Kondome
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Älteste Kondomfabrik Deutschlands DDR-Einheitskondom aus Erfurt

Trocken oder feucht, farbig oder mit Aroma - alle Kondome in der DDR kommen aus Erfurt. Doch mit der Wende gerät die älteste Kondomfabrik in Deutschland ins Wanken.

Kondome
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Im sozialistischen Liebesleben ist die Auswahl unter den Verhüterlis aus Gummi einfach: Es gibt nur Kondome der Marke Mondos aus Erfurt. Produziert werden alle Kondome in der DDR im VEB Gummiwerke "Werner Lamberz", Plastina. Der Betrieb ist die älteste Kondomfabrik Deutschlands. Noch heute kommen Kondome aus der thüringischen Landeshauptstadt.

Umbruch mit der Wende

Ballon-Produktion.
Nach der Wende werden auch Luftballons in Erfurt hergestellt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit der politischen Wende gerät die Welt des Kondom-Betriebs mächtig ins Rotieren. Die volkseigene Kondomfabrik wird an eine Westfirma verkauft. Die Erfurter Fabrik war in der Markwirtschaft angekommen und gehört nun einem Luftballonfabrikanten.

Die 90er-Jahre bescheren den Ostdeutschen plötzlich eine Vielfalt an Kondomen in allen möglichen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen. Die Anti-Aidskampagnen führen das Kondom aus der Schmuddelecke heraus und machen es gesellschaftsfähig.

Älteste Kondomfabrik

Frauen arbeiten an einer Maschine
Kondomproduktion in Erfurt 1956 Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Erfurt werden Kondome bereits seit 1929 hergestellt - noch in den 50er- und 60er-Jahren aus einer Benzin-Kautschuklösung. Von gefühlsecht kann noch nicht die Rede sein. 1971 kauft die DDR die erste Flüssigkautschukanlage im Westen. Bezahlt wird diese mit Kondomen. Jährlich stellt man davon nun 30 Millionen Stück her.

Spezial-Kondom für Sowjetunion

alte Kondome-Packung
Mondos Spezial für die Sowjetunion Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Schon in den 80er-Jahren produziert man Kondome in trocken, feucht, farbig oder mit Aroma. Auch bei der Verpackung gab es Unterschiede: Kondome für die Automaten kommen in einer Plastikdose daher, Kondome für die Apotheken gibt es in der Papp-Standardverpackung.

Mann ptäsentiert Kondome
Manfred Förtsch mit einem handgefertigten Spezialkondom als Tauschware in der DDR  Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Und dann gibt es noch die Spezialsorte: "Die hatte eine sehr starke Oberflächenstruktur und war sehr stark aufgeraut. Die wurde hauptsächlich für den Export in die Sowjetunion hergestellt", erzählt der Erfurter Geschäftsführer Manfred Förtsch, der seit 1981 in der Kondomfabrik arbeitet. Das Spezial-"Verhüterli" ist vergleichbar mit einer frühen Form des Noppen-Kondoms und sogar etwas teurer als der Standard.

Börsen-Krach für Kondomfabrik

Zehn Jahre nach der Wende verliert der Luftballonfabrikant das Interesse an der Kondomproduktion. Das junge Unternehmen Condomi steigt in Erfurt ein. Noch einmal geht es steil bergauf. Der damals größte Kondomhersteller Europas geht sogar an die Börse. Doch man verspekuliert sich. Am Ende platzt die Blase und für die Erfurter gibt es den dritten Neustart nach der Wende.

Heute gehört Erfurt zur niedersächsischen cpr-Gruppe. Noch immer verlassen jährlich 220 Millionen Kondome das Werk. Doch hergestellt werden sie in Asien. In Erfurt wird nur noch geprüft, gesiegelt und verpackt. Trotzdem, in Deutschlands ältester Kondomfabrik schaut man optimistisch in die Zukunft.

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: MDR ZEITREISE - Das Geschichtsmagzin mit Mirko Drotschmann | 10.10.2017 | 21:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2017, 10:41 Uhr

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Kondomepackung
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Mi 11.10.2017 12:38Uhr 05:51 min

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