ClipX | Evil Lego
Bildrechte: YouTube/Reto Hochstrasser

Verrückte Professuren Britische Universität sucht den Lego-Professor

Das klingt nach einem echten Traumjob für viele große und kleine Kinder: Die renommierte britische Universität Cambridge sucht einen Lego-Professor für ihr Spiel-Forschungszentrum. Doch was nach Spaß klingt, hat einen wissenschaftlichen Hintergrund: Der neue Professor für Spiel, Entwicklung und Lernen soll erforschen, welchen Einfluss das Spielen auf Kinder hat. Und auch hierzulande gibt es so einige Professoren, die auf den ersten Blick echt verrückt klingen.

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Der künftige Lego-Professor an der britischen Cambridge Universität dürfte in seinem neuen Forschungszentrum beste Voraussetzungen vorfinden. Denn Partner ist ist die Lego-Stiftung des dänischen Herstellers der bunten Plastik-Bausteine. Gemeinsam mit der Universität hat sie die Einrichtung für Spiel in Bildung, Entwicklung und Lernen (Pedal) bereits vor einem Jahr ins Leben gerufen.

Der neue Professor soll es leiten und sich mit der Rolle des Spielens und des Spieltriebs beim Lernen beschäftigen. Denn die ist bisher nur wenig erforscht, sagte Pedal -Interimsleiterin Anna Vignoles der britischen Zeitung "Guardian". Es werde zwar behauptet dass es beim Lernen helfe, wichtig und gut für das Kind sei. "All das könnte wahr sein, aber es gibt in Wirklichkeit wenig Beweise", so Vignoles.

Doch auch in Deutschland gibt es einige Wissenschaftler, die sich mit dem Spielen in all seinen Varianten beschäftigen. An der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle zum Beispiel beschäftigt sich eine ganze Studienrichtung mit Spiel- und Lerndesign. So verrückt wie die Lego-Professur klingt, ist sie also gar nicht.

Die zehn "verrücktesten" Professuren

Auch wenn es den Lego-Professor nur in Großbritannien geben wird, muss die deutsche Hochschullandschaft sich in Sachen kuriose Professuren nicht verstecken. Hierzulande haben die Hochschulen noch ganz anderes zu bieten.

Platz 10: Der Shopping-Professor

Regale im Supermarkt.
Der Shopping-Professor kennt die Dramaturgie des Supermarkts. Bildrechte: IMAGO

Warum kaufen wir bestimmte Produkte und wohin wandern unsere Blicke beim Shoppen? Das sind Fragen mit denen sich Prof. Oliver Büttner von der Universität Duisburg-Essen beschäftigt. Er ist Professor für Wirtschaftspsychologie und weiß sehr genau, wie zum Beispiel Supermärkte aufgebaut sein müssen, damit Kunden besonders viel kaufen. Die Dramaturgie des Einkaufs ist sozusagen sein Forschungsfeld.

Platz 9: Der Namen-Professor

Wieso heißt ein Ort so wie er heißt? Woher kommen eigentlich die unterschiedlichen Familiennamen? Wenn das jemand ganz genau weiß, dann Onomastik-Professor Jürgen Udolph. Hinter dem Begriff Onomastik versteckt sich die Disziplin der Namenskunde. Udolph ist emeritierter Professor der Universität Leipzig und war dort am Namenkundlichen Zentrum tätig. Heute beschäftigt er sich noch immer mit Familien- und Ortsnamen - unter anderem für MDR THÜRINGEN und MDR 1 RADIO SACHSEN.

Platz 8: Der Kosmetik-Professor

Ein geöffneter Cremetiegel steht zwischen Lippenstiften und einem Kosmetikpinsel.
Der Kosmetik-Professor hat eher etwas mit Chemie zu tun. Bildrechte: IMAGO

Der Kosmetik-Professor kennt sich auch mit Waschmittel und Reinigungsmitteln sehr gut aus und ist trotzdem nicht aktiver im Haushalt als andere Menschen. Denn Professor Thomas Gassenmeier leitet den Studiengang "Technologie der Kosmetika und Waschmittel" an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Und dabei handelt es sich um eine ingenieurwissenschaftliche Anwendung der Kolloidchemie. Oder einfacher gesagt: Schwerpunkt ist laut Hochschule "die Entwicklung und Produktion von kosmetischen Produkten und Wasch- und Reinigungsmitteln im industriellen Maßstab sowie die Qualitätssicherung und Wirksamkeitsprüfung dieser Produkte".

