Ein Zahnarzt untersucht ein junges Mädchen.
Ein Besuch beim Zahnarzt ist vielleicht nicht besonders angenehm, lohnt sich aber. Statistiken zeigen: Je häufiger die Menschen zur Zahnkontrolle gehen, desto besser geht es ihren Gebissen. (Symbolfoto) Bildrechte: Colourbox.de

Zahlen zum Tag der Zahngesundheit Wo die Zahnarztversorgung in Mitteldeutschland am besten ist

Dank besserer Vorsorge bekommen weniger Menschen Karies und Paradontose. Besonders in Sachsen gehen die Menschen gerne zum Zahnarzt. Im Norden Mitteldeutschlands ist das nicht so leicht, hier gibt es viel weniger Praxen.

Ein Zahnarzt untersucht ein junges Mädchen.
Ein Besuch beim Zahnarzt ist vielleicht nicht besonders angenehm, lohnt sich aber. Statistiken zeigen: Je häufiger die Menschen zur Zahnkontrolle gehen, desto besser geht es ihren Gebissen. (Symbolfoto) Bildrechte: Colourbox.de

Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer hat die schönsten Zähne in Mitteldeutschland? Ganz genau verraten die Länderstatistiken das zwar nicht. Dafür aber zählen die kassenärztlichen Zahnärzte, wie oft die Patienten bei ihnen auf dem Stuhl Platz nehmen. Und hier zeigt sich: Die Sachsen sind vorbildlich. Zwei Kontrollbesuche pro Jahr empfehlen die Mediziner. Die Einwohner des Freistaats gingen 2016 im Durchschnitt 1,7 Mal zu einer "konservierend chirurgischen Behandlung" (zu der neben der Kontrolle aber auch Maßnahmen wie Bohren und Füllen zählt). Im Land der Frühaufsteher konnten sich die Bewohner 2015 nur zu 1,2 solcher Besuche pro Jahr durchringen.

Thüringer auf Platz 1, knapp vor Sachsen und Sachsen-Anhalt

Die Zahlen sind allerdings rein statistische Durchschnittswerte, die sich aus dem Vergleich der Einwohnerzahlen und der abgerechneten Zahnarztbesuche ergeben. Sie bedeuten also nicht, dass wirklich alle Sachsen fast zwei Mal zur Untersuchung waren. Dass die Menschen in Mitteldeutschland allerdings recht häufig die Leistungen eines Zahnmediziners in Anspruch nehmen, darauf deuten die Daten der Barmer-Krankenversicherungen. 77,9 Prozent ihrer Versicherten aus Thüringen waren 2015 zur Behandlung beim Zahnarzt. In Sachsen waren es 77,7 und in Sachsen-Anhalt 76,4 Prozent der Barmerversicherten. Damit lagen die drei mitteldeutschen Länder im Bundesvergleich auf den ersten drei Plätzen.

Dass aber die Behandlungszahlen innerhalb Mitteldeutschlands teilweise stark auseinader gehen, dafür dürfte die Versorgung mit Zahnarztpraxen eine gewisse Rolle spielen. Während sich im Schnitt 619 Jenaer einen niedergelassenen Zahnmediziner teilen, sind es in der Börde mehr als drei Mal so viele. Hier kommt eine Praxis auf 1.865 Einwohner.

Ob sich die häufigeren Kontrollen bezahlt machen? In Sachsen ist der Anteil der Behandlungen mit Zahnersatz gesunken, von 10,5 Prozent 2009 auf 8,9 Prozent 2016. Auch in Sachsen-Anhalt wurden bei den Krankenkassen weniger Termine abgerechnet, bei denen Implantate, Kronen oder Brücken eingesetzt wurden. Dort waren es 2009 noch 10,75 Prozent aller Behandlungen, 2015 nur noch 7,75 Prozent. Doch Thomas Breyer, Pressesprecher der sächsischen Zahnärzte, warnt vor einfachen Schlüssen. Neben besserer Mundhygiene könnte auch eine Veränderung der Behandlung zu diesem statistischen Unterschied beigetragen haben. "Möglicherweise warten manche Kollegen heute länger, bevor sie einen Zahnersatz einsetzen und arbeiten stattdessen mehr mit Füllungen", sagt er.

Zahlen an anderer Stelle belegen allerdings: Die allgemeine Zahngesundheit hat sich im Lauf der Jahre verbessert. 2014 zeigte die von den Kassenärzten in Auftrag gegebenen fünfte deutsche Mundgesundheitsstudie: 81 Prozent aller Zwölfjährigen hatten Kariesfreie Gebisse. Noch 1997 waren es laut den Autoren nur halb so viele. Auch die 35 bis 44-Jährigen hatten seltener Karies und Senioren tragen ihre eigenen Zähne immer länger.

Über dieses Thema berichtet das MDR-Fernsehen: Lexi-TV | 25.09.2017 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2017, 11:14 Uhr