Matt Damon als Mark Watney in einer Szene des Kinofilms «Der Marsianer - rettet Mark Watney»
Matt Damon als Mark Watney im Kinofilm "Der Marsianer". Bildrechte: Foto: Twentieth Century Fox

Weltraum So bauen wir Städte auf dem Mars

"Marsianer“ Mark Watney überlebte den Mars-Trip im gleichnamigen Bestseller in einem Zelt. Was das angeht, ist die Forschung der Fiction heute schon voraus. Denn US-Wissenschaftler haben einen Ziegelstein für den Mars entwickelt und Physiker in Jena zeigen, dass man die Baustoffe sogar vor Ort drucken kann.

Matt Damon als Mark Watney in einer Szene des Kinofilms «Der Marsianer - rettet Mark Watney»
Matt Damon als Mark Watney im Kinofilm "Der Marsianer". Bildrechte: Foto: Twentieth Century Fox

Wie baut man Städte auf anderen Planeten? Man nimmt die Rohstoffe, die dort verfügbar sind. Darüber sind sich Wissenschaftler schon länger einig. Und beim Mars ist es der eisenoxidhaltige Boden, der zum Baustoff für die Häuser möglicher Siedler werden könnte. Denn unter Druck lässt er sich zu einem tragfähigen Material verarbeiten, das haben US-Forscher in Tests herausgefunden. Die Eisenoxid-Partikel verhalten sich unter hohem Druck wie eine Art Kraftkleber, so das Team um Yu Qiao von der University of California in San Diego im Fachmagazin "Scientific Reports“.

Ein Eisenoxyd-haltiger Ziegel.
So sehen die gepressten Mars-Ziegel aus. Bildrechte: Alex Matthews/UCSD/dpa

Dafür wäre noch nicht einmal eine externe Wärmezufuhr nötig. Auf einem fremden Planeten überlebenswichtig, so die Ingenieure und Materialwissenschaftler, weil für den Aufbau von Gebäuden und Infrastruktur auf möglichst energiesparend verarbeitete Mars-Ressourcen zurückgegriffen werden müsse. Die Forscher testeten einen simulierten Marsboden, dessen chemische Zusammensetzung der des Originals gleicht. Ergebnis: Die Ziegel könnten fester werden als Stahlbeton.

3D-Druck im Weltall

Forscher in Jena haben für die Produktion schon den perfekten Plan. Sie würden einfach einen ihrer 3D-Laserdrucker mit auf den Mars schicken, sagt Gabor Matthäus vom Institut für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller-Universität. Das würde für den Bau eine enorme Flexibilität bringen, denn die Drucker können praktische jede beliebige Form herstellen. Möglich wird das, weil die Jenaer mit ganz speziellen Ultrakurzpulslasern arbeiten. Sie machen damit eine Generation von 3D-Druckern möglich, die viel mehr Stoffe verarbeiten können soll als bisher.

Ein Besuch auf dem Mars ist in den letzten Jahren immer wahrscheinlicher geworden. Für US-Präsident Donald Trump ist es ein Prestigeprojekt, vergleichbar mit der Landung auf dem  Mond. Trump hätte gern, dass noch in seiner Amtszeit Menschen den Mars betreten. Die bisherigen NASA-Pläne gehen von 2030 aus.  

Aber vielleicht sind sogar private Investoren schneller. Elon Musk, Chef von Tesla und Gründer der Raumfahrtfirma SpaceX plant Großraumschiffe, die mindestens 100 Menschen und die nötige Ausrüstung zum Roten Planeten befördern können. Ein erster unbemannter Testflug zum Mars könnte bereits 2018 erfolgen. Und nach den Plänen von Musk wäre eine bemannte Mission ab 2025 möglich.

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im Fernsehen: LexiTV | 13.12.2016 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2017, 11:19 Uhr