Frau zeigt ihre neue Frisur
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Haarmedizin Bad Hair Day: Legende oder Realität?

Haben Sie die Haare in den Griff bekommen heute Morgen, alles locker und leicht? Oder war wieder nichts zu machen – trotz Bürste, Haarspray oder Gel? Dann haben Sie vielleicht einen so genannten “Bad Hair Day“ erwischt. Einen Tag, an dem die Haare widerspenstiger sind als sonst. Aber ist der Legende oder Realität?

Frau zeigt ihre neue Frisur
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Der “Bad Hair Day“ – das muss so etwas wie der Fluch der Neuzeit sein. Das Videoportal YOUTUBE ist voll davon. Und Disney war das Phänomen vor zwei Jahren sogar einen eigenen Film wert. Titel: “Bad Hair Day“ – was sonst! Aber was ist nun dran, an den widerspenstigen Haaren? Einer, der es wissen muss, ist Dr. Andreas Finner, Haarmediziner aus Berlin: Gibt es ihn wirklich, den “Bad Hair Day“?

Dr. Andreas Finner, Haarmediziner und Dermatologe
Dr. Andreas Finner bei einer Haaruntersuchung Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ich würde ganz klar sagen: Ja! Das kann zwar ganz unterschiedliche Ursachen haben, führt aber immer im Ergebnis dazu, dass die Haare nicht frisierbar sind. Und dass natürlich entsprechend auch die Leute sich den ganzen Tag nicht wohl fühlen.

Dr. Andreas Finner, Dermatologe, Haarspezialist

Wenn die Haare nicht frisierbar oder widerspenstig sind, dann lässt sich das wirklich wissenschaftlich erklären. Im Wesentlichen sind drei Ursachen dafür verantwortlich.

Ursache Nummer 1: Hormonhaushalt

“Hormonelle Schwankungen wirken sich auf die Talgdrüsen und damit auf die Fettigkeit der Kopfhaut aus. Gerade im Laufe des Zyklus bei Frauen“, erklärt Haarspezialist Finner. Auf der Kopfhaut sitzen Talgdrüsen, die Fett produzieren und das Haar geschmeidig halten. Doch bei Hormonschwankungen oder Stress kann es sein, dass die Drüsen zu viel Fett absondern. Dann werden die Haare schwer und lassen sich kaum noch frisieren.

Ursache Nummer 2: Trockenheit

Das erleben wir vor allem im Winter, sagt Haarmediziner Finner:

In der kalten Jahreszeit werden die Heizungen aufgedreht, die Haare werden trockener und wir föhnen die Haare auch häufiger.

Unter dem Mikroskop lässt sich zeigen, was passiert: Winzige Schüppchen an den Haaren - die Kutikula-Schüppchen - sorgen normalerweise dafür, dass die Haare ganz harmonisch aneinander liegen. Aber heiße und trockene Luft führt dazu, dass die Schüppchen abbrechen oder sich aufstellen. Die Oberfläche der Haare wird rau. Sie reiben aneinander, laden sich elektrisch auf, stoßen sich dadurch voneinander ab und werden unkontrollierbar.

Aber auch chemische Behandlungen wie Dauerwellen oder Färben, diese Verfahren schädigen die Haaroberfläche und trocknen sie schneller aus.

Ursache Nummer 3: Feuchtigkeit

Wer jetzt denkt, dass gegen Trockenheit einfach Feuchtigkeit hilft – der liegt daneben. Denn Haare können nicht nur zu trocken sein, sondern auch zu feucht. Bei zu viel Feuchtigkeit quellen die Kutikula-Schüppchen an den Haaren auf, verhaken sich und lassen sich kaum bändigen. Bad Hair Day eben.

Ein Junge mit aufgestellten Haaren.
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MDR FERNSEHEN Mi, 03.05.2017 15:00 16:00
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Über dieses Thema berichtet MDR auch im Fernsehen: LexiTV | 03.05.2017 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Mai 2017, 03:52 Uhr