Eine Frau liegt im Bett neben ihrem schlafenden Partner
Bildrechte: Colourbox.de

Neue Studien Schlafmangel schlecht für Herz und Hirn

Erst vor kurzem haben französische Wissenschaftler nachgewiesen, dass Schlafmangel bei Jugendlichen direkten Einfluss auf die Zensuren hat. US-Forscher zeigen nun mit neuen Studien, dass zu wenig Schlaf schwere gesundheitliche Folgen haben kann. Bei Risikopatienten verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit für Herzinfarkte. Und Experimente mit Mäusen zeigen, dass Schlafmangel die Synapsen im Gehirn zerstören kann.

Eine Frau liegt im Bett neben ihrem schlafenden Partner
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“Die Auswirkung des metabolischen Syndroms auf die Mortalität wird durch reale Kurzzeit-Schlafdauer verändert“. So lautet die Überschrift der Studie von Schlafexperten der Pennsylvania State University, Hershey/USA. Und das bedeutet: Bei Menschen mit Übergewicht, hohem Blutdruck, erhöhten Cholesterin-Werten oder Diabetes verdoppelt sich das Risiko eines Herzinfarktes, wenn sie zu wenig schlafen. Zu wenig heißt unter sechs Stunden.

Dafür untersuchten die Forscher 1.300 Probanden über einen Zeitraum von im Schnitt 16,6 Jahren. Allerdings konnten die Ergebnisse noch nicht den Umkehrschluss belegen. Deshalb schrieben die Forscher: "Zukünftige klinische Studien sollten untersuchen, ob mehr Schlaf die Prognose von Personen  mit metabolischem Syndrom verbessert."

Metabolisches Syndrom Ist keine Krankheit an sich. Umgangssprachlich wird auch der Begriff "Wohlstandssyndrom“ benutzt. Es bezeichnet verschieden Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hohen Blutzucker. Mediziner schätzen, dass jeder 5. Deutsche ein metabolisches Syndrom besitzt.

Synapsen werden "gefressen"

Wenn wir schlafen, schrumpfen unsere Synapsen und verlieren Teile ihre Proteine. Das ist gut, denn es schafft Platz für das Wachstum am nächsten Tag. Wenn wir zu wenig schlafen, kann das jedoch dazu führen, dass die Synapsen zerstört werden. Das haben Wissenschaftler der University of Wisconsin-Madison/USA herausgefunden. Diese Schäden, so die Untersuchung, die im "Journal of Neuroscience“ veröffentlicht wurde, könnten langfristig wirken. Mit anderen Worten: Schlafmangel wäre damit eine mögliche Ursache für Alzheimer.

Die Wissenschaftler haben dazu Mäuse unter Schlafentzug gesetzt und mit normal schlafenden Mäusen verglichen. Bei den Untersuchungen fanden sie heraus, dass durch den Schlafverlust die Astrozyten – u.a. zuständig für die Ernährung der Neuronen aber auch für die Beseitigung abgestorbener Zellen im Gehirn – sehr viel aktiver waren als bei ausgeschlafenen Mäusen. Diese erhöhte Aktivität führte zu dazu, dass die Synapsen regelrecht aufgefressen wurden, so die Forscher, und genau das kann das Gehirn anfälliger für Demenzerkrankungen machen.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL: im Radio | 30.03.2017 | 05:48 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Mai 2017, 13:44 Uhr