Platz 7: Die Professorin für Freizeit

Das klingt nach dem Traumjob schlechthin: Professorin im Fach Angewandte Freizeitwissenschaft. So entspannt, wie das klingt, dürfte der Arbeitstag für Renate Freericks an der Hochschule Bremen wahrscheinlich nicht wirklich sein. Denn als Professorin für Pädagogische Freizeit- und Tourismuswissenschaft beschäftigt sie sich mit den Studierenden eher mit der Freizeit anderer Leute: Es geht unter anderem um den Bereich Tourismus und Freizeitmanagement.

Platz 6: Der Pop-Professor

Musik kann man hören und Texte verstehen. Professor Hartmut Fladt von der Universität der Künste Berlin kann sogar Musik verstehen. Der Musikwissenschaftler beschäftigt sich natürlich nicht nur mit Popmusik, aber auch die kann er hervorragend erklären. Deshalb analysiert er unter anderem für radioeins vom RBB Songs und erklärt, warum sie so funktionieren, wie sie funktionieren. Und Komponist ist er dazu natürlich auch noch.

Platz 5: Der Professor für Fußballfans

An der Universität Würzburg gibt es einen ganz besonderen Fußballfan: Professor Harald Lange hat das Hobby zum Beruf gemacht und das erste Institut für für Fankultur gegründet. Dort beschäftigt sich der Sportwissenschaftler gemeinsam mit Kriminologen und Psychologen mit dem Fan als unbekanntes Wesen. Das Hauptforschungsobjekt sind Fußballfans. Und gerade für diese oft vorverurteilte Gruppe will er mit seiner Forschung eine Lanze brechen.

Platz 4: Die RoboCup-Professoren

Dass an deutschen Hochschulen zum Thema Robotik geforscht und an echten Robotern gebastelt wird, ist nicht so ungewöhnlich. Dass die Roboter aber als Fußballteam in einem internationalen Wettbewerb der intelligenten Roboter mit mehr als 3.000 Teilnehmern antreten dagegen schon. Das Nao-Team der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig tritt regelmäßig erfolgreich bei diesem Roboter-Fußballturnier an - betreut von den Informatik-Professoren Klaus Bastian und Johannes Waldmann.

Platz 3: Der Bier-Professor

Seinen Fachbereich der Technischen Universität Berlin kann man wohl getrost als typisch Deutsch bezeichnen: Frank-Jürgen Methner ist Professor für Brauwesen. Und hier dreht sich natürlich alles rund ums Bier: um Forschung, Lehre und Beratung. Das Brauwesen befindet sich in dem 1874 gegründeten Institut für Gärungsgewerbe und Biotechnologie (IfGB).

Platz 2: Die Skeleton-Professorin

Alexander Auer
Eine Wissenschaft für sich: Skeleton. Bildrechte: IMAGO

Wissenschaft kann Sportler besser und erfolgreicher machen. Deshalb gibt es an der Universität Leipzig eine Einrichtung, die genau das erreichen soll: Das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft. Es ist das zentrale Forschungsinstitut des deutschen Spitzen- und Nachwuchsleistungssports und unterstützt rund 1.000 Sportler mit ihren Trainern aus 19 Sommersportarten und sechs Wintersportarten - darunter auch Skeleton. Und mit dieser Kraft-Technik-Sportart beschäftigt sich die außerplanmäßige Professorin Dr. Ilka Seidel. Ihre Fachgruppe arbeitet an der Weiterentwicklung des Athletik- und Techniktrainings für den Start und Sprint im Skeleton-Sport.

Platz 1: Der Sex-Professor

Es ist fast unmöglich beim Studiengang Angewandte Sexualwissenschaft nicht sofort auf schmutzige Gedanken zu kommen. Und natürlich geht es hier auch um die schönste Nebensache der Welt, allerdings weniger praktisch, als der Name zunächst vermuten lässt. Im Studiengang von Konrad Weller, Professor für Psychologie und Sexualwissenschaft an der Hochschule Merseburg, geht es um die wissenschaftliche Analyse zur Wahrung und Durchsetzung sexueller Selbstbestimmung. Dabei liegt der inhaltliche Fokus auf den Bereichen Bildung und Beratung im Kontext von Sexualität, Partnerschaft und Familienplanung.

Über das Thema berichtet MDR Jump im Radio | 20.01.2017 | 15:25

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2017, 13:45 Uhr