Unterwegs in Thüringen | MDR FERNSEHEN | 18.11.2017 | 18:15 Uhr Unterwegs im Schwarzatal

Steffi-Peltzer Büssow ist dieses Mal im Schwarzatal unterwegs. Prägend für die Gegend war das Gold, die Schwarza und das Fürstengeschlecht.

Das Flussbett ist dunkel, am Ufer stehen die Bäume dicht an dicht, "Schwarza" heißt der Fluss. Für die Landschaft war die "Schwarza" so prägend, dass der Ort Schwarzburg nach ihr benannt wurde und das alte deutsche Fürstengeschlecht der Schwarzburger auch. Noch prägender aber war das Gold, das seit dem Mittelalter an den Ufern dort ausgewaschen wird und die Schwarza bis heute zum goldreichsten Fluss Deutschlands macht.

In dieser Gegend ist Steffi-Peltzer Büssow dieses Mal unterwegs. Natürlich wird auch sie Gold waschen und erfahren, wie groß das größte Stück war, das man dort fand. Und sie darf sogar schon einen Blick in die noch nicht eröffnete ehemalige Rüstkammer der Schwarzburger  werfen. Die mehr als 4.000 originalen Pfeile, Rüstungen und Gewehre werden erst ab Mai 2018 für die Öffentlichkeit zu sehen sein.

Vom Tripstein aus liegt Schwarzburg im Tal, die Bergbahn fährt in die Höhe nach Oberweißbach und in der Schwarza angelt man sich mit Glück nicht nur Gold heraus, sondern auch Forellen. Das aber erst, wenn im Frühjahr die Saison wieder beginnt. Jetzt - im Spätherbst - wartet die Natur schon auf den kommenden Winter.

Foto-Tour Unterwegs im Schwarzatal

Bergbahnen, Buckelapotheker, Wanderwege und Porzellan - im Schwarzatal gibt es so einiges zu entdecken. Was genau, sehen Sie hier.

 Eine Person steigt in einen Zug mit der Aufschrift "Mit uns geht es zur Bergbahn"
Mit der Bergbahn geht's ab Rottenbach ins Schwarzatal. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
 Eine Person steigt in einen Zug mit der Aufschrift "Mit uns geht es zur Bergbahn"
Mit der Bergbahn geht's ab Rottenbach ins Schwarzatal. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
Handydisplay
Wir, das Unterwegs-Team, begleiten die Fahrt mit der Kamera. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
Dörthe Hagenguth fotografiert aus dem Fenster des Zuges und wird dabei von einem Kamerateam gefilmt.
Auf der Fahrt ins Schwarzatal treffen wir die Fotografin Dörthe Hagenguth. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
 Ein Schild mit der Aufschrift "Schlossberg Hotel"
In Schwarzburg stehen noch viele alte, wunderschöne Hotels. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
Schild vom ehemaligen FDGB Tourismus
Es gibt viele Reste vom ehemaligen FDGB-Tourismus. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
 Schilder die auf Wanderwege hinweisen: "Panoramaweg Schwarzatal", "Olitätenweg Kräuterlehrpfad" und "Rundwanderweg".
Wanderwege im Schwarzatal. Einer unter ihnen ist der Olitäten-Wanderweg. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
 Ein Buckelapotheker mit altertümlicher Kleidung.
Buckelapotheker brachten die Olitäten, die Natur- und Kräuterheilmittel von Oberweißbach in die Welt. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
 Die Schwazatal-Bahn und daneben ein Schild auf dem angegeben ist, dass auf 1.300 Meter eine Höhe von 304 Metern überwunden wird.
Die Oberweißbacher Bergbahn ist ein einzigartiges technisches Denkmal, das bis heute funktioniert und tausende Touristen vom Tal nach Oberweißbach hinauf fährt. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
 Ein Buckelapotheker aus Holz geschnitzt.
Ein Buckelapotheker aus Holz geschnitzt. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
Ein nackter, beleibter König aus Porzellan.
Porzellan von Kati Zorn. Porzellan spielt bis heute eine große Rolle im Schwarzatal. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
Das Chrysopras-Wehr bei Bad Blankenburg
Das Chrysopras-Wehr bei Bad Blankenburg, von hier fließt die Schwarza kurz nach Bad Blankenburg in die Saale. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
wei Frauen fahren auf Segways durch den Wald.
Steffi Peltzer-Büssow und Ute Hofmann beim Segwayfahren. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
wei Frauen fahren auf Segways durch den Wald.
Wir haben an den Segways Gopros angebaut, um möglichst alles während der Fahrt von dem schönen Panoramaweg an der Schwarza zeigen zu können. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
Das Chrysopras-Wehr bei Bad Blankenburg
Die Schwarza im Herbst 2017. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
Ein Blatt schwimmt in der Schwarza.
Goldener Herbst an der Schwarza. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
Drei Personen stehen in der Schwarza. Ein Mann und eine Frau suchen nach Gold, ein weiterer Mann filmt die Beiden dabei.
Suche nach richtigem Gold in der Schwarza. Bildrechte: MDR/Anke Deleiter
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Unterwegs in Thüringen | 18. November 2017 | 18:15 Uhr

Die Stationen der Sendung:

Panoramawanderweg
Der Panoramaweg unterteilt sich in acht Etappen. Mit seinen 136 Kilometer herrlichen Wegen um einen der schönsten Gebirgsflüsse Deutschlands, die Schwarza, verbindet er die Höhen des Rennsteiges mit dem Burgenland der Saale.

