Hanns Eisler
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6. Juli 1898 Hanns Eisler - Der Komponist der DDR-Hymne

Hanns Eisler
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Am 6. Juli 1898 kam Johannes Eisler, der seinen Namen später auf Hanns verkürzen sollte, in Leipzig zur Welt. Er war das jüngste Kind des bekannten Philosophen Rudolf Eisler. Bereits 1901 siedelte die Familie nach Wien über, wo Hanns den größten Teil seiner Kindheit verbrachte.

Soldat im Ersten Weltkrieg

Als Soldat eines ungarischen Regiments erlebte er 1916 die Schrecken des Ersten Weltkriegs im Felde, komponierte allerdings auch unter diesen Bedingungen. Der Durchbruch seiner Karriere erfolgte schließlich 1919 nach Kriegsende, als Meisterschüler des "Neuen Wiener Konservatoriums". Später nahm sich Arnold Schönberg in Wien des jungen Komponisten an.

Nach dem Ende seiner musikalischen Ausbildung 1923 verdiente Eisler sein Geld mit Kompositionen und als Lehrer für Musik. Seit 1924 lebte er in Berlin, schrieb Klavier-, Kammermusik-, Vokal- und Orchesterwerke für Theateraufführungen in der Hauptstadt und für das Baden-Badener Musikfest.

Als überzeugter Sozialist verfasste er aber auch leichtere Musikstücke und Lieder für die Agitproptruppe "rotes Sprachrohr", darunter Stücke wie "Kominternlied" und einige Chöre für die Arbeitersängerbewegung.

Zusammenarbeit mit Schönburg und Brecht

1927 heiratete Eisler Charlotte Demant. Bereits ein Jahr später wurde Sohn Georg geboren. In dieser Zeit unterrichtete Eisler an der Marxistischen Arbeiterschule (MASCH) in Berlin. Mit Schönberg, der in diesem Engagement eine Verschwendung von Eislers unumstrittener Begabung sah, kam es nicht zuletzt auch wegen Eislers Desinteresse an der Kompositionslehre des Meisters zum Bruch.

Seit 1929 arbeitete Eisler mit Bertolt Brecht zusammen, für den er die Musik zu Bühnenstücken schrieb. Beide verband eine enge Freundschaft. Gemeinsam arbeiteten sie 1931 an dem Film "Kuhle Wampe"; Brecht als Autor und Eisler als Komponist. "Vorwärts, und nicht vergessen, worin unsere Stärke besteht, beim Hunger und beim Essen ... die Solidarität ..." ist eines der bekanntesten Lieder aus diesem Film.

Flucht nach Spanien

Als die Nationalsozialisten in Deutschland herrschen, flieht auch Eisler. Über Dänemark und London gelangte er 1937 nach Spanien. Hier komponierte er Lieder für die Internationale Brigade, die an der Seite der spanischen Republik gegen Franco kämpfte. Im gleichen Jahr heiratete Eisler nach der Trennung von seiner ersten Frau Anna Louise Gosztonyi, genannt "Lou". Mit ihr emigrierte er 1938 in die USA. Dort schrieb Eisler nicht nur Filmmusiken, sondern lehrte auch an der University of Southern California. In Zusammenarbeit mit Theodor W. Adorno entstand 1941 das Buch "Komposition für den Film". Dabei setzten sich die Autoren unter anderem auch mit der amerikanischen Unterhaltungsindustrie auseinander.

Nach dem Ende des Nationalsozialismus und dem Sieg der Alliierten eröffnete McCarthy seine systematische Hexenjagd auf Kommunisten oder Menschen, die er dafür hielt. Auch Eisler zitierte man 1947 vor den "Ausschuss zur Untersuchung unamerikanischer Tätigkeiten". Es folgten die Verhaftung von Eisler und seiner Frau, Verhöre und schließlich die Ausreise aus den Vereinigten Staaten.

Rückkehr ins nun geteilte Heimatland

Nach Stationen in Wien und Berlin ließ sich der Komponist 1950 in der Deutschen Demokratischen Republik nieder. An der neu gegründeten Berliner Hochschule für Musik lehrte er Musiktheorie und an der Deutschen Akademie der Künste übernahm er die Meisterklasse für Komposition.

Für Eisler hatte die Musik, wie Kunst überhaupt, immer einen bestimmten gesellschaftlichen Zweck. Auf keinen Fall sollte sie durch unnötigen Schwulst vom Hauptziel - dem Klassenkampf - ablenken. Mit populärer Musik, wie dem aufkommenden Jazz, setzte er sich kritisch auseinander.

Am 6. September 1962 starb der Komponist der Nationalhymne der DDR 64jährig in Berlin, der Hauptstadt seiner politischen Heimat.

Über dieses Thema berichtete MDR im TV auch in "artour" 13.09.2012 | 22.00 Uhr