Die Erde aus rund 36.000 Kilometern Entfernung
Bildrechte: NOAA/NASA

Neuer US-Wettersatellit So scharf haben Sie die Erde noch nicht gesehen

Die Bilder sprechen für sich. Die US-Wetter- und Klimabehörde NOAA hat erste Fotos ihres neuen Wettersatelliten GOES-16 veröffentlicht. Und sie zeigen die Erde so detailliert wie bisher kein Satellit. Damit soll die Wettervorhersage genauer werden.

Die Erde aus rund 36.000 Kilometern Entfernung
Bildrechte: NOAA/NASA

Als am 19. November um 18.42 Uhr die Atlas V-Rakete der Nasa erfolgreich in Cape Canaveral abhob, atmeten die Wetterexperten der US-Wetter- und Klimabehörde NOAA auf. Ihr neuer Wetter-Satellit GOES-16 hatte seine erste Etappe geschafft. An Bord: Beobachtungsgeräte einer neuen Generation. “Advanced Baseline Imager“ heißen sie und versprechen höhere Auflösungen, schnellere Bildverarbeitung und mehr Spektralbänder, die die Erde auf bis zu 16 Kanälen aufnehmen – vom sichtbaren Licht bis zu zehn verschiedenen Infrarotbereichen.

Jetzt hat die NOAA  erste Bilder von GOES-16 veröffentlicht. Und sie zeigen die Erde so scharf, wie wir sie bisher noch nicht gesehen haben. “Aber das sind nicht nur ein paar scharfe Bilder“, so Louis W. Uccellini, der Direktor des NOAA Wetterdienstes. “Das ist die Zukunft der Wetterbeobachtung und -vorhersage.“ Genauer, schneller, sicherer - die NOAA erhofft sich dadurch natürlich auch eine bessere Unwettervorhersage bei Tornados und Hurricanes. Der Satellit ist in der Lage, alle 15 Minuten ein Bild des gesamten Globus zu liefern, so die NOAA. Fünf Mal schneller als bisher und vier Mal höher aufgelöst.

Europa zieht 2018 nach

Ende des Jahres soll GOES-16 in seine endgültige Position manövriert werden.  Im Frühjahr 2018 wird mit GOES-17 ein weiterer Satellit folgen. Die Bilder, die die NOAA liefert, werden dank Kooperationen auch in Europa und Deutschland für unsere Wettervorhersage genutzt. Und die nächste Generation der europäischen Satelliten soll ähnlich hohe Auflösungen bieten wie GOES-16. Bereits heute können auch die Meteosat 11 innerhalb von 15 Minuten den kompletten Globus auf 12 Kanälen scannen.

2018 soll der erste Nachfolger von insgesamt sechs Meteosat der dritten Generation (MTG) gestartet werden. Diese werden ähnliche Imager wie GOES-16 an Bord haben und können im Fall von Extrem- oder Unwetter alle 2,5 Minuten aktualisierte Daten für ganz Europa senden. Zu diesen Satelliten der dritten Generation soll auch der MTG-S gehören. Das "S" steht dabei für sondierend. Und das bedeutet laut Ausage des Betreibers, dass erstmals aus dem geostationären Orbit auch Informationen über Wasserdampf und Temperaturen geliefert werden können. Das ist besonders wichtig für die Vorhersage von schweren Gewittern oder Starkregen.

Über das Thema berichtete MDR Aktuell im Radio | 24.01.2017 | 11:15

Zuletzt aktualisiert: 11. September 2017, 09:31 Uhr