19. Oktober 1813 Live-Ticker: Über 100.000 Tote und Verwundete

+++ 20:00 Uhr +++

+++ 20:00 Uhr +++

Erste Schätzungen gehen davon aus, dass die Leipziger Schlacht mindestens 80.000 Tote und Zehntausende Verwundete auf beiden Seiten gekostet hat. Es wird damit gerechnet, dass diese Zahl in den kommenden Tagen noch erheblich steigen wird, da Tausende oder gar Zehntausende an Blessierten ihren Verwundungen erliegen werden.

+++ 19:00 Uhr +++

+++ 19:00 Uhr +++

Noch schlimmer als in Leipzig selbst sieht es im Umland der Stadt aus. Die Dörfer Möckern, Probstheida, Schönefeld, Liebertwolkwitz und Markkleeberg sind fast vollständig zerstört, weitere Dutzende Dörfer arg in Mitleidenschaft gezogen. Allein in den Trümmern des keine hundert Einwohner zählenden Dorfes Probstheida sollen mehrere Tausend gefallene Soldaten liegen.

Leichenräuber
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

+++ 18:00 Uhr +++

+++ 18:00 Uhr +++

Grauenhafte Bilder werden vom Elstermühlgraben am Ranstädter Tor gemeldet. Augenzeugen berichten, das Gewässer sei hier von Hunderten oder gar Tausenden ertrunkenen napoleonischen Soldaten regelrecht angestaut. Im Umfeld von mehreren Hundert Metern liegen zerfetzte Menschen- und Pferdeteile, die bei der Sprengung der Brücke am Ranstädter Tor durch die Luft geschleudert wurden.

Panorama: "Leipzig 1813 - In den Wirren der Völkerschlacht"
Bildrechte: dpa

+++ 17:30 Uhr +++

+++ 17:30 Uhr +++

Besonders schlimm sieht es im Bereich der Leipziger Stadttore aus, die am Vormittag Brennpunkte der Kämpfe waren. Allein am Grimmaischen und Hallischen Tor liegen Hunderte Leichen und Pferdekadaver, zerstörte Wagen, Lafetten, Waffen und Monturen.

+++ 17:00 Uhr +++

+++ 17:00 Uhr +++

Die Bilanz der Kämpfe im Stadtgebiet von Leipzig ist trotz vergleichsweise geringer Zerstörungen an Gebäuden schrecklich. In den Straßen der Stadt liegen Tausende Tote. Außerdem befinden sich schätzungsweise 30.000 Verwundete im Stadtgebiet. Leipzig selbst hat etwa 30.000 Einwohner.

+++ 16:30 Uhr +++

+++ 16:30 Uhr +++

Die Stadt Leipzig hat die Kämpfe trotz stundenlangen Artilleriebeschusses ohne größere Zerstörungen überstanden. Wie mittlerweile bekannt wurde, hatten die Franzosen wohl auch erwogen, die Vorstädte in Brand zu schießen, um ihren Rückzug zu decken. Warum das am Ende nicht geschah, ist bisher nicht bekannt.

+++ 16:00 Uhr +++

+++ 16:00 Uhr +++

Trotz weitverbreiteter Plünderungen und Diebstähle sind schwere Übergriffe auf die Leipziger Bevölkerung bisher ausgeblieben. Trotzdem macht sich mehr und mehr Enttäuschung über das nicht selten rücksichtslose Auftreten der Sieger breit.

+++ 15:30 Uhr +++

+++ 15:30 Uhr +++

Über das Schicksal des sächsischen Königs Friedrich August ist bisher nichts Genaueres bekannt. Offenbar behandeln die verbündeten Monarchen den im Thomäischen Haus am Markt festsitzenden Sachsen-König wie einen Gefangenen. So waren bereits um die Mittagszeit die sächsischen Leibgrenadiere durch russische Soldaten ersetzt worden. Auch hat es bisher keine direkten Gespräche der Sieger mit Friedrich August gegeben.

+++ 15:00 Uhr +++

+++ 15:00 Uhr +++

Bei der Siegesfeier auf dem Leipziger Marktplatz ist eine Flut von Beförderungen und Orden auf die Offiziere und Generale der Verbündeten niedergegangen. Unter anderem wurde der Befehlshaber der Schlesischen Armee, Blücher, zum Generalfeldmarschall befördert.

