Gert Fröbe in einer Filmszene
Bildrechte: IMAGO

Gert Fröbe - Der Hollywoodstar aus Zwickau

Film

007 ist die wohl bekannteste Zahlenreihe der Filmgeschichte - und sie hat viel mit der Geschichte Mitteldeutschlands zu tun. Denn Bonds berühmtester Gegenspieler kam aus Sachsen: Gert Fröbe war Goldfinger. Und wie bei Fröbes berühmten Konterpart Bond spielen auch in der Dokumentation über den sächsischen Weltstar die Frauen die Hauptrolle.  

"Geschichte Mitteldeutschlands" erzählt von einem großen Star mit vielen Schwächen und von einer großen Liebe ohne Happy End, anhand vieler Filmausschnitte und exklusiver Interviews mit Zeitzeugen, Verwandten und Kollegen von Gert Fröbe - dem "bösen Sachsen" in Hollywood.

Gert Fröbe in einer Filmszene
Bildrechte: IMAGO

Gert Fröbe war ein gesamtdeutscher Publikumsliebling und seine Lebensgeschichte ist ganz großes Kino: Der Sachse aus Oberplanitz bei Zwickau schafft es bis nach Hollywood. Doch seine alte Heimat vergisst er nicht. Er kommt aus bescheidenen Verhältnissen, sein Vater verdient als Lederhändler und Schuhmacher seinen Lebensunterhalt, die Mutter trägt als Näherin dazu bei. Die Familie schlägt sich durch in den Krisen- und Kriegszeiten, der Vater verfällt dem Alkohol, sein Geschäft geht pleite. Trotz all der Not schicken die Eltern Gert aufs Gymnasium und zum Geigenunterricht. So avanciert er als Jugendlicher zum gefragten Cafehausmusiker, bald ist er wegen seiner rötlichen Haare als "Där rode Geicher von Zwigge" bekannt und verdient ein bisschen Geld für die klamme Familienkasse.

Komödiant, Schurke und Muttersohn

Er macht eine Lehre zum Bühnenmaler in Dresden, will aber eigentlich Schauspieler werden. Dem berühmten Erich Ponto spricht er vor, der sofort den großen Komödianten in ihm sieht. Später nach dem Krieg und auf dem Höhepunkt seiner Karriere - ist er hingegen abonniert auf die Schurkenrollen.

Das wiederum gefällt seiner Mutter Alma gar nicht. Auch seine vielen Frauengeschichten beobachtet sie mit Sorge. Und das ist Gert Fröbe keineswegs egal. Immer wieder pendelt der Weltstar und Womanizer zwischen West und Ost, um in Oberplanitz sein Heimweh zu stillen und den mütterlichen Segen für seine jeweils "aktuelle" Ehefrau zu bekommen. Auch nach dem Mauerbau 1961 reist Fröbe regelmäßig in die Heimat ...

In der Dokumentation "Gert Fröbe - Ein Hollywoodstar aus Sachsen" von Christian H. Schulz plaudern unter anderem Fröbes letzte Ehefrau und seine beiden Neffen Wieland und Eckehart Baumann aus dem familiären Nähkästchen und erzählen unter anderem, warum der berühmte Schauspieler die Flucht eines Familienmitgliedes aus der DDR in den Westen verhinderte.

Angaben zum Film: Buch und Regie:
Christian H. Schulz

Regie Spielszenen:
Pepe Pippig

Darsteller:
Petra Dietel
Guido Graichen
Martin Haase

Kamera:
Torbjörn Karvang
Michael Baum

Schnitt:
Martin Schröder
Patrick Basedow

Musik:
Philipp E. Kümpel + Andreas Moisa

Länge: 45 min.
Erstsendung: 09.08.2015 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2015, 14:56 Uhr