Die stillgelegte Strecke ist heute ein schöner Wanderweg.

Eine Frau steht auf einem Flugfeld
Die Zeichen auf der Landebahn des Leipzig-Altenburg-Airport braucht Moderatorin Steffi Peltzer-Büssow nicht, um den richtigen Weg ins Altenburger Osterland zu finden. Thematisch sind sie aber ein guter Anfang… Bildrechte: Kathrin Welzel
Eine Frau steht auf einem Flugfeld
Die Zeichen auf der Landebahn des Leipzig-Altenburg-Airport braucht Moderatorin Steffi Peltzer-Büssow nicht, um den richtigen Weg ins Altenburger Osterland zu finden. Thematisch sind sie aber ein guter Anfang… Bildrechte: Kathrin Welzel
Ein altes Flugzeug
…denn direkt neben dem Airport kümmert sich der Verein Flugwelt Altenburg – Nobitz um die Flugtradition des Altenburger Landes. Schon 1913 wurde der Flugplatz im Leinawald bei Nobitz eröffnet, hier landeten Zeppeline und starteten MIGs.
 
Bildrechte: Kathrin Welzel
Ein altes Flugzeug
Und deshalb sind neben der historischen Indoor-Ausstellung natürlich die dicken Flugbrummer im Außenbereich der Hingucker. Starfighter und U-Boot-jäger stehen da, Polizeihubschrauber und Agrarflieger - und eine Transall, die es Steffi besonders angetan hat. Bildrechte: Kathrin Welzel
Schloss Altenburg
Die Geschichte des Flugplatzes ist eng mit dem Altenburger Fürstenhaus verbunden, denn Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg überließ 1882 den ehemaligen Exerzierplatz zur weiteren militärischen Nutzung. Ernst I. war der vorletzte Herzog in Altenburg und residierte, wie alle seine Vorfahren, im Schloss. Bildrechte: Kathrin Welzel
Ein Saal im Schloss Altenburg
Seine Privatgemächer lagen in der zweiten Schlossetage und waren bisher noch nie öffentlich zugänglich. Das wird sich ändern, denn die herzogliche Bibliothek - ganz im Zeichen des Jugendstils - ist ab 23. September neuer Bestandteil der Dauerausstellung auf dem Schloss. Bildrechte: Kathrin Welzel
Eine lange Festtafel in Schloss Altenburg
Genau wie das Arbeitszimmer des Herzogs. Das Anliegen der Ausstellungsmacher: Die Zimmer so authentisch wie möglich herrichten, als hätte der Herzog Ernst I. oder sein Thronfolger Herzog Ernst II. das Zimmer gerade verlassen. Bildrechte: Kathrin Welzel
Eine Brücke
Auch für eine andere Art der Fortbewegung engagierten sich die Altenburger Herzöge. Sie forcierten Ende des 19. Jahrhunderts auch den Bau der Bahnlinie zwischen Kotteritz und Langenleuba – Oberhain. 1901 wurde die Bahntrasse mit ihren 7 Viadukten eröffnet. Bildrechte: Kathrin Welzel
Menschen laufen auf einer mit Gras und kleinen Bäumen bewachsenen Brücke entlang
Nach 94 Jahren kam das Aus für die kleine Nebenstrecke. Der „Förderverein Viaduktradweg“ will nun wieder Leben auf Bahndamm und Brücken bringen - ein Radweg soll entstehen. Mit zwei Vereinsmitgliedern guckt Steffi auf die alten Schotterstränge, die künftige Radstrecke. Bildrechte: Kathrin Welzel
Alpakas
Der ist auch mächtig geländegängig und sehr beliebt als Wanderpartner. Lorenzo, einer von sieben Alpakas, die Familie Fischer aus Altmörbitz auf Wandertouren mitnehmen. Bildrechte: Kathrin Welzel
Menschen wandern mit Alpakas über eine Wiese
Und dann geht’s mit den knuddeligen Gedulds-Wonneproppen auf Wandertour. Die Landschaft um Altmörbitz ist ja auch wie gemacht zum Laufen und Genießen. Da gibt’s immer was fürs Auge- wie in der Ferne Burg Gangstein im sächsischen Kohren-Sahlis. Und es gibt was für die Seele, denn die Alpakas entzücken Steffi ungemein und: Sie entschleunigen. Bildrechte: Kathrin Welzel
Marionetten mit geschnitzten Köpfen
Eintauchen in eine andere Welt, das geht übrigens ganz in der Nähe, denn im kleinen Dörfchen Engertsdorf wird im Komödiantenhof Puppentheater gespielt. Sowohl Puppen wie auch Bühne sind original erhalten. Bildrechte: Kathrin Welzel
Marionetten mit geschnitzten Köpfen
Sie erinnern an die Tradition der Puppenspieler-Familie Dombrowsky. Über Generationen waren sie als Wander-Marionettenspieler unterwegs. Bildrechte: Kathrin Welzel
Das Renaissanceschloss Ponitz
Ebenfalls fast an der Grenze zu Sachsen liegt das Dörfchen Ponitz. Bekannt ist es zum einen durch sein kleines Renaissance-Schloss, das von Ostern bis Oktober ein Buchantiquariat samt Lesecafé und kleine Ausstellungen beherbergt. Bildrechte: Kathrin Welzel
Die Friedenskirche in Ponitz
Musikliebhaber kennen Ponitz aber vor allem wegen der Friedenskirche. Seit 1998 heißt sie so. Damit wollte die Kirchgemeinde an den Westfälischen Frieden erinnern. Denn ein Ponitzer Gutsherr, Wolfgang Conrad von Thumbshirn, war an Verhandlungen zur Beendigung des 30-jährigen Krieges maßgeblich beteiligt. Bildrechte: Kathrin Welzel
Die Silbermannorgel in der Friedenskirche in Ponitz
Aber das ganz Besondere ist ein innerer Wert: die Orgel. Es ist eine Silbermann-Orgel. Der sächsische Orgelbaumeister Gottfried Silbermann baute sie zwischen 1735 und 1737. Sie ist eine der wenigen Silbermann-Orgel außerhalb Sachsens. Bildrechte: Kathrin Welzel
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Unterwegs | 16. September 2017 | 18:15 Uhr

