Blick auf die thüringische Stadt Schleiz.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Geologen testen neue Erkundungsmethode in Thüringen Mit dem Hubschrauber auf Schatz-Suche bei Schleiz

Aerogeophysik heißt die neue Methode. Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) wollen damit aus der Luft bis zu einem Kilometer tief in die Erde schauen. Auf der Suche nach seltenen Rohstoffen.

Blick auf die thüringische Stadt Schleiz.
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Elektromagnetisches Echolot

Ein rot-weißer Sikorski-Hubschrauber. Unter dem Rotor in weißen Buchstaben die Aufschrift D-HBGR. An einem 30 Meter langen Stahlseil unter ihm hängt das torpedo-artige, rund zehn Meter lange Erkundungsgerät. “Ein Induktionsspulenmagnetometer“, sagt BGR-Experte Hauke Petersen im MDR-Interview. Damit wollen die Forscher erstmals im großen Maßstab nach Bodenschätzen suchen. Aerogeophysik heißt die Erforschung aus der Luft; DESMEX nennt sich diese völlig neue Methode. Das steht für: Deep Electromagnetic Sounding for Mineral Exploration – eine Art elektromagnetisches Echolot aus der Luft durch hochauflösende magnetische Messgeräte. Petersen beschreibt das Verfahren so:

Während mit Standardmethoden vielleicht in 100 bis 200 Meter Tiefe erkundet werden kann, versprechen wir uns von der neuen Methode Erkundungstiefen von 500 bis 1000 Metern.

Und genau das ist das Neue an diesem Test, der in den kommenden drei Tagen rund um Schleiz in Thüringen laufen wird. Denn bisher konnte die Technik solche Tiefen nicht erreichen und wurde zum Beispiel bei der Grundwassererkundung eingesetzt. Konkret suchen die Geophysiker unter anderem nach Antimonit, heute als Stibnit bekannt. Ein Erz, das einen hohen Anteil des seltenen Elements Antimon enthält. Das ist wichtig als Legierungselement für Stahl, als Zumischung für Batterieblei und in der Halbleiterproduktion. “Gerade in der Region Schleiz gibt es Vorkommen“, so Experte Petersen, “die für die Rohstoffindustrie ein lohnendes Objekt darstellen“.

Deep Electromagnetic Sounding for Mineral Exploration – eine Art elektromagnetisches Echolot aus der Luft durch hochauflösende magnetische Messgeräte
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Drei Tage Tiefflug

Für die Messungen wird der BGR-Hubschrauber ab heute drei Tage lang im Tiefflug über das Gebiet um Schleiz fliegen. Rund 70 bis 80 Meter hoch, mit einer Geschwindigkeit von ca. 120 km/h. “Damit können wir im Gegensatz zu anderen Methoden große Flächen abdecken“, erklärt Petersen. Schleiz selbst wird nicht angeflogen, aber etliche Gemeinden im Umland. Manche im Tiefflug, “aber Zum Teil gehen wir dann auch in die Höhe“, sagt Petersen.

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2017, 17:13 Uhr