Flucht aus der DDR Gestorben an der innerdeutschen Grenze

Günter Litfin
Als in Berlin die Mauer gebaut wird, lebt Günter Litfin im Osten und arbeitet im Westen der Stadt. Als der gelernte Schneider am 24. August 1961 kurz nach 16.00 Uhr versucht, zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Lehrter Bahnhof von Ost- nach West-Berlin zu gelangen. Gegen 16:15 Uhr entdecken ihn Polizisten und versuchen ihn erst mübndich, dann mit Schüssen zum Umkehren zu bewegen. Litfin springt in den Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal, wird jedoch kurz bevor er das andere Ufer erreicht, von einer Kugel im Genick verletzt. Erst drei Stunden später wurde seine Leiche geborgen. Bildrechte: IMAGO
Günter Litfin
Als in Berlin die Mauer gebaut wird, lebt Günter Litfin im Osten und arbeitet im Westen der Stadt. Als der gelernte Schneider am 24. August 1961 kurz nach 16.00 Uhr versucht, zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Lehrter Bahnhof von Ost- nach West-Berlin zu gelangen. Gegen 16:15 Uhr entdecken ihn Polizisten und versuchen ihn erst mübndich, dann mit Schüssen zum Umkehren zu bewegen. Litfin springt in den Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal, wird jedoch kurz bevor er das andere Ufer erreicht, von einer Kugel im Genick verletzt. Erst drei Stunden später wurde seine Leiche geborgen. Bildrechte: IMAGO
Mahnmal fuer Peter Fechter, Westseite der Berliner Mauer, April 1990.
Peter Fechter lebt mit seinen Eltern und seinen drei Geschwistern im Ostberliner Stadtteil Weißensee. Am 17. August 1962 versucht der 18-Jährige in der Nähe von Checkpoint Charlie mit einem Freund über die Mauer von Ost- nach Westberlin zu fliehen. Doch der Fluchtversuch scheitert. Während Fechters Freund die Flucht in den Westen glückt, wird Fechter von einer Gewehrsalve der DDR-Grenzposten getroffen. Fechter geht unmittelbar vor der Mauer zu Boden, ruft minutenlang verzweifelt um Hilfe und verblutet vor den Augen der Öffentlichkeit: Keiner wagt es, dem jungen Mann zu helfen. Nicht die amerikanischen Soldaten, nicht die Westberliner Polizei, nicht die Volkspolizisten der DDR. Stattdessen werden im Osten Nebelgeschosse gezündet, um den Fotografen die Sicht auf das Drama zu nehmen. Erst nach kanpp einer Stunde wird Peter Fechter geborgen. Doch er ist bereits verblutet. - Das Drama wird die Titelgeschichte des US-Magazins "Time" unter dem Titel "Wall of Shame". Bildrechte: IMAGO
DDR-Grenzsoldaten transportieren einen leblosen Körper ab.
Willi Block stirbt am 7. Februar 1966 um 15:45 Uhr beim Versuch nach West-Berlin zu fliehen. Der ehemalige Grenzpolizist hatte mehrere Fluchtversuche hinter sich; im April 1963 wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt und muss danach in einem Betonwerk arbeiten. Im Februar 1966 überwindet Block in Staaken den Hinterlandsicherungszaun zu Berlin-Spandau. Als Block unter die Stacheldrahtrollen kriecht, verhakt er sich und hängt bald fest. Grenzssoldaten feuern Warnschüsse ab und fordern ihn auf zurückzukommen. Auf West-Berliner Seite sind Zollbeamte und Polizisten auf Block aufmerksam geworden; die Situation spitzt sich zu und schließlich eröffnen DDR-Grenzsoldaten das Feuer, von 72 Schüssen treffen vier Block. Blocks Vater bekommt die persönlichen Habseligkeiten seines Sohns erst nachdem er unterschrieben hat, über die Todesumstände seines Sohnes zu schweigen: Dmenach ist er bei einer "selbstverschuldeten Grenzverletzung tödlich verunglückt". Bildrechte: dpa
Schild - Klage-Mauer - zum Gedenken der Maueropfer in Berlin,
Michael Bittner wurde bei seinem Fluchtversuch am 24. November 1986 nachts um halb zwei erschossen. Er hatte versucht, mit einer Leiter von Ost- nach West-Berlin zu fliehen. Der 25-Jährige hatte zwei Jahre zuvor einen Antrag auf Ausbürgerung aus der DDR gestellt, der nicht genehmigt wurde. Bittners Angehörige wurden über seinen Tod im Unklaren gelassen: Es hieß, er sei im Westen untergetaucht. Erst 1990 überbrachte ein Major der Familie die Nachricht, dass Michael Bittner am 24. November 1986 gestorben sei. Wo die Urne mit seiner Asche vergraben wurde, ist bis heute nicht geklärt. Bildrechte: IMAGO
Ein junger Mann mit Bart lächelt in die Kamera
Elektroingenieur Winfried Freudenberg und seine Frau Sabine wollen 1988 in den Westen fliegen: Mit einem Zuhause angefertigten Gasballon. Als sie den Ballon im Norden Berlins mit Gas füllen, beobachtet sie ein Passant, der sie bei der Volkspolizei meldet. Als sich ein Streifenwagen nähert, beschließt das Paar, dass Winfried alleine losfliegen soll. Gegen 7:30 Uhr früh stürzt Winfried in West-Berliner Bezirk Zehlendorf aus großer Höhe ab - der Elektroingenieur ist sofort tot. Seine Frau wird wegen versuchten Grenzdurchbruches zu drei Jahren Haft verurteilt, im Oktober 1989 jedoch freigelassen. Bildrechte: dpa
Gedenktafel für den letzten Mauertoten Chris Gueffroy
In der Nacht vom 5. zum 6. Februar 1989 versucht Chris Gueffroy, mit einem Freund durch den Britzer Verbindungskanal von Treptow nach Neukölln zu flüchten. Einen Teil der Maueranlagen überwinden sie mit Hilfe von Wurfankern, lösen dann aber Alarm an einem Signalzaun aus. Die DDR-Grenzposten entdecken die Männer, nehmen sie unter Beschuss. Gueffroy wird von zehn Kugeln tödlich getroffen, der Freund schwer verletzt. Drei Wochen zuvor noch hatte die DDR auf dem Wiener KSZE-Folgetreffen ein völkerrechtlich bindendes Dokument unterzeichnet, in dem u.a. jedem Menschen das Recht auf freie Wahl seines Aufenthaltsortes und auf Ausreise aus einem Land eingeräumt wurde. Bildrechte: IMAGO
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