Epsilon Eridani 2/3
Astronomen haben bereits einen dem Jupiter ähnlichen Riesenplaneten im System Epsilon Eridani entdeckt. Vermutlich kreisen viele Monde um ihn. Bildrechte: IMAGO

Epsilon Eridani Unser Sonnensystem hat einen kleinen Bruder

Im Sternbild Eridanus, nur 10,5 Lichtjahre von der Erde entfernt, liegt Epsilon Eridani, kurz: eps Eri. Astronomen - unter ihnen auch Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena - haben nun erkannt, die Ähnlichkeit zwischen eps Eri und der Sonne ist verblüffend groß.

Epsilon Eridani 2/3
Astronomen haben bereits einen dem Jupiter ähnlichen Riesenplaneten im System Epsilon Eridani entdeckt. Vermutlich kreisen viele Monde um ihn. Bildrechte: IMAGO

Für Wissenschaftler ist der Blick in das Planetensystem um eps Eri, wie in die Vergangenheit unseres Sonnensystems zu schauen, denn eps Eri gleicht der Sonne. Der Unterschied liegt lediglich im Alter. Eps Eri ist viel jünger, erklärt Dörte Mehlert vom Deutschen SOFIA-Institut an der Universität Stuttgart:

Dörte Mehlert
Bildrechte: Deutsches SOFIA-Institut, Universität Stuttgart

Man schätz sein Alter auf eine halbe bis eine Milliarde Jahre. Unsere Sonne ist etwa viereinhalb Milliarden Jahre alt. Eps Eri gleicht sozusagen unserem System zu dem Zeitpunkt, als sich hier auf der Erde Leben entwickelt hat.

Dörte Mehlert, SOFIA-Institut
Epsilon Eridani
Ähnlich wie in unserem Sonnensystem kreisen auch um Epsilon Eridani zwei Asteroidengürtel, die aus ähnlichen Materialien bestehen. Bildrechte: imago/StockTrek Images

Diese Ähnlichkeit machte den Stern interessant. Ein internationales Forscherteam, zu dem auch Astronomen der Universität Jena gehörten, hat ihn mithilfe des Infrarot-Teleskops SOFIA nun genauer unter die Lupe genommen, beziehungsweise das Material, das ihn umgibt. Denn als eps Eri und seine Planeten entstanden sind, wurden auch Trümmerteile ins All geschleudert. Die Trümmer um Epsilon Eridani hat das Infrarot-Spezialteleskop SOFIA abgebildet.

Diese Strukturen – je nachdem, woraus sie bestehen – strahlen ihre Energie in unterschiedlichen Wellenlängen ab, vorzugsweise in Infrarot. Das ist die Wellenlänge, die wir mit SOFIA beobachten können. Die Trümmer, die das können, bestehen aus Gas, aus Staub, aus Fels- oder aus Eisenbrocken. Wir sind uns ziemlich sicher, dass sie aus ähnlichen Strukturen bestehen, wie sie im Asteroidengürtel in unserem Sonnensystem vorkommen.

Dörte Mehlert, SOFIA-Institut
Epsilon Eridani
Astronomen haben bereits einen dem Jupiter ähnlichen Riesenplaneten im System Epsilon Eridani entdeckt. Vermutlich kreisen viele Monde um ihn. Bildrechte: IMAGO

Den Stern eps Eri umgeben zwei Gürtel aus Felsbrocken, Staub und Metallen, genau wie unser Sonnensystem. Beide Sterne haben noch etwas gemeinsam: Einen riesigen Planeten auf einer ähnlichen Umlaufbahn. Um Epsilon Eridani kreist nämlich ein Himmelskörper, der dem Jupiter ähnelt. Und wahrscheinlich ist das nicht der einzige, sagt Dörte Mehlert.

Die Vermutung liegt nahe, dass da auch so ein Planet wie unsere Erde, ein Steinplanet, sein könnte. Der könnte auch eine Atmosphäre haben. Solche Planeten zu beobachten ist aber sehr schwierig, weil sie näher am Stern liegen und kleiner sind.

Dörte Mehlert, SOFIA-Institut

Das stellt die heutige Technik vor Probleme. Aus der großen Entfernung können kleinere Planeten vor einem hellen Stern kaum erkannt werden, sagt Mehlert. Würde man mit unseren Methoden aus dem Planetensystem um Epsilon Eridani in Richtung Sonnensystem blicken, würde man nämlich auch nur den riesigen Gasplaneten Jupiter erkennen.

Über dieses Thema berichtet MDR-AKTUELL: im Radio | 16.05.2017 | 09:51 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2017, 12:37 Uhr