Butterstücken
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Preissprung Teure Butter - Glückliche Bauern?

Der Butterpreis ist in aller Munde, er hat sich seit einem Jahr fast verdoppelt. Aber warum so sprunghaft? Und warum ziehen die Milchpreise nicht mit? Und was haben die Bauern davon?

von Kathleen Raschke-Maas

Butterstücken
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Die Preisentwicklung bei der Butter ist vom Markt abhängig, wie die Preise für andere Produkte auch. Der Grund für den derzeit sprunghaften Preisanstieg liegt schon etwas zurück: 2015 lief die Quotenregelung der EU für die Milchproduktion aus. Die Bauern produzierten danach Milch in Mengen, die den Markt wortwörtlich überschwemmten. Die Preise fielen und erreichten noch im selben Jahr ihren Tiefpunkt. Die Einnahmen reichten nicht mehr aus, um die Betriebe am Leben zu erhalten. Viele Erzeuger gaben auf.

Weniger Milch, größere Nachfrage

Weniger Milchbauern, weniger Milch, weniger Butter, die auf den Markt kommt - das ist die Folge in Deutschland. Aber auch in Australien und Neuseeland wurde in diesem Jahr aufgrund von Wetterschwankungen weniger Milch produziert, damit kommt es auf dem Weltmarkt zu Engpässen. Andererseits ist die Nachfrage so groß wie lange nicht. Inzwischen ist bekannt, das Butter gar nicht so schädlich für unser Herz-Kreislauf-System ist, wie jahrelang angenommen. Also können wir sie unbeschwerter und häufiger genießen. Auch die Lebensmittelproduzenten wissen das und werben gern damit, dass sie echte Butter verwenden - mit Erfolg. Käse erfreut sich immer größerer Beliebtheit, auch dafür wird Milch gebraucht, die dann für die Butterproduktion nicht zur Verfügung steht. Auch die Chinesen sind auf den Geschmack gekommen, ein Markt mit 1,4 Milliarden Verbrauchern.

Nachwuchs in Sicht?

Kälbchen
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Selbst wenn die Bauern, die derzeit noch Milchvieh halten, genügend Platz haben, um die Anzahl ihrer Tiere und damit auch die Milchproduktion zu erhöhen, wird es dauern, bis wir davon etwas merken. Bis ein Kalb soweit ist, dass es selbst Junge bekommen und damit auch Milch geben kann, vergehen mindestens 2 Jahre und 3 Monate.

Warum sind die Preise für Trinkmilch und einige Milchprodukte derzeit noch stabil?

Das liegt an den Verträgen, die die Handelsketten mit den Molkereien abschließen. Der ausgehandelte Preis wird bei Butter für vier Wochen bis zu drei Monaten gebunden, bei Trinkmilch und anderen Milchprodukten wie Quark oder Naturjoghurt für sechs Monate. Daher ist für den nächsten Stichtag am 1. November auch für diese Produkte mit einer Preisanpassung zu rechnen. Da aber die Preisanpassung auch davon abhängt, wieviel Fett und wieviel Protein ein Milchprodukt enthält, ist damit zu rechnen, dass der Anstieg hier geringer ausfallen wird.

Nur ein Bruchteil des Geldes landet bei den Bauern

Wer vermutet, die enorm gestiegenen Preise kämen den Bauern zugute, der irrt. Von dem rund einen Euro, den wir inzwischen pro Stück Butter mehr bezahlen, bekommen sie gerade mal sieben Cent mehr als vorher.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 05.09.2017 | 11:51 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2017, 16:51 Uhr