Die Grafik zeigt die geplante Raumstation der NASA um den Mond.
Die NASA-Grafik zeigt die geplante Station Deep Space Gateway (l) und das Raumfahrzeug Orion. Bildrechte: NASA

Deep Space Gateway Russland und USA planen Mondstation

Russland und die USA haben am Rande eines Astronauten-Kongresses in Australien erklärt, dass sie eine gemeinsame Raumstation im Orbit um unseren Mond planen.

Die Grafik zeigt die geplante Raumstation der NASA um den Mond.
Die NASA-Grafik zeigt die geplante Station Deep Space Gateway (l) und das Raumfahrzeug Orion. Bildrechte: NASA

Großprojekte im Weltall funktionieren nicht im Alleingang. Das ist auch den Weltraumgroßmächten USA und Russland klar, die seit 1998 gemeinsam an der ISS arbeiten. Jetzt planen beide Länder zusammen den nächsten großen Schritt bei der Erschließung des Weltalls - mit dem Projekt “Deep Space Gateway“, einer bemannte Raumstation, die um den Mond kreisen soll.

Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir zusammen am Bau der internationalen Raumstation Deep Space Gateway teilnehmen werden.

Igor Komarow, Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos

sagte Igor Komarow, Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, am Mittwoch bei einer Konferenz in Australien. Diese Erklärung zeigt die gemeinsame Vision beider Länder zur wissenschaftlichen Arbeit im Weltall, hieß es in einem NASA-Statement dazu.

Die NASA sieht in dem von ihr entwickelten Projekt einen Wegbereiter für die weitere Erforschung unseres Sonnensystems, insbesondere in Richtung Mars. Wie die amerikanische Raumfahrtagentur mitteilte, habe man innerhalb des vergangenen Jahres bereits Firmen beauftragt, Konzepte für eine derartige Station zu entwickeln. Sechs Firmen würden jetzt an den Deep Space Systemen arbeiten, deren Prototypen 2018 fertig sein sollen. Laut Aussagen von Roskosmos könnten erste Module zwischen 2024 und 2026 ins All gebracht werden.

Unser Beitrag kann der Bau von ein bis drei Modulen sowie die Entwicklung einheitlicher Standards für Andockmechanismen für Raumschiffe sein.

Igor Komarow, Roskosmos

Roskosmos-Chef Komarow erklärte außerdem, dass Russland Trägerraketen für den Transport ins All zur Verfügung stellen könne. Deep Space Gateway soll um den Mond kreisen. Von dort sollen Landungen auf dem Mond möglich sein aber auch Flüge tiefer ins Weltall - etwa zum Mars - vorbereitet werden können.

Nach der gemeinsamen Erklärung ist jetzt jedoch noch ein Vertrag der beiden Staaten nötig. Wie Komarow in Australien sagte, könnten auch weitere Staaten wie etwa Brasilien, Indien oder China an dem Großprojekt beteiligt werden. Auch die Europäische Weltraumagentur Esa hat bereits Interesse bekundet.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL: im Radio | 27.09.2017 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2017, 16:40 Uhr