Ganz und gar nicht "werden wie früher" soll der Weg zwischen Nobitz und Langenleuba-Oberhain. Denn da stehen imposante Viadukte ungenutzt in der Landschaft. Die ehemalige Bahnstrecke ist stillgelegt, jetzt soll ein Radweg drauf. Wie das aussehen soll und was geplant ist, erfragt Unterwegs-Moderatorin Steffi Peltzer-Büssow.

Die Stationen der Sendung

Flugwelt Altenburg Nobitz e. V.

Der 2004 gegründete Verein "Flugwelt Altenburg-Nobitz" betreibt das Luftfahrtmuseum direkt am Leipzig-Altenburg-Airport. Zum einen widmet er sich der Fliegertradition im Altenburger Land und damit der Geschichte des Flugplatzes - vom herzoglichen Exerzierplatz bis zum Armeestützpunkt der Sowjets. Im Außengelände stehen Flugzeuge, Hubschrauber, die zum Teil auch besichtigt werden können. Die jüngste Maschine im Museumsgeschwader: die 2014 außer Dienst gestellte Transall.

Flugwelt Altenburg Nobitz Am Flughafen 3
04603 Nobitz

Öffnungszeiten: von April bis Oktober
Samstag, Sonntag und Feiertag 10:00-17:00 Uhr

Traditionelles Wandermarionettentheater

Marionettenspieler, nein besser: Wandermarionettenspieler in siebter Generation - das ist Uwe Dombrowsky. Mit seiner Frau Evelyn spielt er mit traditionellen Puppen auf einer noch original erhaltenen, immerhin hundert Jahre alten Bühne.  Von Gräfin Cosel bis Rumpelstilzchen, von Märchen bis Oper reicht das Repertoire, das noch immer auf den handgeschriebenen Texten der Vorfahren basiert. Den aktuellen Spielplan und die Spielorte gibt’s im Internet, denn natürlich gehen die Dombrowskys immer noch auf Reisen.

