Schwangerschaft
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Studie bestätigt Schwangerschaft ab 40 birgt hohe Risiken

Mütter werden immer älter. Statistisch gesehen, bekommen immer mehr Frauen in Deutschland ihre Kinder spät. Der Anteil derer, die mit über 40 noch ein Kind bekommen hat sich in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt und lag 2015 bei fast fünf Prozent. Das birgt Risiken, nicht nur für das Kind, auch für die Mutter, wie diese Woche eine Studie aus Nordamerika bestätigt.

von Karolin Dörner

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Dass Schwangerschaften risikoreicher werden, je älter die Frau wird, ist nichts Neues. Nur oft würde dabei hauptsächlich das Wohl der Säuglinge bedacht, befanden Wissenschaftler der Universität in British Columbia in Kanada. In ihrer Studie konzentrierten sie sich daher auf die Mütter. Im Fachmagazin "PLOS Medicine" schreiben sie:

Ältere Frauen über 40 wiesen deutlich höhere Raten der schlimmsten und möglicherweise lebensbedrohlichen Krankheiten auf, wie Nierenversagen, Schock, Fruchtwasserembolie und akuter Herzstillstand. Die Rate der Morbidität bei Frauen über 50 könnte höher liegen als die des Säuglings.

Studie der University of British Columbia, Vancouver

Zu diesen Ergebnissen kommen die Forscher, nachdem sie die Gesundheitsdaten von über 800.000 Schwangeren aus dem US-Bundesstaat Washington ausgewertet hatten. Dabei verglichen sie die Daten der älteren Schwangeren mit denen der Ende-20-jährigen. Das Ergebnis: Bei Schwangeren Anfang 40 stieg vor allem das Risiko der Fruchtwasserembolie. Bei einer solchen Embolie dringt während der Entbindung Fruchtwasser in den mütterlichen Kreislauf ein, was tödlich enden kann. Bei Frauen ab 50 lag das Gesamtrisiko nochmal deutlich höher, bei insgesamt mehr als sechs Prozent. Ältere Frauen seien eben auch öfter gesundheitlich vorbelastet, gibt Anja Radusch zu Bedenken. Sie ist Oberärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle.

Das kann unter anderem einhergehen mit vorbestehenden Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Diabetes, was sich durch eine Schwangerschaft erstmal verkomplizieren kann.

Dr. Anja Radusch

Hierauf hätte aber nicht nur das Alter Einfluss, so die Ärztin. “Gerade Übergewicht ist so ein hoher Risikofaktor für weitere Erkrankungen, wie Bluthochdruck und Diabetes. Da kann man also eine ganze Menge tun.“ Angefangen mit den Klassikern: Gesund ernähren, nicht rauchen, viel bewegen und so weiter. Das gilt letztlich für alle Schwangere, egal wie alt. Doch selbst dann steigt das Risiko ganz klar mit dem Alter.

Dr. med. Anja Radusch zu Bedenken, Oberärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle
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Man weiß, dass die Rate an Fehlgeburten erhöht ist und die Risiken anderer Schwangerschaftskomplikationen. An erster Stelle haben Studien gezeigt, dass Frauen, die 40 sind und älter, kleinere und zartere Kinder zur Welt bringen, als jüngere Frauen.

Dr. Anja Radusch

In Deutschland liegt das Durchschnittsalter der ersten Geburt derzeit bei 29 Jahren. Es gibt aber deutliche regionale Unterschiede: Städte wie Starnberg, München, Heidelberg oder Baden Baden sind Spitzenreiter was das Alter der Mütter angeht. Das statistische Bundesamt beziffert: Im Schnitt sind dort rund sieben Prozent der Mütter Ü-40. Den Gegenpol findet man in Ostdeutschland. So zeigt die Statistik, dass man im Süden Sachsen-Anhalts - in Mansfeld-Südharz - kaum Frauen finden wird, die ab 40 noch ein Kind bekommen haben.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL im Radio | 03.06.2017 | 10:021 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2017, 14:56 Uhr