Copernicus
Bildrechte: ESA

Weltraum-Optik aus Jena Satellit Sentilel 2B erfolgreich ins All gestartet

Als Sigmund Jähn um die Erde kreiste, hatte er ein technisches Meisterwerk an Bord. Die Multi-Spektral-Kamera MKF-6 aus dem VEB Carl Zeiss Jena. Aber auch heute ist Hightech-Optik Made in Jena im Weltall. Zum Beispiel in den neuen Setinel Satelliten der ESA, die nichts Geringeres leisten sollen, als die Erde zu beobachten - bis ins kleinste Detail. Der Start am Dienstag ist geglückt.

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Seit Dienstagnacht sind sie zu zweit: Vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in französisch Guyana (in Südamerika) hat eine Vega-Rakete hat Sentinel-2B ins All gebracht – so, wie zuvor den Zwilling Sentinel-2A.

Mit Copernicus die Welt überwachen

Ihren ersten Forschungssatelliten schickte die EU 2014 in den Orbit. Sein Ziel: den Zustand der Erde bis ins kleinste Detail zu beobachten. Der Satellit Setinel ist das wichtigste Werkzeug des europäischen Programms Copernicus, der globalen Umwelt- und Sicherheitsüberwachung. Setinel-1 ist der erste einer ganzen Reihe von Satelliten, die bis 2021 in All geschossen werden. Sie überwachen die Landmassen, die Vegetation, das Meer aber auch den Klimawandel, die Gletscher und sogar Katastrophen oder Grenzverletzungen in Echtzeit.

Die Setinel-Satelliten sind voller modernster Technik, doch die Schlüsseltechnologien sind optische Bildgebungsverfahren, die selbst Unsichtbares sichtbar machen können.

Setinel-2B

Der Satellit Sentinel-2B ist Teil des Umweltbeobachtungs-Programms Copernicus der ESA und der Europäischen Kommission - ein Paradebeispiel für gemeinschaftliche Arbeit in Europa.
Gemeinsam mit einem zweiten Satelliten wird Sentinel-2B die Erde in 100 Minuten umrunden - alle fünf Tage haben die Zwillinge die ganze Welt abgefilmt. Und das in höchster Präzision: bis auf zehn Meter genau ist die Auflösung ihrer Bilder. Möglich macht das auch eine Firma aus Jena. Die hoch spezialisierte Technik aus dem Hause Jena-Optronik soll Sentinel-2B in Position halten. Die Entwickler des Satelliten halten große Stücke auf die sogenannten Startracker aus Jena. Zu Deutsch: Sternensensoren.

"Ein Wahnsinnsspektrum in unheimlicher Genauigkeit"

Neben der Navigation ist weitere Technik aus Jena an Bord: Eine multispektrale Bildgebung. Wenn man so will ein Abkömmling der Fernerkundungs-Kamera, mit der schon Sigmund Jähn gearbeitet hat. Die Projektmanagerin von Sentinel-2, Gunn Schweickert, sagt: "Ein ganz wesentliches Design-Feature des Satelliten ist seine hohe spektrale Auflösung. Man kann farblich also ein Wahnsinnsspektrum in unheimlicher Genauigkeit auflösen und um das tun zu können, brauchten wir entsprechende Filter. Die werden auch von Jena-Optronik geliefert."

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Sentinel 2B macht Aufnahmen auf 13 Kanälen, im optischen und im nahen Infrarotbereich. Bildrechte: ESA


Diese Kameratechnik ermöglicht es den Sentinel-2-Satelliten Dinge abzubilden, die mit dem menschlichen Auge gar nicht zu sehen wären. Das Gerät wird aus 786 Kilometern Höhe Bilder im Infrarotbereich aufnehmen können. Die sind für die Umweltbeobachtung besonders wichtig.

Sentinel-2B hat optische Aufnahmegeräte an Bord. Das dient dazu, zum Beispiel die Vegetation, Wasserqualität, das Abschmelzen von Gletschern und Eismassen bestmöglich zu erfassen. Und die Genauigkeit dieser Daten ist einzigartig.

Dr. Josef Aschbacher, Direktor Erdbeobachtungsprogramme

Über dieses Thema berichtet der MDR im Radio: MDR Aktuell | 07.03.2017 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. März 2017, 12:30 Uhr