7. Oktober 1949 "Auferstanden aus Ruinen" - Die Gründung der DDR

Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht-Führung am 9. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst
Die Vorgeschichte zur Gründung der DDR beginnt mit dem Endpunkt des Zweiten Weltkrieges: Am 9. Mai 1945, um 0:16 Uhr, ratifiziert der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, gemeinsam mit den Oberkommandierenden der drei Wehrmachtteile in Berlin-Karlshorst die zwei Tage zuvor in Reims vereinbarte bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht gegenüber den Alliierten. Bildrechte: IMAGO
Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht-Führung am 9. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst
Die Vorgeschichte zur Gründung der DDR beginnt mit dem Endpunkt des Zweiten Weltkrieges: Am 9. Mai 1945, um 0:16 Uhr, ratifiziert der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, gemeinsam mit den Oberkommandierenden der drei Wehrmachtteile in Berlin-Karlshorst die zwei Tage zuvor in Reims vereinbarte bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht gegenüber den Alliierten. Bildrechte: IMAGO
Blick auf das im 2. Weltkrieg stark zerstörte Industriegebiet von Magdeburg.
Bereits seit 8. Mai, 23:01 Uhr, schweigen an allen Fronten die Waffen. Deutschland ist in weiten Teilen zerstört, fast 7,7 Millionen Einwohner getötet. Weitere elf Millionen befinden sich in Kriegsgefangenschaft. Fast zwölf Millionen Deutsche sind Flüchtlinge oder Vertriebene. Bildrechte: dpa
Siegermächte des Zweiten Weltkrieges übernehmen am 5. Juni 1945 durch ihre Oberbefehlshaber, von links nach rechts, der Französisch General Jean de Lattre de Tassigny (1889-1952), der Britische Marschall Bernard Montgomery (1887-1976), der Sowjet Marschall Georgi Schukow (1896-1974) und der amerikanische General Dwight Eisenhower (1890-1969), umgeben von ihren zivilen und militärischen Beratern, die Regierungesgewalt in Deutschland.
Am 5. Juni 1945 übernehmen die vier Siegermächte Sowjetunion, USA, Großbritannien und Frankreich gemeinsam die Regierungsgewalt über Deutschland. Als höchstes Machtorgan wird ein "Alliierter Kontrollrat" geschaffen. Die Gebiete westlich der Oder werden in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Auch Berlin wird in vier Sektoren aufgespalten. Die Gebiete östlich der Oder kommen unter polnische Verwaltung. Bildrechte: IMAGO
Marschall Shukow (rechts) mit US-Oberbefehlshaber Eisenhower auf der alliierten Siegesparade am 7. September 1945 in Berlin
Am 9. Juni 1945 nimmt in Berlin-Karlshorst die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) die Arbeit auf. Sie soll die Sowjetische Besatzungszone (SBZ), die das Gebiet der späteren DDR umfasst, verwalten. Ihr Chef wird Marschall Georgi K. Schukow (rechts). Bereits am 10. Juni erlaubt die SMAD per Befehl Nr. 2 die Bildung von Parteien. KPD, SPD, CDU und die liberale LDP entstehen. Sie werden später im "antifaschistischen  Block" vereint. Aus ihm wird in der DDR die "Nationale Front", ein Verbund aller Parteien und Massenorganisationen. Bildrechte: IMAGO
Walter Ulbricht 1962
Die Kommunisten nehmen in der SBZ von Beginn an eine privilegierte Stellung ein. Einer der führenden KPD-Funktionäre ist Walter Ulbricht. Der Leipziger ist bereits Ende April 1945 aus sowjetischem Exil zurückgekehrt und unterstützt die sowjetische Militärkommandantur beim Aufbau. Als Erfüllungsgehilfen der Sowjets, die sich unter anderem mit großangelegten Enteignungen viele Feinde schaffen, machen sich die Kommunisten trotz anfänglich starken Zulaufs zunehmend unbeliebt. Bildrechte: IMAGO
KPD-Chef Wilhelm Pieck (links) und Ost-SPD-Vorsitzender Otto Grotewohl reichen sich auf dem SED-Gründungsparteitag am 21. April 1946 die Hand.