+++ 14:00 Uhr +++

+++ 14:00 Uhr +++

Auch der österreichische Kaiser Franz ist, eskortiert von seinen Garden, auf dem Leipziger Marktplatz eingetroffen. Dort sind mittlerweile Tausende Soldaten der Verbündeten zu einer Siegesfeier angetreten.

+++ 13:00 Uhr +++

+++ 13:00 Uhr +++

Auf dem Leipziger Marktplatz sind der russische Zar Alexander und der preußische König Friedrich Wilhelm III. mit großem Gefolge eingetroffen. Sie werden von zahlreichen Leipziger Bürgern, die in immer größerer Zahl aus ihren Häusern und Kellern kommen, freudig begrüßt.

+++ 12:45 Uhr +++

+++ 12:45 Uhr +++

Die Kämpfe im Stadtgebiet von Leipzig sind offenbar weitgehend zum Erliegen gekommen. Auf dem Fleischerplatz sind russische Soldaten damit beschäftigt, die ungeheure Masse an Blankwaffen gefangener Franzosen zu zerstören, indem sie mit Wagen und Lafetten darüber hinweg fahren.

+++ 12:30 Uhr +++

+++ 12:30 Uhr +++

Immer mehr napoleonische Soldaten, denen nach der Zerstörung der Elsterbrücke der Fluchtweg nach Westen abgeschnitten wurde, haben die Waffen gestreckt. Schätzungsweise 20.000 Soldaten der Grande Armeé sind aufgrund der voreiligen Brückensprengung in alliierte Gefangenschaft geraten.

+++ 12:20 Uhr +++

+++ 12:20 Uhr +++

Die Tragödie an der gesprengten Elsterbrücke hat offenbar ein erstes prominentes Todesopfer gefordert. Wie Augenzeugen berichten, ist der polnische Marschall Pontiatowski bei dem Versuch, den Elstermühlgraben schwimmend zu durchqueren, ertrunken. Den Berichten zufolge soll sich das Pferd des schwer verwundeten Marschalls beim Sprung überschlagen und diesen unter Wasser gedrückt haben.

+++ 12:10 Uhr +++

+++ 12:10 Uhr +++

Am Elstermühlgraben am Ranstädter Tor spielen sich unbeschreibliche Szenen ab. Tausende Franzosen und ihre Verbündeten versuchen, das durch den Starkregen der vergangenen Tage angeschwollene Gewässer schwimmend zu durchqueren. Viele werden von ihren vollgesogenen Uniformen unter Wasser gedrückt und ertrinken. Die heranstürmenden Russen schießen ohne Unterlass in die Masse der Flüchtenden.

+++ 12:00 Uhr +++

+++ 12:00 Uhr +++

Gewaltige Explosion über Leipzig! Offenbar haben französische Sappeure die Brücke über den Elstermühlgraben am Ranstädter Tor gesprengt. Die Brücke war zum Zeitpunkt der Explosion vollgestopft mit flüchtenden Soldaten. Hunderte Menschen und Pferde wurden zerrissen oder von umherfliegenden Trümmerteilen erschlagen. Nach Angaben eines russischen Stabsoffiziers war die Explosion derart gewaltig, dass selbst noch am 300 Meter entfernten Fleischerplatz russische Soldaten von umherfliegenden Trümmerteilen getötet wurden.

Französische und preußischeEinheiten im Kampf Mann gegen Mann.
Bildrechte: MDR/Steffen Junghans

+++ 11:50 Uhr +++

+++ 11:50 Uhr +++

Von der Grimmaischen Gasse zwischen Grimmaischem Tor und Marktplatz werden blutige Nahkämpfe gemeldet. Die hier vorwärts stürmenden preußischen Landwehr-Infanteristen sind offenbar aus den angrenzenden Häusern beschossen worden. Daraufhin hätten sie diese gestürmt und die Franzosen aus den Fenstern geworfen, heißt es. Auf den Straßen der Innenstadt gehen Angreifer und Verteidiger mit Bajonetten und Gewehrkolben aufeinander los.

