Natur : Wölfe breiten sich weiter aus
Sachsens Umweltminister Frank Kupfer rechnet mit einer weiteren Ausbreitung des Wolfes in Sachsen und sieht dennoch keinen Grund zur Panik. Der CDU-Politiker sagte: "Der Wolf ist nicht angesiedelt worden, er hat sich diesen Lebensraum erschlossen." Er werde das weiter tun - immer dort, wo er eine Nahrungsgrundlage findet und eine Familie gründen kann. Nachdem die Raubtiere zunächst nur in Ostsachsen beheimatet war, ist unlängst ein Rudel am Rande der Sächsischen Schweiz nachgewiesen worden. Damit leben im Freistaat bereits sieben Rudel und ein Wolfspaar. Zudem gibt es das Spremberger Rudel, das sein Territorium sowohl auf brandenburgischem als auch auf sächsischem Gebiet hat.
Wölfe mit ausgeprägtem Wandertrieb
Expertenmeinungen zufolge ziehen die Wölfe weiter westwärts. Nun gelten auch die Wälder um Torgau und Oschatz in Nordsachsen, der Landkreis Meißen sowie Teile der Landkreise Mittelsachsen und Leipzig als "Wolfserwartungsgebiete". Die scheuen Wölfe wandern und legen in einer Nacht durchaus Strecken von bis zu 70 Kilometer zurück. Kupfer sagte, Wölfe könnten sich auch Siedlungen nähern, würden aber wohl nie "durch die Straßen von Dresden rennen". Deshalb hält der Minister reißerische Schlagzeilen, die eine ernsthafte Bedrohung des Menschen durch den Wolf suggerieren, für fatal. "Wir haben ein Wolfsmanagement. Der Umgang mit diesem Tier ist bis ins Kleinste geregelt."
Schäden bei falscher Nutztierhaltung
Kupfer verweist aber auch auf Konflikte: "Der Wolf ist ein Segen für den Freistaat. Für manche ist er aber auch ein Fluch - zum Beispiel für die Schäfer. Wer seine Herde in einem Wolfsgebiet stehen hat, müsse sie schützen - mit Elektrozäunen, "Unterwühlschutz" oder auch speziellen Schutzhunden. Das sei Bedingung für eine Entschädigung. "Der Schutz ist mit Kosten verbunden. Die werden von uns zwar mit 60 Prozent gefördert, aber 40 Prozent bleiben bei den Schäfern", erklärt Kupfer. Dennoch sei man dem Wolf nicht schutzlos ausgeliefert. Die meisten Schäden passierten bei Hobby-Tierhaltern - vor allem, wenn sie die Tiere nicht artgerecht hielten.
In Ostsachsen gibt es deshalb auch Stimmen, die sich mehr oder minder offen für einen Abschuss der Wölfe einsetzen. Gleichwohl sind die Wölfe - obwohl in der freien Natur kaum aufzuspüren - inzwischen auch schon ein Tourismusfaktor in der strukturschwachen Region.
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