Grafik Sentinel 5 Satellit im Weltall
Aus 824 Kilometer Höhe kann Sentinel 5P jeden Tag die Erde einmal komplett abtasten. Bildrechte: ESA/ATG medialab

Satellit “Sentinel 5P“ gestartet Unser neuer Wächter im Weltall

Die ESA hat heute den Satelliten Sentinel 5P ins All geschickt. Und dieser Wächter, denn das bedeutet das Wort im Deutschen, soll auf uns aufpassen. Er hat ein Gerät an Bord, dass messen kann, wie gut – oder schlecht – unsere Luft ist, oder ob zu viel schädliche UV-Strahlung herrscht und wir besser lange Shirts und Mützen tragen sollten.

Grafik Sentinel 5 Satellit im Weltall
Aus 824 Kilometer Höhe kann Sentinel 5P jeden Tag die Erde einmal komplett abtasten. Bildrechte: ESA/ATG medialab

Sentinel 5P ist Teil des Programms Copernicus. Und es ist der erste Satellit dieses Programms, der sich ausschließlich um die Überwachung unserer Atmosphäre kümmert.

Sentinel 5 Precursor wird der sechste als Teil der Copernicus-Weltraumkomponente gestartete Sentinel-Satellit sein. Er wird die Atmosphärenchemie, einen wichtigen Parameter für Untersuchungen zur Luftqualität und Klimaveränderungen, beobachten.

Josef Aschbacher, ESA, Direktor für Erdbeobachtung
Grafik des Sentinel 5 in der Rockot Trägerrakete
Bildrechte: ESA/ATG medialab

Nach dem gelungen Start am 13.10.2017 um 11:27 Uhr soll er bald aus 824 Kilometer Höhe die Erde auf einer Breite von 2.600 Kilometer abtasten. Das Ergebnis: Er kann jeden Tag einmal die komplette Oberfläche unseres Planeten untersuchen.

Warnung vor Schadstoffen, Vulkan-Asche oder UV-Strahlung

Spektralbereich von Tropomi
Sentinel 5P kann Spurengase erkennen, Aussagen über Luftqualität oder UV-Strahlung machen. Bildrechte: ESA

Tropomi heißt das Instrument, das diese Daten erfassen kann. Das steht für TROPOspheric Monitoring Instrument, also Instrument zur Messung troposphärischen Ozons. Doch Tropomi kann mehr, selbst kleine Gasmengen, also sogenannte Spurengase, erfassen - Stickstoffdioxid, Ozon, Formaldehyd, Schwefeldioxid, Methan, Kohlenmonoxid und Aerosole (Schwebeteilchen in der Luft) gehören dazu.
Durch die Messung erfahren wir nicht nur etwas über die Qualität der Atmosphäre, sondern können auch verbesserte Klimamodelle entwickeln oder Prognosen zur Entwicklung der Schadstoffverunreinigungen erstellen. Das zumindest erhoffen sich die Wissenschaftler des Projektes Copernicus.

Die Daten von Sentinel-5P werden am DLR Earth Observation Center in Oberpfaffenhofen verarbeitet. Nach Aussagen der ESA wird die Mission noch mehr Umweltdaten zur Verfügung stellen. Sentinel 5P kann zum Beispiel bei Vulkanausbrüchen die Atmosphäre auf Vulkanasche untersuchen, so dass Flugzeuge falls nötig umgeleitet werden können. Und er ist in der Lage, uns vor zu hoher UV-Strahlung zu warnen.

Warum Sentinel 5P? Das P steht für "Prescursor" - das heißt "Vorläufer". 5P erforscht also schon mal vorab, was Sentinel 5 dann fortführen soll, wenn er 2021 startet. 5P selbst soll mindestens sieben Jahre im All bleiben. Der Satellit ist 3,35 Meter hoch und 5,63 Meter breit. Sein Gewicht: 820 Kilogramm, davon 83 kg Treibstoff.

Über dieses Thema berichtete MDR Fernsehen: LexiTV | 13.02.2017 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2017, 12:57 Uhr