Traditionelles Wandermarionettentheater Komödiantenhof
04618 Engertsdorf

Wandern mit Alpakas

Große Augen, lange Wimpern – da kann man gar nicht genug gucken. Die Alpakas vom Grainchen aus Altmörbitz sind ideale Wanderbegleiter. Eigentlich sollten sie auf der geerbten Wiese "nur" den Rasenmäher ersetzen, aber dann hatte Familie Fischer die Wanderidee. Und seitdem sind sie mit den Alpakas und Wandergästen unterwegs - im Kohrener Land, im Leinawald oder auf der Dammkrone der Talsperre Schömbach.

Alpakawanderung Heiko Fischer
04655 Altmörbitz

Das Wieratal ist geprägt durch seine Viadukte. Seit 1901 stehen sie in der Landschaft. Sie überspannen kleine liebliche Täler, aber im Moment sind sie ungenutzt. Um das zu ändern, verfolgt der Förderverein gemeinsam mit dem NABU die Idee, die stillgelegte Bahnstrecke zwischen Kotteritz und Langenleuba-Oberhain zum Radweg auszubauen. Der Verein will schon 2018 einen ersten Teilabschnitt in Betrieb nehmen.

Förderverein Viaduktradweg e.V. Dorfstr. 16
04618 Göpfersdorf

Das Museum im Altenburger Schloss wird größer - zumindest kommen neue Ausstellungsräume dazu. "Herzogliche Gemächer 19./20. Jahrhundert" – das sind die herzogliche Bibliothek, das Jagd- oder Rauchzimmer und das herzogliche Arbeitszimmer. Damit wird erstmals seit 1918, als der letzte Herzog von Sachsen-Altenburg abgetreten ist, die historische Flucht der fürstlichen Prachträume dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Türen öffnen sich am 23. September 2017.

Residenzschloss Altenburg Schloss 2-4
04600 Altenburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag | 09:30-17:00 Uhr

Anfangs war das Gebäude vermutlich "nur" ein Rittergut, aber um 1568 begann der Umbau des Schlosses im Stil der Renaissance, ungefähr so, wie es heute noch erhalten ist. Besonders beeindrucken historische Räume wie Trauzimmer und Festsaal mit ihren hölzernen Kassettendecken. Um sie und das Schloss zu erhalten, engagiert sich - neben der Gemeinde - auch ein Förderverein. Der hat ein Buchantiquariat eingerichtet. Wer Bücher mitnimmt, spendet zugunsten des Schlosses. Jedes Buch ein Schlossbaustein. Geöffnet ist das Antiquariat von Ostern bis Mitte/Ende Oktober und kurz vor Veranstaltungen.

Renaissance-Schloss Ponitz Gößnitzer Str. 2B
04639 Ponitz
Tel.: 03764-796364 oder 03764-4294

Öffnungszeiten:
30. April bis zum 15. Oktober
Besuch von Antiquariat mit Lesecafé sowie Ausstellungen jeweils sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr und eine Stunde vor Beginn der Veranstaltungen.

Friedenskirche Ponitz

Die Ponitzer Kirche steht gleich oberhalb des Schlosses. Das Besondere: ihre Silbermannorgel. Bereits 1734, noch vor der Fertigstellung der Kirche, erhielt der sächsische Orgelbaumeister Gottfried Silbermann den Auftrag, die Orgel zu bauen. Zu ihrer Einweihung wird er gelobt. Er habe sein Werk zu "allgemeiner Zufriedenheit vollführet" und "Talent, Fleiß und weitbekannte rühmliche Geschicklichkeit besonders bewiesen". Bei Konzerten in der Kirche kann man sich noch heute davon überzeugen: Die gibt es meist von April bis Dezember und auch beim Thüringer Orgelsommer ist Ponitz dabei.

Friedenskirche Ponitz Pfarrberg
04639 Ponitz

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Unterwegs in Thüringen | 16. September 2017 | 18:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2017, 16:22 Uhr