Start und Ziel:  Mündung der Schwarza in die Saale
Länge: 136 Kilometer
Anzahl der Etappen:   acht
Höhenmeter: Auf- und Abstiege ca. 4.000 Meter
Wegbeschaffenheit:    61 % naturbelassen, 10 % asphaltiert, 29 % befestigte Wege

Fahrradwanderweg
Zwischen Bad Blankenburg und Schwarzburg führt der Weg knapp zehn Kilometer durch ein tief eingeschnittenes Tal. Geologische Besonderheiten sind hier neben den steilen Felsklippen auch die sogenannten Strudeltöpfe, die man stellenweise im Flussbett der Schwarza sieht. Neben der größtenteils noch unberührten Natur, finden Sie entlang des Radweges auch viel Sehenswertes.

Olitätenwanderwege
Olitätenwanderweg sind Wege der Kräutergartenregion. Sie waren einst Handels- oder Poststraßen, Weg oder Pfade, die die Händler über Berg und Tal führten, direkt in die Welt, nach Paris, Amsterdam oder Budapest. Buckelapotheker brachten dorthin ihrer Tinkturen und Säfte aus Kräutern, sogenannte Olitäten.

Schwarzatalbahn
Die Bahnstrecke Rottenbach-Katzhütte, auch Schwarzatalbahn, ist eine Nebenbahnlinie in Thüringen. Sie ist 25 Kilometer lang und führt von Rottenbach nach Katzhütte. Die Bahnstrecke hat ihren Namen vom Fluss Schwarza, einem linken Nebenfluss der Saale, dem sie im mittleren Abschnitt von Schwarzburg bis Katzhütte folgt. Die Sonderfahrt mit einem Oldtimer auf Schienen, dem Triebwagen BR 772 oder auch liebevoll "Ferkeltaxi" genannt, verläuft auch ab Rottenbach durch das urwüchsige Schwarzatal und ist ein wunderbarer Wochenendausflug.

Bergbahn Oberweißbach
Die Bahn besteht aus einer 1,351 Kilometer langen, breitspurigen Standseilbahn und einer daran anschließenden 2,635 Kilometer langen normalspurigen und elektrifizierten Adhäsionsstrecke. Letztere wird zur Abgrenzung von der Seilbahn oft auch Flachstrecke genannt.

Beide Streckenteile sind betrieblich eng miteinander verbunden und stehen seit Januar 1982 als Denkmal der Produktions- und Verkehrsgeschichte unter Denkmalschutz. Die Oberweißbacher Bergbahn wird von der Deutschen Bahn AG betrieben.

Täglich werden zwischen 5:30 und 20 Uhr Fahrten im Halbstundentakt angeboten.

Dörthe Hagenguth/Sommerfrischeprojekt
Ortsstraße 19
07426 Bechstedt

Bei der Internationalen Bauausstellung IBA Thüringen gab es am 27. August einen Tag der Sommerfrische. Erstmalig waren traditionsreiche, in der Regel nicht zugängliche Sommerfrische-Häuser in elf Orten des Schwarzatals im Thüringer Wald für Besucher geöffnet.

Im August 2018 ist der nächste Tag der Sommerfrische geplant. In der Zwischenzeit werden erste Sommerfrische-Musterhäuser eingerichtet, in denen zukünftige Nutzungen und neue Nutzer ihr Zuhause finden.

Das Schloss der Schwarzburger und sein Zeughaus
Das Schwarzburger Zeughaus befindet sich noch in der Sanierung, soll aber ab Mai 2018 geöffnet werden. Somit kommt die lange auf der Heidecksburg in Rudolstadt verwahrte Waffensammlung an den historisch verbürgten Ort zurück.

Kati Zorn Porzellankunst
Natürlich steht die Porzellanmanufaktur in der Tradition Heinrich Georg Macheleids, der vor 290 Jahren in Cursdorf geboren wurde und als Erfinder des Thüringer Porzellans gilt. Kati Zorn sagt: "Mit meinen Plastiken bewahre ich die alte Tradition der Porzellanfigurenherstellung, aber meine Figuren haben mehr Witz und mehr von mir als von der Tradition aus Sitzendorf."

Kati Zorn Porzellankunst - Erotisch, verspieltes, fröhliches und ungewöhnliches Porzellan aus Cursdorf
Treibe 19
98744 Cursdorf

Fröbelhaus Oberweißbach
Friedrich Fröbel wurde am 21.April 1782 in Oberweißbach geboren. Heute ist seine Wortschöpfung (und zugleich revolutionäres Projekt) "Kindergarten" weltbekannt. 1982 wurde in seinem Geburtshaus das Memorialmuseum eingerichtet.

Olitäten in Cursdorf
Als Olität (Plur. Olitäten) bezeichnete man ein wohlriechendes Öl, eine duftende Essenz oder Salbe. Der Handel mit Olitäten hat seinen Ursprung im fürstlich-schwarzburgischen Amt Königsee, dem benachbarten Landstrich um Oberweißbach und in der thüringischen Glasmacherregion um Lauscha am Schnittpunkt einer Reihe damaliger Landesgrenzen am Rennsteig.

Schankwirtschaft "Zur Küche" in Böhlen
Ortsstraße 74
98701 Böhlen

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2017, 18:15 Uhr