Frau am Pool
Bildrechte: IMAGO

Risiko Hautkrebs Salbe verspricht echte Bräune ohne Sonne

Wir wissen seit langem, dass Sonne unserer Haut schaden kann. Sie begünstigt die Faltenbildung und kann schlimmstenfalls Hautkrebs verursachen. Trotzdem gilt eine gepflegte Bräune noch immer als Schönheitsideal. US-Wissenschaftler haben jetzt eine Salbe entwickelt, die ohne Sonne bräunt, und dabei unsere Haut auch noch jung hält.

von Kathleen Raschke-Maas

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Die Forscher des Massachusetts General Hospital konnten nachweisen, dass ihr Präparat die Produktion von Melanin anregt, von Pigmenten in der Haut. Die rötlichen, braunen oder schwarzen Farbstoffe sind ein natürlicher Schutz gegen UV-Strahlung. Sie verdunkeln sozusagen die Haut, die der Sonne dann weniger Angriffsfläche bietet. Sogar rothaarige Menschen bildeten nach dem Auftragen der Salbe diesen Schutz, obwohl sie in der Sonne nie braun werden, sehr schnell einen Sonnenbrand bekommen und daher stärker zu Hautkrebs neigen. In ihren Tests konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Salbe tatsächlich die Bildung echter Pigmente anregt, so wie sie beim Sonnenbaden auch gebildet werden. Damit versprechen sie den gleichen Schutz vor UV-Strahlung.

Eine stärkere Pigmentierung durch die Salbe könnte bedeuten, dass wir das Risiko von Hautkrebs durch Sonne minimieren könnten. Das wäre wirklich großartig.

Dr. David Fisher, Studienleiter

Salbe bremst auch die Hautalterung

Neben dem Schutz vor Hautkrebs hält das Medikament auch noch den Alterungsprozess auf - das zumindest sagen die Forscher. Noch ist es nicht serienreif, es stehen weitere Tests an, bevor es zugelassen werden und in die Massenproduktion gehen kann. Bei bisherigen Untersuchungen hätten sich keine Anzeichen für Probleme gezeigt, so die Forscher. Ihr Plan ist, das Präparat mit herkömmlichen Sonnenschutzmitteln zu kombinieren. Damit würde ein großer Nachteil der Sonnencremes beseitigt werden. Diese schützen zwar vor dem UV-Licht, aber nur, so lange sie ausreichend auf der Haut verbleiben und nicht durch Sand und Wasser entfernt werden. Und ihr Schutz wirkt auch nur zeitlich begrenzt. Außerdem sorgen sie dafür, das die Haut weitgehend blass bleibt.

Das ist ein völlig neuer Ansatz in der Hautkrebsprävention. Auch wenn erst noch weiter geforscht werden muss, bis uns das im Alltag hilft, ist die Studie aus Massechusetts ein interessanter Anfang.

Matthew Gass, Britischer Dermatologenverband BBC

Der Wirkstoff, den die Forscher gefunden aber nicht preisgegeben haben, ist möglicherweise eine Abwandlung oder Weiterentwicklung von Forskolin - einem Extrakt aus den Wurzeln der Buntnessel. Der hatte bereits bei Experimenten mit Mäusen gezeigt, dass er die Hautzellen zur Bildung von Melanin anregt. Die menschliche Haut ist jedoch sehr viel dicker. Offenbar haben die Forscher dieses Problem jetzt gelöst. Veröffentlicht wurde ihre Forschung im Fachmagazin "CellPress".

Über dieses Thema berichtete das MDR Fernsehen HAUPTSACHE GESUND | 18.05.2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2017, 14:34 Uhr