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Sachsen/Sachsen-Anhalt : Warnstreiks statt Unterricht

In Sachsen haben die Lehrer den zweiten Tag in Folge gestreikt, am Dienstag gesellten sich auch noch ihre Kollegen aus Sachsen-Anhalt hinzu. Ihre Grundforderungen: das bundesweit verlangte Lohnplus von 6,5 Prozent für Landesbeschäftigte und eine Angleichung der Lohngruppen konkret bei den Lehrern. Bei den Arbeitgebern beißen sie damit bislang auf Granit. Verhandlungsführer Jens Bullerjahn kritisierte die Aktionen der Lehrer.

Teilnehmer einer Protestkundgebung des öffentlichen Dienstes stehen auf dem Marktplatz in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) nebeneinander.

Rund 21.000 Angestellte des öffentlichen Dienstes der Länder in Sachsen und Sachsen-Anhalt sind dem Ruf der Gewerkschaften gefolgt: In Magdeburg demonstrierten am Dienstag rund 15.000 Landesbeschäftigte, unter ihnen viele Lehrer und Hochschullehrer, aber auch Polizisten. Vor dem Finanzministerium in Dresden versammelten sich rund 6.000 Demonstranten.

In beiden Ländern gab es zudem Warnstreiks an Schulen, in Sachsen bereits den zweiten Tag in Folge. Dort legten nach GEW-Angaben rund 7.500 Lehrer die Arbeit nieder – das sind rund ein Viertel aller Lehrkräfte. Vom zweiten Lehrerstreiktag in Sachsen waren diesmal rund 500 Schulen in der Region Dresden und Bautzen betroffen. In Sachsen-Anhalt beteiligten sich Lehrer in landesweit 700 Schulen am Warnstreik. Die Schulen hatten die Eltern vorab über einen möglichen Unterrichtsausfall informiert. Für die Schüler gab es eine Notbetreuung.

Verhandlungsführer Bullerjahn kritisiert Streik

Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn, der zugleich Verhandlungsführer der Arbeitgeber ist, kritisierte am Dienstag die Lehrerstreiks. Sein Sprecher sagte MDR INFO, man habe von vornherein drei Verhandlungsrunden für den öffentlichen Dienst vereinbart. Zwischen diesen Runden zu streiken, sei ein reines Kräftemessen und lediglich ein Ritual der Gewerkschaften. Bei jeder Verhandlungsrunde werde besser und sachlicher diskutiert als bei einem Streik. Die Arbeitgeber haben bislang kein Verhandlungsangebot vorgelegt.

Die nächste und dritte Tarifrunde ist am Donnerstag in Berlin. Die Gewerkschaften GEW, ver.di und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wollen mit den Streiks und Kundgebungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Sie fordern für die deutschlandweit 800.000 Beschäftigten 6,5 Prozent mehr Lohn und bei den Lehrern gleiches Geld für gleiche Arbeit. Außerdem setzen sie sich für monatlich 100 Euro mehr für Auszubildende und Referendare sowie eine Übernahmegarantie für die Lehrlinge an. Die Arbeitgeber - die Finanzminister der Länder - lehnen die Forderungen bislang als überzogen ab.

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2013, 20:41 Uhr

Ein Rechenbeispiel

Ein Lehrer an einer Mittelschule in Sachsen kann als Einstiegsgehalt 2.650 Euro brutto oder 3.070 Euro brutto verdienen – je nachdem in welcher Gehaltsgruppe er eingestuft wird. Wie viele Lehrer in eine Gehaltsgruppe kommen, entscheidet der jeweilige Landesfinanzminister. Das hält die Gewerkschaft GEW für ungerecht.

Noch größer ist der Gehaltsunterschied zwischen einen verbeamteten Lehrer und einem Lehrer, der Beschäftigter des öffentlichen Dienstes ist. Hier kann der Gehaltsunterschied für die gleiche Arbeit 800 bis 1.000 Euro monatlich betragen. Sachsen hat bundesweit unter den Lehrern die wenigsten Beamten. In Sachsen-Anhalt sind rund ein Viertel der Lehrer verbeamtet, in Thüringen sogar 60 Prozent. Sachsens GEW befürchtet deswegen große Nachwuchsprobleme. Die jungen Lehrer suchten die Bundesländer aus, wo sie das beste Gehalt bekämen, so die sächsische GEW-Landeschefin Sabine Gerold.

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