+++ 11:45 Uhr +++

+++ 11:45 Uhr +++

Die alliierten Angreifer haben trotz erbitterten Widerstands die Leipziger Vorstädte im Norden, Süden und Osten weitgehend erobert und dringen nun in Richtung Innenstadt vor.

+++ 11:30 Uhr +++

+++ 11:30 Uhr +++

Immer mehr verbündete Preußen, Russen und Schweden dringen in die Vorstädte von Leipzig ein. Im Norden haben Russen des Korps Osten-Sacken die Hallische Vorstadt gestürmt. Der Kampf wird hier besonders erbittert geführt. Die überwiegend polnischen Verteidiger kämpfen Augenzeugenberichten zufolge bis zur letzten Patrone. Nach Angaben eines russischen Stabsoffiziers weigern sie sich, gegenüber Russen zu kapitulieren. Auch die russischen Soldaten scheinen kein Interesse daran zu haben, polnische Gefangene zu machen.

Napoleon reitet vorbei
Bildrechte: MDR/Steffen Junghans

+++ 11:20 Uhr +++

+++ 11:20 Uhr +++

Napoleon hat Leipzig über den Ranstädter Steinweg in Richtung Westen verlassen. Aufgrund des großen Gedränges in der Innenstadt war der Franzosen-Kaiser gezwungen gewesen, einen erheblichen Umweg zu nehmen. Der sächsische König Friedrich August befindet sich noch immer in seinem Quartier am Leipziger Markt.

+++ 11:15 Uhr +++

+++ 11:15 Uhr +++

Ein ostpreußisches Landwehr-Bataillon unter Major Friccius hat das Äußere Grimmaische Tor im Osten von Leipzig gestürmt. Damit ist der Weg in die Grimmaische Vorstadt frei.

+++ 11:00 Uhr +++

+++ 11:00 Uhr +++

Nach zuvor heftiger Kanonade haben die Verbündeten mit dem Sturm auf Leipzig begonnen.

+++ 10:15 Uhr +++

+++ 10:15 Uhr +++

In Gohlis stehende russische Artillerie hat mit dem Beschuss der Hallischen Vorstadt begonnen.

+++ 10:00 Uhr +++

+++ 10:00 Uhr +++

An der Ruine der Quandtschen Tabaksmühle, drei Kilometer südöstlich von Leipzig, hat der russische Zar Alexander den Leipziger Steuereinnehmer Wichmann empfangen. Der Zar habe dem städtischen Parlamentär zugesagt, für eine Schonung der Stadt und ihrer Bewohner zu sorgen, heißt es.

+++ 09:50 Uhr +++

+++ 09:50 Uhr +++

Ein von General Blücher nach Leipzig entsandter Parlamentär, der zur Kapitulation auffordern sollte, ist von den Verteidigern abgewiesen worden.

Preußische Landwehr auf dem Marsch
Bildrechte: MDR/Steffen Junghans

+++ 09:45 Uhr +++

+++ 09:45 Uhr +++

Der Aufmarsch der Verbündeten vor den Toren Leipzigs scheint abgeschlossen. Im Norden und Nordosten stehen die zur Schlesischen Armee Blüchers gehörenden russischen Korps Osten-Sacken und Langeron zum Sturm auf die Hallische Vorstadt bereit. Im Osten steht das preußische Korps Bülow vor der Grimmaischen Vorstadt und im Süden und Südosten ist die russische Reservearmee Bennigsen angetreten. Für den Einsatz weiterer Verbände der Alliierten ist aufgrund des engen Angriffsstreifens kein Platz. Sie stehen im weiteren Umfeld von Leipzig in Wartestellung.

+++ 09:30 Uhr +++

+++ 09:30 Uhr +++

Unaufhörlich ziehen noch immer Napoleons Truppen aus Leipzig ab. Die Masse der Grande Armeé hat die Stadt bereits über den Ranstädter Steinweg und Lindenau in Richtung Lützen und Weißenfels verlassen. In Leipzig selbst stehen noch etwa 30.000 Mann unter dem Kommando der Marschälle MacDonald, Marmont und Poniatowski zur Verteidigung bereit. Etwa die Hälfte von ihnen sind Franzosen, die übrigen Polen, Italiener und "Rheinbund"-Deutsche.

