Modell einer Baustelle für die Verlegung des Erdkabels für die Stromtrasse "SuedLink". Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa

Studien geplant Wie gefährlich sind die neuen Stromtrassen?

Die Bundesregierung will in den kommenden Jahren die Gesundheitsrisiken der neuen Stromtrassen untersuchen lassen. Für die Studie sollen 18 Millionen Euro ausgegeben werden. Finanziert durch das Bundesumweltministerium.

Modell einer Baustelle für die Verlegung des Erdkabels für die Stromtrasse "SuedLink". Bildrechte: MDR/Thomas Kalusa

Haben die geplanten neuen Stromtrassen Auswirkungen auf die Gesundheit? Bisher gibt es keine Hinweise auf negative Folgen. Und die Gesetzeslage in Deutschland sei klar. “Wir sind überzeugt, dass wir alle gut gesichert sind durch die gesetzlichen Regelwerke“, sagte die Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz, Inge Paulini, am Dienstag in Berlin. Aber es gebe wissenschaftliche Fragen und Verdachtsmomente, die zu Sorgen bei der Bevölkerung führen würden. Das betrifft z.B. mögliche gesundheitsrelevante Wirkungen schwacher niederfrequenter Felder. Wissenschaftliche Unsicherheiten in der Risikobewertung bestehen auch bezüglich statischer elektrischer Felder, wie sie in der Umgebung der geplanten Gleichstromleitungen (HGÜ-Leitungen) vorkommen.

“Die Fragen der Bürgerinnen und Bürger, ob mit den geplanten Starkstromleitungen gesundheitliche Auswirkungen verbunden sind oder sicher ausgeschlossen werden können, müssen wir als Staat selbstverständlich beantworten“, sagte Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesumweltministeriums, bei der Vorstellung des Projektes.

Rita Schwarzelühr-Sutter
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Das Bundesamt für Strahlenschutz als wissenschaftlich unabhängige Institution ist dabei eine kompetente und glaubwürdige Stimme.

Rita Schwarzelühr-Sutter

In den nächsten sechs Jahren sollen insgesamt 33 Studien durchgeführt werden. Wie das Bundesamt für Strahlenschutz mitteilt, geht es dabei um die Bereiche wie “Epidemiologie und Biologie, Exposition und Dosimetrie und Risikokommunikation“. Ziel sei es, wissenschaftliche Unsicherheiten "hinsichtlich der möglichen Risiken durch statische und niederfrequente Felder“ zu klären und wenn nötig Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Untersucht werden soll zum Beispiel, ob es einen Zusammenhang von sogenannten niederfrequenten Magnetfeldern mit Krankheiten wie Demenz, Parkinson oder ALS gibt, und ob sie bei Kindern das Risiko für Leukämie erhöhen können. Die Frage, ab wann elektrische und magnetische Felder wahrgenommen werden können, sowie das Risikobewusstsein der Bevölkerung sollen ebenfalls Themen sein.

Über dieses Thema berichtete das MDR FERNSEHEN: THÜRINGEN JOURNAL | 30.05.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2017, 14:40 Uhr