Die Ministerin für Volksbildung der DDR, Margot Honecker, wird an der Ostrowski-Oberschule Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) empfangen, aufgenommen im September 1986.
Margot Honecker als Ministerin für Volksbildung der DDR, bei einem Empfang an der Ostrowski-Oberschule in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), aufgenommen im September 1986 Bildrechte: dpa

Die Spur der Ahnen | 20.09.2017 Verwandt mit Margot Honecker?

Ein Film von Uli Wendelmann

Seit Jahren fragen sich die Geschwister Karin und Wolfgang Feist, ob ihre Familie mit der ehemaligen First Lady der DDR verwandt sei. Denn Margot Honecker war eine geborene Feist. Also, was wäre, wenn? Die Geschwister stöbern in Archiven, verfolgen die Lebensstationen ihrer Vorfahren und stoßen schließlich auf eine heiße Spur.

Die Ministerin für Volksbildung der DDR, Margot Honecker, wird an der Ostrowski-Oberschule Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) empfangen, aufgenommen im September 1986.
Margot Honecker als Ministerin für Volksbildung der DDR, bei einem Empfang an der Ostrowski-Oberschule in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), aufgenommen im September 1986 Bildrechte: dpa

Sie kannten die Firstlady der DDR nur aus dem Fernsehen oder ihre Fotos im "Neuen Deutschland". Und doch nehmen Karin Schumm, geborene Feist, und ihr Bruder Wolfgang Feist an, dass es eine ganz besondere Verbindung zwischen ihnen und Margot Honecker gibt. Sie glauben, mit ihr verwandt zu sein. Nicht nur, weil Margot Honecker eine geborene Feist ist - das, so die Geschwister, könne ja Zufall sein. Nein, Karin und Wolfgang erinnern sich sehr genau an die zahlreichen Gelegenheiten, zu denen ihr Vater Rudi Feist immer wieder erzählte: "Wir sind mit der Margot Honecker verwandt."

Damals in den 1960er-Jahren betrieb Rudi Feist eine Gastwirtschaft in Suhl, die "Feuchte Ecke". Dort, aber auch bei Familienfeiern hörten Karin und Wolfgang immer wieder von der angeblichen prominenten Verwandten. Eine Cousine ihres Vater sei die spätere First Lady der DDR demnach gewesen, sagt Karin.

Vage Vermutung oder heiße Spur?

Es ist eine vage Vermutung, denn mehr als die Erinnerung an die Erzählungen des Vaters haben die Geschwister aus Thüringen nicht. Doch Rudi Feist legte großen Wert auf die Wahrheit und hasste es, wenn geflunkert wurde, sagen sie. Als Kinder oder Jugendliche interessierten sie sich nicht für eine mögliche Verwandschaft mit der Partei- und Staatsfunktionärin, die damals gerade zur mächtigsten Frau des Landes aufstieg. Karin Feist absolvierte zu DDR-Zeiten im Suhler Hotel "Thüringen Tourist" eine Ausbildung zur Kellnerin.

Man war kein Speichellecker, also spielte es keine Rolle. Ich wollte das nicht zum Vorteil ausnutzen, ob sie jetzt wirklich direkt mit mir verwandt ist oder nicht. Also es spielte für mich und für mein Leben, für meine Entwicklung spielte es keine Rolle."

Karin Feist

Ihr Bruder Wolfgang machte eine Lehre als Bauschlosser und Stellmacher.

Ich will mal so sagen, ich hab mein Leben geführt und die sollten ihr Leben führen. So habe ich gedacht."

Wolfgang Feist
Szenen aus : Die Spur der Ahnen: Verwandt mit Margot Honecker
Auf Recherche im Kirchenarchiv zu Erfurt, das im ehemaligen Augustinerkloster untergebracht ist. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mitte der 1970er-Jahre, als sie am Anfang ihres Berufslebens standen, war Margot Honecker bereits auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Seit 1963 war sie Ministerin für Volksbildung, nun stieg ihr Mann Erich Honecker zum Partei- und Staatschef auf, sie wurde zur First Lady ...

Doch heute wollen es Karin und Wolfgang ganz genau wissen: Sind sie tatsächlich verwandt mit Margot Honecker? Die Suche führt die beiden Thüringer auf eine ungewöhnliche Reise, weit über die heimatlichen Grenzen hinaus. Auf dieser Reise in die Vergangenheit werden Karin und Wolfgang viel über die eigene Familiengeschichte erfahren. Und sie werden tief eintauchen in das Leben Margot Honeckers. Doch werden sie die beiden Familienstränge am Ende tatsächlich auf gemeinsame Verwandte zurückführen können?

Überraschende Funde

Szenen aus : Die Spur der Ahnen: Verwandt mit Margot Honecker
Auch im Stadtarchiv von Erfurt sind die Feists ihren Ahnen auf der Spur. Bildrechte: MDR / Die Spur der Ahnen

Gleich zu Beginn ihrer Reise stoßen Karin und Wolfgang auf die erste große Überraschung: In einem Erfurter Kirchen-Archiv finden sie Dokumente, die belegen, dass ihr Großvater nicht, wie immer angenommen, aus Erfurt stammte, sondern dass die Wurzeln der Familie in Schlesien liegen - nur wenige Kilometer von Margot Feists Geburtsort entfernt. Doch noch bevor sich Karin und Wolfgang dorthin auf den Weg machen, fassen sie einen Entschluss: Sie wollen Margot Honecker persönlich fragen, was sie über die mögliche Familienverbindung weiß.

Zuletzt aktualisiert: 21. September 2017, 12:36 Uhr