+++ 09:20 Uhr +++

+++ 09:20 Uhr +++

Zwischen dem Leipziger Norden und Eutritzsch ist der Ratsdiener der Stadt Leipzig, Müller, mit dem Oberbefehlshaber der Schlesischen Armee, General Blücher, zusammengetroffen. Müller hat den Preußen um Schonung für seine Stadt gebeten. Dieser habe dem Ratsdiener versichert, dass seine Truppen nicht plündern würden.

+++ 09:15 Uhr +++

+++ 09:15 Uhr +++

Napoleon hat sein Quartier im "Hotel de Prusse" verlassen und ist im Thomäischen Haus am Leipziger Markt mit König Friedrich August von Sachsen zusammengetroffen. Offenbar will sich der Franzosen-Kaiser vom sächsischen Monarchen und seiner Familie verabschieden. Möglicherweise will er den König auch davon überzeugen, mit ihm gemeinsam die Stadt zu verlassen.

+++ 09:00 Uhr +++

+++ 09:00 Uhr +++

Die Artillerie der russischen Reservearmee Bennigsen beschießt französische Batterien am Sand- und Windmühlentor im Süden und Südosten von Leipzig.

+++ 08:30 Uhr +++

+++ 08:30 Uhr +++

Artillerie des Korps Bülow hat die Grimmaische Vorstadt unter Feuer genommen. Vor dem Äußeren Grimmaischen Tor und in der Vorstadt selbst schlagen zahlreiche Kugeln und Granaten ein.

+++ 08:20 Uhr +++

+++ 08:20 Uhr +++

Das Korps Bülow hat die Dörfer Reudnitz, Volkmarsdorf, Crottendorf und Anger eingenommen und die französischen Verteidiger auf Leipzig zurückgeworfen.

+++ 07:00 Uhr +++

+++ 07:00 Uhr +++

Die Verbündeten haben mit dem Vormarsch auf die Leipziger Vorstädte begonnen. Das zur Nordarmee gehörende Korps des Generals Bülow stößt über Sellerhausen auf Reudnitz vor.

+++ 06:00 Uhr +++

+++ 06:00 Uhr +++

In Leipzig herrscht ein immer größeres Chaos. Öffentliche Gebäude, Straßen und Plätze liegen voller Verwundeter. Vor den Lazaretten der Stadt stapeln sich Leichenberge. Gleichzeitig wälzen sich ununterbrochen Truppenmassen und Train-Kolonnen auf dem Weg nach Westen durch die engen Straßen der Stadt.

+++ 05:00 Uhr +++

+++ 05:00 Uhr +++

Hochbetrieb im Leipziger Rathaus: Bürgermeister und Stadtobere verfassen Schreiben an den alliierten Oberbefehlshaber Schwarzenberg, den schwedischen Kronprinzen Bernadotte und den preußischen General Blücher, in denen sie um Schonung für ihre Stadt bitten.

+++ 04:00 Uhr +++

+++ 04:00 Uhr +++

Die Hauptmasse der Napoleonischen Armee befindet sich auf dem Rückzug durch Leipzig. Auch Teile des kaiserlichen Hauptquartiers und der Garden sind auf dem Rückmarsch nach Westen. Alle Truppenteile müssen über die Elster-Mühlgraben-Brücke am Ranstädter Tor. Auf der großen Promenade zwischen innerer Stadt und den Vorstädten bewegt sich eine gewaltige Doppelreihe aus Wagen und Geschützen, die unter anderem den zügigen Abzug der Garden erschwert.

+++ 03:00 Uhr +++

+++ 03:00 Uhr +++

Napoleon lässt durch den General Arrighi den Magistrat der Stadt Leipzig zusammenrufen. Die Bürgervertretung soll mit den Alliierten Verhandlungen aufnehmen. Ziel soll es sein, einen Waffenstillstrand von drei Tagen zu erwirken, an denen die Napoleonische Armee die Stadt verlassen kann. Falls es nicht zu einer Einigung komme, werde man die Stadt solange verteidigen, bis kein Stein mehr auf dem anderen steht, heißt es.