Impressionen zu Gamescom 2016
Bildrechte: © Koelnmesse GmbH

Milliarden-Markt Computer-Games Spielend Karriere machen

Computerspiele sind ein Multi-Milliarden-Markt. Das feiert die Branche ab morgen wieder auf der Gamescom in Köln – Europas größter Messe für Computerspiele. Spiele-Entwickler ist also ein Beruf mit Zukunft. Und das passende Studium gibt es auch in Mitteldeutschland.

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90 Milliarden Euro weltweit – darauf schätzten Analysten den Markt für Computerspiele. Allein in Deutschland werden 2016 rund 3,5 Milliarden Euro im Bereich Games umgesetzt, so die Experten der holländischen Agentur Newzoo, die den Spielemarkt seit Jahren untersuchen. Zum Vergleich: 2014 waren es knapp 2 Millionen Euro. Computerspiele sind eine Wachstumsbranche, die ständig Nachwuchs sucht. Als eine der ersten Universitäten Deutschlands hatte die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg das bereits vor 20 Jahren erkannt.

Trendsetter Uni Magdeburg

Seit 1996 gibt es an der Uni Magdeburg den Studiengang "Computervisualistik“. Dessen Schwerpunkt: Wie macht man aus Daten und Prozessen Grafiken und Bilder? Eine Grundfrage bei der Spielenetwicklung. Damit können die Absolventen Grafik-Editor bei der New York Times werden, in der Krebsforschung arbeiten oder eine eigene Spielefirma gründen, wie Enrico Gebert, der seinen Master in Computervisualistik an der OvGU gemacht hat. Sie heißt "silver seed games", hat gerade ihren dritten Geburtstag gefeiert und sitzt in Magdeburg. Der Studiengang wird außer in Magdeburg auch an der Universität Koblenz-Landau und der Hochschule Hamm-Lippstadt angeboten.

Mittweidas Medien-Frauen

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In Mittweida wird seit 2011 professioneller Spielen-Nachwuchs ausgebildet – als Medieninformatiker. Das klingt vielleicht nicht so sexy wie Game-Designer, kann aber das Gleiche. Das beweisen die Studenten gerade selbst auf der Gamescom in Köln, wo sie eigene Spiele präsentieren. 36 Absolventen gab es bisher, darunter 10 Frauen. Und die fanden Jobs als Designer bei Spielefirmen, aber auch in der Automobilindustrie. Der Frauenanteil hat sich inzwischen noch vergrößert. Von den derzeit 158 Studierenden sind nur 56 Männer. Wer sich davon (oder den anderen 55 Studiengängen) ein Bild machen möchte, der hat am 20. August beim Studieninformationstag in Mittweida die Möglichkeit. Freie Plätze gibt es wieder ab dem Wintersemester 2017. Medieninformatiker sind kreativ, flexibel, interaktiv, professionell - das sind zumindest die Schlagworte der Hochschule für den Studiengang.

Entwickler-Hotspot Bayern

Bayern ist, was Ausbildung zum Computerspiele-Entwickler angeht, ein echter Hotspot. Die TU Würzburg und die TU München haben jeweils einen Bachelor-Studiengang „Games-Engeneering“ im Angebot. Die Universität Bayreuth bietet seit dem vergangenen Jahr sogar einen Masterstudiengang "Computerspielwissenschaften". Die Studierenden sollen sich dabei wissenschaftlich mit dem Thema auseinandersetzen aber auch selbst Spiele entwickeln. Auch E-Sport - also der elektronische Sport, bei dem die Spieler am Rechner gegeneinander antreten - ist an der Uni ein großes Thema. Die Studenten haben 2014 das erste deutsche Hochschulteam gegründet und laden im September zu einer wissenschaftlichen Konferenz zum Thema E-Sport ein.

CSU: E-Sport soll anerkannte Sportart werden Der Arbeitskreis der CSU für Netzpolitik, CSUnet, hat die Anerkennung des E-Sports als Sportart gefordert. Vorbilder für den Vorstoß seien der Schachsport und die Formel 1. Bei letzterer würde schließlich auch hochtechnisches Gerät mit geistigen und motorischen Fähigkeiten kombiniert, sagte die CSUnet-Vorsitzende Dorothee Bär. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollten den E-Sport auch in ihre normale Sportberichterstattung aufnehmen. Damit könnten sie dann auch ein jüngeres Publikum gewinnen.

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2016, 17:18 Uhr