Spitzmaulnashorn döst in der Sonne.
Wegen seiner Hörner wird es gejagt und ist vom Aussterben bedroht. Das Spitzmaulnashorn (hier ein Tier im Leipziger Zoo) Bildrechte: Zoo Leipzig GmbH

Naturforschung Extrem große und kleine Tiere eher vom Aussterben bedroht

Spitzmaulnashorn döst in der Sonne.
Wegen seiner Hörner wird es gejagt und ist vom Aussterben bedroht. Das Spitzmaulnashorn (hier ein Tier im Leipziger Zoo) Bildrechte: Zoo Leipzig GmbH

Tiere, die extrem groß und besonders kleine sind, haben ein höheres Risiko auszusterben als Tiere mittlerer Größen. Zu diesem Schluss kommen US-Forscher der Oregon State University in Corvallis. Sie hatten für ihre Untersuchung, die die Nationale Akademie der Wissenschaften in den USA veröffentlichte,  von 27.647 bedrohten Tierarten Körpergewicht und Aussterberisiko in Zusammenhang gesetzt. Untersucht wurden dabei Säugetiere, Reptilien, Vögel, Amphibien, Knochen- oder Knorpelfische. 17 Prozent der betrachteten Arten gelten als gefährdet, stark gefährdet oder sind vom Aussterben bedroht.

Warum es wichtig ist zu wissen, wie hoch ein Aussterberisiko ist?  

Rodrigues-Flughund
Flughunde sind die größten Fledertiere. Die meisten Arten sind gefährdet. Bildrechte: Kevin Boulton/IUCN/dpa

Vom Aussterberisiko einer bekannten Art lassen sich nützliche Schlüsse ziehen, erklärt Forscher William Ripple: Man könne anhand des Aussterberisikos einer bekannten Art die Risikohöhe auch auf andere übertragen, die ähnlich groß oder klein seien, über die aber kaum etwas bekannt sei. Gefährlich für die besonders großen Tiere ist vor allem der Mensch, so Ripple. Einen derartigen Zusammenhang zwischen Körpergröße und Aussterberisiko habe es bei den fünf großen Massensterben der letzten 445 Millionen Jahre nicht gegeben.

Ökosysteme im (Un)gleichgewicht

Wenn extrem große oder kleine Tierarten aussterben, wirkt sich das immer auf die verschiedenen Ökosysteme aus, egal ob im Wald, auf Grasflächen, in Flüssen, oder Ozeanen. Darauf wiesen die Forscher hin. Kleinere Tierarten seien vor allem durch die Zerstörung ihrer Lebensräume gefährdet, während größeren Tiere oft vom Menschen bejagt werden. Erst vor kurzem hatte die Weltnaturschutzunion (IUCN) darauf hingewiesen, dass die Giraffe vom Aussterben bedroht ist. Denn es gibt weltweit nur noch 100.000 Tiere. In den vergangenen 30 Jahren sei die Population der Tiere um knapp 40 Prozent gesunken. Hauptgründe dafür: Wilderei und Verlust des Lebensraums.

Über dieses Thema berichtete MDR Fernsehen: Elefant, Tiger & Co | 14.04.2017 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. September 2017, 16:16 Uhr