Frau putzt Kühlschranktür
Einfach mal ganz entspannt die Profis putzen lassen. Bildrechte: IMAGO

Einfach etwas Zeit kaufen Putzen macht glücklich - wenn es jemand anderes macht

Geld allein macht nicht glücklich? Das kann man so eindeutig nicht sagen, denn mit Geld kann man sich ja Dinge kaufen, die glücklich machen: Zeit zum Beispiel. Denn wenn man zeitaufwändige Haushaltsaufgaben wie etwa den Hausputz einfach einem Profi überlässt, spart das ein paar Stunden pro Woche im Zeitbudget - und das macht glücklich! Das legt jetzt zumindest eine Studie aus dem kanadischen Vancouver nahe.

Frau putzt Kühlschranktür
Einfach mal ganz entspannt die Profis putzen lassen. Bildrechte: IMAGO

Putzen und Kochen machen einer kanadischen Studie zufolge tatsächlich tendenziell glücklicher. Und zwar genau dann, wenn man diese Arbeiten nicht selbst erledigen muss.

Menschen, die Haushaltshilfen für das Putzen der Wohnung oder andere Arbeiten im Haushalt bezahlen, würden sich sozusagen "Zeit kaufen", berichten die Forscher um Psychologie-Professorin Elizabeth Dunn von der University of British Columbia in Vancouver. Menschen, die sich so mehr freie Zeit verschaffen, betrachten sich demnach selbst als deutlich zufriedener als solche, die das nicht tun. Die Ergebnisse der Studie haben die Forscher im Fachblatt "Proceedings" der US-amerikansichen Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht.

Geld zu benutzen, um Zeit zu kaufen, kann ein Stoßdämpfer gegen Zeitmangel sein und so Glück fördern.

Elizabeth Dunn, University of British Columbia
Porträt-Foto der Psychologie-Professorin Elizabeth Dunn von der University of British Columbia in Kanada.
Psychologie-Professorin Elizabeth Dunn Bildrechte: Todd Duncan

Die kanadischen Wissenschaftler haben für ihre Studie mehr als 6.000 Menschen aus den Vereinigten Staaten von Amerika, Dänemark, Kanada und den Niederlanden befragt. Die Teilnehmer hätten unterschiedliche Hintergründe, so die Forscher. Unter den Probanden seien demnach auch Millionäre gewesen. Es machte der Studie zufolge allerdings im Ergebnis überhaupt keinen Unterschied, wie viel Geld die Menschen verdienten oder wie viel sie für eine Haushaltshilfe ausgaben: Wer sich Zeit kaufte, fühlte sich zufriedener.

Knausrige Millionäre

Doch tatsächlich ist es so, dass viele Menschen kein Geld für eine Haushaltshilfe ausgeben würden, obwohl sie es sich leisten könnten, berichten die Wissenschaftler. So habe knapp die Hälfte der 818 befragten Millionäre angegeben, kein Geld auszugeben, um Haushaltspflichten an andere Menschen zu übergeben. Für dieses Verhalten identifizieren die kanadischen Forscher zwei mögliche Gründe: Es könne kulturelle Ursachen haben oder am Geschlecht liegen. Denn viele Frauen hätten heute immer noch das Gefühl, sie müssten alle Pflichten im Haushalt selbst erledigen - selbst dann, wenn sie es sich leisten könnten, eine professionelle Haushaltshilfe dafür zu bezahlen.

Psychologie-Professorin Elizabeth W. Dunn Elizabeth Dunn ist Glücksforscherin. Am Institut für Psychologie an der University of British Columbia im kanadischen Vancouver forscht sie an der Frage, welchen Einfluss Zeit, Geld und Technologie auf unser Glücksgefühl haben. Sie publiziert über ihre Forschung in Fachzeitschriften, schreibt und erklärt sie aber auch verständlich für Jedermann in Vorträgen und dem Buch "Happy Money: The Science of Happier Spending", dass sie gemeinsam mit Harvard-Professor Michael Norton verfasst hat.

Philippe Tobler spricht über seine Forschungsarbeit
Bildrechte: Philippe Tobler

Professor Philippe Tobler erläutert, wie Schenken und Glücklich sein im Gehirn miteinander verknüpft sind.

Di 11.07.2017 11:49Uhr 01:05 min

http://www.mdr.de/wissen/mensch-alltag/video-120940.html

Rechte: Universität Zürich

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Über dieses Thema berichtet MDR : im Radio | 24.07.2017 | : Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2017, 21:00 Uhr