Skelett eines Dinosaurus T.rex
Bildrechte: IMAGO/Rudolf Gigler

Computersimulation Rußpartikel sorgten für Dino-Sterben

Kleinste Teilchen, große Wirkung: Unmengen an Rußpartikeln könnten dafür gesorgt haben, dass die Dinosaurier ausstarben. Nicht, weil ihnen der Ruß die Lungen verklebte, sondern weil kein Sonnenlicht zur Erde durchkam.

Skelett eines Dinosaurus T.rex
Bildrechte: IMAGO/Rudolf Gigler

Rußpartikel könnten dafür gesorgt haben, dass die Dinosaurier ausstarben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschergruppe des National Center for Atmospheric Research, die an einem Computermodell den Asteroideneinschlag auf der Halbinsel Yucatan vor 66 Millionen Jahren simuliert hat. Nach diesem Naturereignis war es rund um den Globus neben Vulkanausbrüchen, Tsunamis und großflächigen Bränden auch zu einem Massensterben der Lebewesen gekommen, ohne dass man wusste, was genau den dafür verantwortlichen Klimawandel bewirkte.

Die Ketten-Reaktion nach dem Einschlag

Die jüngsten Forschungen scheinen das nun zu erklären: Große Mengen an Rußpartikeln, die, erhitzt vom Sonnenlicht in der Atmosphäre aufstiegen und sich um den Globus verteilten. Diese Ruß-"Schicht" könnte verhindert haben, dass Sonnenlicht zur Erde durchdrang: Fatal für alles Leben auf der Erde, auf der es für eineinhalb Jahre nur noch so hell bzw. dunkel war wie bei Mondschein. Doch dies war erst der Anfang einer gewaltigen Kettenreaktion: Ohne Sonnenlicht keine Pflanzenphotosynthese – sofern überhaupt welche die Flächenbrände überlebt hatten - gefolgt von einem rasanten Temperaturabfall: An Land um 28, in den Ozeanen um 11 Grad Celsius. Als Folge davon seien etwa zwei Drittel aller Tierarten ausgestorben, darunter die Dinosaurier.

Was sagen andere zu diesem Ergebnis?

Julia Brugger vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) wertet die Folgerungen als plausibel und sagt: "Die Forscher haben ein tolles Klimamodell genutzt, mit dem sich die Abläufe in der Atmosphäre, wie die Zirkulation oder Niederschläge, sehr gut simulieren lassen." Brugger selbst hatte ebenfalls über dieses Massensterben nach dem Asteroiddeneinschlag geforscht. Ihrer Studie zufolge hatten Schwefelaerosole, die beim Aufschlag des Asteroiden auf schwefelhaltiges Gestein entstanden, zu Verdunklung und Abkühlung der Erde geführt.

Zum Artensterben am Ende der Kreidezeit gibt es viele Theorien. Wissenschaftler der britischen University of Reading gehen davon aus, dass die Artenvielfalt der Dinosauriern lange vor dem Meteoriteneinschlag rückläufig gewesen sei. Andere Theorien sehen den verstärkten Vulkanismus als Ursache des Massensterbens.

Von der Seite fotografiert: Ein Saurier mit Hörnern, an dem eine Familie vorbeigeht.
Modell eines Triceratops im Saurierpark Kleinwelka bei Bautzen. Auch er starb vor 66 Millionen Jahren aus. Bildrechte: ddp

Über dieses Thema berichtet MDR auch: im Radio | 17.07.2017 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. August 2017, 13:23 Uhr