Um ihre Machtposition zu sichern, macht sich die KPD für eine Fusion mit der SPD stark. Am 21. April 1946 schließen sich beide Parteien in Berlin zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) zusammen. Viele Sozialdemokraten stimmen erst unter massivem Druck durch die SMAD der Vereinigung zu. Vorsitzende werden Wilhelm Pieck (KPD) und Otto Grotewohl (SPD). Alle wichtigen Funktionen sollen paritätisch besetzt werden. Doch in Wirklichkeit reißen schon bald die Kommunisten die Macht an sich. Am 25. Januar 1949 richtet sich die SED auf ihrer 1. Parteikonferenz als marxistisch-leninistische Partei nach dem Vorbild der KPdSU neu aus. Bildrechte: dpa
Der Präsident des Parlamentarischen Rates, Konrad Adenauer, bei der Unterzeichnung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949.
Unterdessen schreitet die Spaltung Deutschlands unaufhörlich voran. Die SMAD verfügt die Gründung einer "Deutschen Wirtschaftskommission", die sich bis Mitte 1948 zu einer Art Regierung für die SBZ entwickelt. Die Westalliierten wiederum treiben offen den Aufbau eines "Weststaates" voran und führen am 20. Juni 1948 die D-Mark in den drei Westzonen ein. Die Entwicklung gipfelt in der Gründung der Bundesrepublik am 24. Mai 1949. Bildrechte: dpa
Aufmarsch der Massenorganisationen FDJ und DFD der SBZ Ender der 40er-Jahre in Dresden
In der SBZ finden am 15. Mai 1949 Wahlen zum 3. Deutschen Volkskongress statt, einer von der SED Ende 1947 ins Leben gerufenen Bewegung, deren wichtigste Forderungen eine gesamtdeutsche Regierung und Verfassung sind. Erstmals können die Wähler dabei nicht mehr unter verschiedenen Parteien wählen. Stattdessen sollen sie für eine Einheitsliste der "antifaschistischen Front" stimmen, auf der die SED bevorteilt ist. Trotz Manipulationen stimmen nur 66 Prozent der Wähler für die Einheitsliste. Bildrechte: IMAGO
Wilhelm Pieck Staatspräsident der DDR mit Bauern 1956
Am 11. Oktober 1949 wählt die Provisorische Volkskammer gemeinsam mit der neugeschaffenen Länderkammer den Alt-Kommunisten Wilhelm Pieck (Bildmitte) zum Präsidenten der DDR. Er nimmt überwiegend repräsentative Aufgaben war. Bildrechte: IMAGO
Erstes DDR-Kabinett 1949 mit Ministerpräsident Otto Grotewohl (7.v.l.) und Walter Ulbricht (4.v.l.)
Als Ministerpräsident wird einen Tag später der Alt-Sozialdemokrat Otto Grotewohl (SED, 7.v.l.) bestätigt. Stellvertretende Ministerpräsidenten werden Walter Ulbricht (SED, 4.v.l.), Otto Nuschke (CDU) und Hermann Kastner (LDP). Von den 14 Fachministern gehören sechs der SED an, so der Innen-, Volksbildungs- und Justizminister. Damit besetzen bereits in der ersten DDR-Regierung SED-Genossen die wichtigsten Posten. Bildrechte: IMAGO
Der Komponist der DDR-Nationalhymne Hanns Eisler
Noch im gleichen Jahr beauftragt die SED-Führung den Dichter Johannes R. Becher und den Komponisten Hans Eisler, eine DDR-Nationalhymne zu schaffen.  "Auferstanden aus Ruinen (und der Zukunft zugewandt) ..." enthält mit seiner Zeile "... lass uns dir zum Guten dienen, Deutschland einig Vaterland" noch ein gesamtdeutsches Bekenntnis. De facto ist aber mit der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 und der vorausgegangenen Konstituierung der Bundesrepublik die Spaltung Deutschlands besiegelt. Bildrechte: dpa
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