Maximilian Marienhagen (17, links), Toni Ringling (18, rechts) und Aaron Wild (18, Mitte)
Maximilian Marienhagen (17, links), Toni Ringling (18, rechts) und Aaron Wild (18, Mitte) vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in Erfurt gewannen den 1. Preis in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaften. Sie simulierten, wann die komplexe Berechnung eines sogenannten Zwei-Körper-Problems chaotisch wird, wann also beispielsweise die Voraussagen zur Flugbahn zweier Sterne in einem Doppelsternsystem komplett chaotisch werden. Bildrechte: Stiftung Jugend forscht e. V.

Jugend forscht 2017: Mitteldeutschlands beste Nachwuchswissenschaftler Chaos im Weltraum und natürliches Plastik

Beim Bundesfinale von Jugend forscht traten am vergangenen Wochenende auch die hellsten Köpfe aus Mitteldeutschland an. Drei Erfurter Schüler überzeugten mit ihren Berechnungen zur Flugbahn von Doppelsternen, zwei Hallenser mit der Entwicklung von natürlichem Plastik.

Maximilian Marienhagen (17, links), Toni Ringling (18, rechts) und Aaron Wild (18, Mitte)
Maximilian Marienhagen (17, links), Toni Ringling (18, rechts) und Aaron Wild (18, Mitte) vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in Erfurt gewannen den 1. Preis in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaften. Sie simulierten, wann die komplexe Berechnung eines sogenannten Zwei-Körper-Problems chaotisch wird, wann also beispielsweise die Voraussagen zur Flugbahn zweier Sterne in einem Doppelsternsystem komplett chaotisch werden. Bildrechte: Stiftung Jugend forscht e. V.

Ein erster Preis beim international renommierten Jugend-forscht-Wettbewerb kann schon etwas nervös machen. Vielleicht spricht Toni Ringling deshalb so schnell, als er das Projekt erklären soll, das er mit Maximilian Marienhagen und Aaron Wild durchgeführt hat (siehe Video).

Die drei Schüler vom Erfurter Albert-Schweizer-Gymnasium haben ihren Kopf in die Sterne gesteckt und sich dem sogenannten "Zwei-Körper-Problem“ gewidmet. Wenn im All zwei große Himmelskörper umeinander kreisen – etwa zwei Sterne in einem Doppelsternsystem – und diese beiden sehr großen, schweren Körper dann auch noch um sich selbst rotieren, dann wird die Berechnung der Flugbahn extrem kompliziert.

Isaac Newtons Theorie der Schwerkraft reicht dann nicht mehr aus, denn Albert Einsteins Relativitätstheorie besagt, dass sich bei solch massereichen Objekten Raum und Zeit verkrümmen. Wer also berechnen will, wann ein Stern an welcher Stelle ist, muss nicht nur dessen Geschwindigkeit einbeziehen, sondern auch die Frage, inwieweit der glühende Gasball in seiner Umgebung die Zeit anhält oder den Raum verkleinert. "In der Physik ist dieses Problem schwer handhabbar bis unlösbar“, sagt Sven Baszio, Bundesgeschäftsführer von Jugend forscht.

Ringling, Marienhagen und Wild haben sich vor allem mit den bisherigen Berechnungsmodellen beschäftigt und in ihren Simulation angeschaut, wann kleine Fehler in der Ausgangsituation dazu führen, dass Ergebnisse in einer Berechnungsreihe systematisch falsch werden. Weil diese Arbeit sogar der Astrophysik dabei weiterhelfen könnte, dem Phänomen der Gravitationswellen weiter auf den Grund zu gehen, verlieh die Jury den beiden 18-Jährigen und ihrem 17-jährigen Mitschüler den mit 2.500 Euro dotierten ersten Preis in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaft. Zusätzlich erhielten sie den mit 500 Euro dotierten Preis der Astronomischen Gesellschaft.

Christoph Griehl (19, links) und Lorenz Pfordte (19, rechts)
Christoph Griehl (19, links) und Lorenz Pfordte (19, rechts) gewannen beim Jugend forscht Bundeswettbewerb 2017 den zweiten Preis in der Kategorie Biologie mit ihrer Untersuchung zu einem natürlichen Kunststoff. Bildrechte: Stiftung Jugend forscht e. V.

Ein hervorragendes Ergebnis erzielten auch Christoph Griehl und Lorenz Pfordte aus Halle an der Saale. Die beiden haben den Kunststoff PHB untersucht. Er wird nicht aus Plastik hergestellt sondern von winzigen Bodenbakterien erzeugt. Die beiden 19-Jährigen untersuchten auch, wie das Bioplastik in der Natur wieder abgebaut werden kann und stellten fest, dass es an der Luft deutlich schneller zersetzt wird als Stroh.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL im Radio | 27.05.2017 | 01:50 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2017, 17:04 Uhr