Die Gewinnerinnen des Wettbewerbs
Die Gewinnerinnen des Wettbewerbs "Die Astronautin" Insa Thiele-Eich (l) und Nicola Baumann Bildrechte: dpa

Austronautin gesucht Deutsche Kandidatinnen für Flug zur ISS stehen fest

Wer wird die erste Deutsche im All? Aus mehr als 400 Kandidatinnen hat die Initiative "Deutschlands erste Astronautin" im Finale am Mittwoch zwei Frauen ausgewählt, die für den Raumflug ausgebildet werden.

Die Gewinnerinnen des Wettbewerbs
Die Gewinnerinnen des Wettbewerbs "Die Astronautin" Insa Thiele-Eich (l) und Nicola Baumann Bildrechte: dpa

Nur zwei Tage vor ihrem 34. Geburtstag darf sich die Bonner Meteorologin Insa Thiele-Eich über ein besonderes Geschenk freuen. Zusammen mit der Bundeswehr-Pilotin Nicola Baumann wurde sie am Mittwoch als erste deutsche Anwärterin für einen Flug zur internationalen Raumstation ISS nominiert. Die Tochter des früheren Astronauten Gerhard Thiele erhält nun zusammen mit der 32-jährigen Eurofighter-Fliegerin Baumann eine Ausbildung für eine Reise ins All. Wer von beiden am Ende dann den Flug antritt, soll aber erst ein Jahr vor dem Start feststehen.

Die Finalistinnen für eine Ausbildung zur ersten deutschen Astonautin
Sechs Finalistinnen standen am Ende bereit für eine Ausbildung zur ersten deutschen Astonautin. Der Jury fiel die Auswahl nach eigenen Angaben sehr schwer, da alle sechs für den Flug qualifiziert waren. Bildrechte: dpa

Seit März 2016 sucht die Initiative mit einem großen Casting nach einer geeigneten Kandidatin, die als erste Frau aus Deutschland bis 2020 zur ISS fliegen soll. Das Interesse war gewaltig, mehr als 400 Frauen aus der Forschung, der Medizin oder von der Bundeswehr bewarben sich. Mit dabei war unter anderem Christiane Heinicke aus Bitterfeld, die bereits an einem Experiment auf Hawaii teilgenommen hat, dass die einjährige, von der Menschheit abgeschottete Reise auf den Mars simuliert hatte. Beworben hatte sich auch Thorid Zierold vom Chemnitzer Naturkundemuseum. Beide schieden allerdings im Lauf des harten Auswahlprozess aus. Zuletzt waren neben Baumann und Thiele-Eich noch vier weitere Kandidatinnen übrig.

Die Bremer Luft- und Raumfahrttechnikerin Claudia Kessler, die den Wettbewerb gestartet hat, hofft auf die Vorbildrolle einer deutschen Astronautin. Diese soll jungen Mädchen praktisch zeigen, dass Frauen und Technik sehr gut zusammenpassen, und dass Berufseinsteigerinnen auf diesem Gebiet viele spannende Jobs bekommen können.

Darüber hinaus hofft die ESA-Mediziner auf wichtige Daten von einer Astronautin. Weil bislang insgesamt deutlich mehr Männer als Frauen ins All geflogen sind, gibt es immer noch wenige Erkenntnisse darüber, wie weibliche Körper auf die Schwerelosigkeit reagieren. Unter anderem die Berliner Charité hofft hier, von einer ersten Deutschen an Bord der ISS viel lernen zu können.

Die Initiative "Die Astronautin“ wird privat finanziert. Bis Ende April wird per Crowdfunding Geld im Internet gesammelt. Daneben suchen die Organisatoren auch nach Sponsoren.

Über dieses Thema berichtet MDR-Aktuell im Radio | 20.04.2017 | 05:51 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 20. April 2017, 09:51 Uhr