Quaddeln und Knötchen auf Arm durch eine allergische Reaktion
Rote, juckende Pusteln: Das war eine Herbstmilbe Bildrechte: IMAGO

Heftiger Juckreiz Die Herbstmilbe: Winziger roter Plagegeist

Im Herbst, wenn es kaum noch Mücken gibt, plagt ein kleines Spinnentier die Menschen: Die Herbstmilbe. Jetzt, wenn die Sonne scheint, saugt sie an ihren Opfern und hinterlässt heftig juckende, rote Pusteln.

Quaddeln und Knötchen auf Arm durch eine allergische Reaktion
Rote, juckende Pusteln: Das war eine Herbstmilbe Bildrechte: IMAGO

Sie ist gelblich-rot und mit dem bloßen Auge kaum zu sehen: 0,3 Millimeter ist die Herbstmilbe groß, zumindest wenn sie grade frisch geschlüpft ist. Denn nur in diesem Stadium, als Larve, ist sie für den Menschen so unangenehm. In kleinen Gruppen sitzen die Herbstmilben auf Grashalmen oder in Laubstreu und warten darauf, dass ihr Mittagessen vorbeikommt, sagt Axel Christian vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz.

Die Milben gehen auf den Menschen über. Dort gibt eine Milbe ein wenig Speichel ab und erzielt damit auf der Haut eine anästhesierende Wirkung. Außerdem wird so ein kleiner Kanal ausgelöst, in dem sich Lymphflüssigkeit und manchmal auch etwas Blut sammelt. Das saugt die Milbe dann auf. Das dauert mehrere Stunden und dann fällt die Milbe auch wieder ab vom Menschen.

Axel Christian, Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz
Dr. Axel Christian an seinem Arbeitsplatz im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz.
Zoologe und Milbenkundler Dr. Axel Christian. Bildrechte: Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

Der hat bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts bemerkt von seinen Besuchern. Das bleibt auch noch so, erst Stunden oder sogar Tage später beginnt ein fürchterlicher Juckreiz und es bilden sich rote Pusteln: Die Erntekrätze. "Aber eine Krätze im Sinne der gleichnamigen Krankheit ist es nicht", sagt Axel Christian. Die richtige Krätze werde durch Milben erzeugt, die sich in die Haut eingraben und dort blieben.

Die Herbstmilbe ist dagegen kein Dauergast. Wie sie vorkommt, sei schwierig zu prognostizieren, sagt Christian. Sie ist zwar weit verbreitet, aber lokal konzentriert.

Vor 20 oder 25 Jahren gab es diese Milbe überwiegend in Süddeutschland, aber auch in Österreich und in der Schweiz. Heutzutage haben wir aber auch eine ganze Menge Bereiche, die in Nord- und Ostdeutschland liegen.

Axel Christian

Besonders gerne mögen die kleinen Krabbeltiere sonnige und trockene Tage. Dann halten sie sich an abgeernteten Feldrändern auf, aber auch in Parks, Waldbereichen und Gärten sind sie zu finden, vor allem in der Nähe von Komposthaufen. Wenn man all diese Orte nicht meiden möchte, kann man auf altbekannte Mittel zurückgreifen.

Alles, was Sie gegen Gliederfüßer, also Zecken, auch gegen Mücken oder anderes verwenden können, also so genannte Repellentien, können Sie natürlich auch als Schutz gegen die Erntemilbe verwenden. Da fällt mir beispielsweise Autan ein, aber es gibt da sicherlich auch eine ganze Menge anderer Sachen.

Axel Christian

Übrigens ist ihre aktive Zeit schon fast wieder vorbei. Zwar heißen sie Herbstmilben, doch den gesamten Herbst überdauern sie gar nicht. Meist endet der Spuk schon Ende September. Nur wenn der Herbst besonders warm wird, bleiben sie bis in den Oktober erhalten. Danach sieht es aber grade nun wirklich nicht aus.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL: im Radio | 28.09.2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2017, 12:00 Uhr