Ein schlafender Mann
Bildrechte: Colourbox.de

Hirnforschung bei Teenagern Schlechter Schlaf ist gar nicht schlau

Sind wir unausgeschlafen, fühlen wir uns schlecht und können uns nur schwer konzentrieren. Doch unregelmäßiger Schlaf kann bei Teenagern sogar das Hirn verändern, haben französische Wissenschaftler jetzt herausgefunden. Und das macht sich am Ende auch auf dem Zeugnis bemerkbar, durch schlechtere Noten.

Ein schlafender Mann
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Dazu untersuchten sie die Schlafgewohnheiten von 177 Jugendlichen. Dabei schauten sie den Probanden mit einem MRT sogar in den Kopf, genauer gesagt auf die so genannte graue Hirn-Substanz. Und was die Forscher um Jean-Luc Martinot da feststellten, klingt beunruhigend.

Wir haben herausgefunden, dass es möglicherweise einen Zusammenhang gibt zwischen den Schlafgewohnheiten von Teenagern und der Entwicklung ihres Gehirns.

Jean-Luc Martinot, Institut für Gesundheit und medizinische Fragen, Paris

Martinot ist Direktor am Nationalen Institut für Gesundheit und medizinische Fragen in Paris (Inserm), dem einzigen staatlichen Institut Frankreichs, das sich mit der menschlichen Gesundheit beschäftigt. Er weiß, dass das Gehirn von Jugendlichen viel anfälliger für Veränderungen ist, als das von Erwachsenen. Erst mit 25 Jahren gilt es als ausgereift. Vorher reagiert es besonders anfällig auf Störungen. Und eine solche Störung ist für Martinot, wenn Jugendliche am Wochenende zu lange wach bleiben.

Wenn die Unterschiede zwischen den Schlafenszeiten unter der Woche und am Wochenende groß waren, dann verkleinerten sich bestimmte Hirn-Regionen. Diese Regionen sind wichtig zum Beispiel für die Konzentration. Und sie stehen auch in Verbindung mit den Schulnoten.

Jean-Luc Martinot

Schlechte Schlafgewohnheiten führen den Forschern zufolge also zu schlechteren Noten. Eltern rät Martinot deshalb, darauf zu achten, dass die Kinder auch am Wochenende nicht bis in die Puppen wach bleiben. 14-Jährige würde er zum Beispiel deutlich vor Mitternacht ins Bett schicken. Ausnahmen sind natürlich erlaubt.

Martinot ruft auch dazu auf, den zeitigen Schulbeginn zu überdenken. Für die meisten ist 7.30 oder 8.00 Uhr einfach zu früh. Es ist bewiesen, dass die Leistungen besser wären, wenn die Matheaufgaben zum Beispiel ein bis zwei Stunden später gestellt würden.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell im Radio| 15.03.2017 | 08:54 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2017, 14:38 Uhr