Die NanoCar-Piloten des Teams der TU Dresden in blauen Laboranzügen stehen in einem Labor und steuern ihr Fahrzeug.
Bildrechte: CEMES / CNRS Photothèque

NanoCarRace 3. Platz für TU Dresden bei der Weltpremiere

Es war eine Premiere – das erste Rennen mit "Autos“, die nur aus einzelnen Molekülen bestehen. Zwei französische Wissenschaftler hatten die Idee und Teams aus neun Unis und Forschungseinrichtungen aus Europa, Japan und den USA kamen am Wochenende nach Toulouse. Darunter auch das "Windmill-Team“ der TU Dresden, das in der Gesamtwertung auf Platz 3 kam und beim ersten echten Wettrennen von vier Teams gegeneinander sogar den 2. Platz holte.

Die NanoCar-Piloten des Teams der TU Dresden in blauen Laboranzügen stehen in einem Labor und steuern ihr Fahrzeug.
Bildrechte: CEMES / CNRS Photothèque

NanoCar - der Begriff hinkt ein wenig. Denn eigentlich sind es keine Autos, eher winzige Schubkarren, die mit Elektronen aus einer ebenfalls nur molekülgroßen Metallspitze angeschoben werden. Die Fahrbahn dagegen ist aus purem Gold. Statt Fernsehkameras ist allerdings ein Hochleistungselektronenmikroskop nötig. Das kann zwar nicht "live" übertragen, aber es zeigt den Piloten mit sienen Aufnahmen, wo die Fahrzeuge gerade sind. Zwei Wettbewerbe standen bei der Premiere auf dem Programm. Zum einen ging es darum, innerhalb von höchstens 36 Stunden eine Strecke von 100 Nanometern hinter sich zu bringen. Hier gewann das gemischte Team der Unis Graz (Österreich) und Rce (Houston/USA). Sie schafften 150 Nanometer in 90 Minuten.

Zwischenzeitlich haben wir Geschwindigkeiten von über 300 Nanometer pro Stunde erreicht.

Leonhard Grill, Uni Graz science.ORF.at.
das Nanocar des Windmillteams der TU
Das Nanocar des Windmillteams der TU Dresden. Bildrechte: TU Dresden

Im zweiten Wettbewerb traten vier NanoCars gegeneinander an – hier konnten die Österreicher ihren Erfolg nicht wiederholen. Das Team der Uni Basel gewann und die TU Dresden kam auf einen sehr guten 2. Platz. "Was aber viel wichtiger ist“, so Dr. Francesco Moresco, die das TU Dresden-Team leitete, "ist die Tatsache, dass es überhaupt zum ersten Mal gelang, auf einer Oberfläche vier einzelne Objekte zu bewegen.“ Denn das, so die Forscherin, hat bisher noch niemand geschafft. Und auch dafür war dieser Wettbewerb gut, neben der Aufmerksamkeit für das Thema Nano-Forschung, die vielen Menschen immer noch unbekannt ist. "Wir machen  hier Grundlagenforschung“, so Moresco.

Wie die sich in der Praxis auswirkt, weiß heute noch niemand. "Aber irgendwann haben wir vielleicht  molekulare Elektronik. Dann ist ein einzelnes Molekül ein Schalter.“ Das sind Größenordnungen, von denen wir heute noch weit entfernt sind. Rechner, die auf molekularer Ebene arbeiten, mit noch kleineren Chips und das vielleicht sogar billiger als heute.

Dr. Francesca Moresco
Bildrechte: TU Dresden/Florian Nickel

Wenn man ein Molekül gefunden hat, dass man dafür verwenden will, dann kann man es chemisch sehr einfach synthetisieren, zu geringen Kosten.

Dr. Francesco Moresco, TU Dresden

Die TU Dresden arbeitet am Projekt eines Nano-Rechners. Aber auch molekulare Maschinen sind denkbar. Wenn man einzelne Moleküle gezielt bewegen kann, dann sind auch Roboter auf Nanobasis möglich.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL im Radio | 28.04.2017 | ab 05:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2017, 11:56 Uhr