Eine Godzilla-Meerechse( Amblyrhynchus cristatus godzilla) schwimmt im Wasser auf den Galapagos-Inseln.
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Artenvielfalt Godzilla lebt! Forscher entdecken neue Meerechse

Dem Kinomonster Godzilla möchte man möglichst nicht begegnen, der gleichnamigen Meerechse im Galapagos-Archipel schon eher. Sie ist eine von fünf neuen Unterarten, die Wissenschaftler aus Braunschweig entdeckt haben. Warum vergeben Wissenschaftler so einen Namen an ein harmloses Tier?

Eine Godzilla-Meerechse( Amblyrhynchus cristatus godzilla) schwimmt im Wasser auf den Galapagos-Inseln.
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Ganz einfach: Diesen Namen merkt sich einfach jeder. Und damit ist die zoologische Neuentdeckung auch gleich in aller Munde, selbst wenn sie am anderen Ende der Welt zu Hause ist.

Damit wollten wir auf die Besonderheit und die Schutzwürdigkeit dieser Tiere aufmerksam machen.

Sebastian Steinfartz, Zoologisches Institut der TU Braunschweig

Es gibt aber noch einen anderen Grund für die Namenswahl:

Seit 2012 untersucht Steinfartz gemeinsam mit Kollegen aus aller Welt die genetische Vielfalt der Meerechsen im gesamten Galapagos-Archipel. Dabei fand das Forscherteam heraus, dass dort elf Unterarten leben, eine davon ist die jetzt neu entdeckte Godzilla-Meerechse (Amblyrhynchus cristatus godzilla).

Kleine Wunder der Evolution in Gefahr

Die Galápagos-Meerechsen (Amblyrhynchus cristatus) sind weltweit die einzigen Echsen, die sich an das Meer als Lebensraum gebunden und entsprechend angepasst haben. Sie kommen nur im Galapagos-Archipel vor und gehören zu den einzigartigen Ergebnissen der Evolution, die untrennbar mit dieser Inselgruppe verbunden sind. Aber gerade weil sie sich so auf diesen Lebensraum spezialisiert haben und nirgendwohin ausweichen können, sind sie Störfaktoren schutzlos ausgeliefert. Verwilderte Katzen, Ölverschmutzung, Tankerhavarien und Hotelanlagen an den Küsten machen ihnen schwer zu schaffen.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass diese einzigartigen Tierart besser geschützt wird und hoffen, dass unsere Forschungsergebnisse dazu beitragen.

Sebastian Steinfartz, Zoologisches Institut der TU Braunschweig

Viel Aufmerksamkeit für die Meerechsen durch einen spektakulären Namen ist ja schon mal ein Anfang. Dieses Kniffes haben sich übrigens auch schon andere Biologen bedient:

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.05.2017 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2017, 12:39 Uhr