Herz gibt einem weinenden Herzen ein Pflaster
Bildrechte: IMAGO

Broken Heart Syndrome Gebrochenes Herz - es liegt auch an den Genen

Ein gebrochenes Herz gibt es wirklich! Das sogenannte Broken-Heart-Syndrome fühlt sich an wie ein Herzinfarkt, ist ebenfalls lebensbedrohlich und tritt tatsächlich nach Liebeskummer oder bei Trauer auf. Ob es einen erwischt oder nicht, liegt in den Genen, haben Forscher jetzt herausgefunden.

Herz gibt einem weinenden Herzen ein Pflaster
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Schmerzen in der Brust und Luftnot - so kann sich ein Herzinfarkt anfühlen. Ärzte messen in dem Fall erhöhte Herzenzymwerte im Blut und sehen im EKG eine veränderte Herzstromkurve. Aber bei etwa zwei Prozent der Patienten mit solchen Symptomen verbirgt sich dahinter im wahrsten Sinne des Wortes ein gebrochenes Herz, das Broken-Heart-Syndrome. Vor allem Frauen nach den Wechseljahren sind betroffen. Bislang war völlig unklar, wie genau diese Erkrankung entsteht, demzufolge versprachen die Therapieansätze wenig Erfolg.

Der Grund ist ein sensibles Herz - aber es trifft nicht jeden

Diese lebensbedrohliche Funktionsstörung des Herzens, die Kardiologen auch Takotsubo-Syndrom nennen, tritt tatsächlich nach schweren Krisen wie Liebeskummer oder Trauer auf. Herzforschern der Universität Göttingen ist es nun erstmals gelungen, genetische Ursachen bei Patienten mit dem "Broken-Heart-Syndrom“ zu identifizieren. Dazu hatten sie Stammzellen von erkrankten Patienten entnommen und daraus schlagende Herzzellen gezüchtet.
An diesen konnten die Wissenschaftler unter Laborbedingungen beobachten, dass deren Betarezeptoren, die für Herzkraft und Herzfrequenz verantwortlich sind, Reize viel intensiver weiterleiten. Außerdem regieren diese Herzzellen viel sensibler auf Stresshormone als bei anderen Menschen. Es zeigte sich auch: Mit der Vermutung, dass nur Menschen mit bestimmten genetischen Voraussetzungen (medizinisch) ein gebrochenes Herz bekommen, lagen die Wissenschaftler richtig. Diese Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Journal of American College of Cardiology" veröffentlicht.

Dr. Katrin Streckfuss Boenecke
Bildrechte: MDR/Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Mit Hilfe dieser in der Kulturschale hergestellten Stammzellen konnten wir erstmals sichtbar machen, was genau am Herzgewebe von Betroffenen geschieht. Wir konnten bisher unbekannte Signalwegen identifizieren. Das ist für die Entwicklung neuer Therapieverfahren von besonderer Bedeutung.

Dr. Katrin Streckfuß-Bömeke, Senior-Autorin der Publikation

Über dieses Thema berichtete das MDR Fernsehen: Hauptache Gesund | 21.09.2017 | 21:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 29. September 2017, 10:14 Uhr