Der frühere DDR-Spionagechef Markus Wolf
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Markus Wolf - Mielkes bester Mann

Jahrzehntelang ist Markus Wolf der Chef eines der erfolgreichsten Auslandsspionagedienste des Kalten Krieges, ein Mythos in Ost und West. Bis er Mitte der 1980er-Jahre plötzlich von all seinen Posten zurücktritt, sich nach der Wende gar selbst gern an die Spitze der Reformbewegung gesetzt hätte. Wer war dieser "Mann ohne Gesicht"?

Der frühere DDR-Spionagechef Markus Wolf
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Zeitenwende

Ost-Berlin, September 1990. Die DDR wird endgültig abgewickelt. Der Countdown zur Wiedervereinigung läuft.

Szenen aus "Markus Wolf - Mielkes bester Mann" in der MDR-Reihe zur "Geschichte Mitteldeutschlands" 2013
Blick auf die einstige Stasi-Zentrale in Berlin Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Mehrheit der Bevölkerung will nun endlich Gerechtigkeit: Die Mächtigen im SED-Staat sollen zur Verantwortung gezogen werden. Besonders die obersten Chefs der Staatssicherheit sollen Rechenschaft ablegen - ehe es zu spät ist, ehe die Beweise vernichtet und die Schuldigen über alle Berge sind.

Für manch einen der Top-Kader empfiehlt es sich, das Weite suchen, ganz nach der Devise: Rette sich, wer kann.

Auf der Flucht zu den alten Freunden

Szenenbilder: Markus Wolf, Geschichte Mitteldeutschlands
Markus Wolf auf der Flucht - Spielszene Bildrechte: MDR/ Andreas Lander

Auch der frühere Stasi-General Markus Wolf entzieht sich der drohenden Verhaftung. Es ist der Beginn einer langen Flucht, die den ehemaligen Stellvertreter Erich Mielkes lange in Atem halten wird. Wie entkommt er den bundesdeutschen Vollzugsbehörden? Kann er auf die Hilfe seiner alten Freunde vom KGB bauen? Welche Rolle spielt ein westdeutscher Adliger, der den einstigen Klassenfeind bei seiner Flucht tatkräftig unterstützen wird?

Mythos in Ost und West: Der "Mann ohne Gesicht"

Szenen aus "Markus Wolf - Mielkes bester Mann" in der MDR-Reihe zur "Geschichte Mitteldeutschlands" 2013
Der Mann, der Markus Wolf enttarnte: Werner Stiller gibt im Film Auskunft Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es sind Fragen wie diese, die die Dokumentation "Markus Wolf - Mielkes bester Mann" aus der MDR-Reihe zur "Geschichte Mitteldeutschlands" beantwortet. So beleuchtet der Film eine der spannendsten Biografien des 20. Jahrhunderts. Denn: 

Jahrzehntelang war Markus Wolf der "Mann ohne Gesicht", der Meisterspion und Chef eines der erfolgreichsten Auslandsspionagedienste des Kalten Krieges. Charismatisch und elegant, intelligent und erfolgreich: Generaloberst Markus "Mischa" Wolf galt als Ausnahmeerscheinung in der Führungsriege der DDR, ein Mythos in Ost und West.

Willy Brandt und Günter Guillaume 1974  auf einem Bahngelände
Kanzleramtsspion Günter Guillaume an der Seite von Willy Brandt Bildrechte: dpa

Wie wurde aus diesem Mann der Chef eines riesigen Spionage-Kombinats mit tausenden Agenten und Informanten in der DDR und in Westdeutschland, dessen beruflicher Werdegang verbunden ist etwa mit der Platzierung und Enttarnung des Kanzleramstspions Günter Guillaume, der letztlich Willy Brandt zu Fall bringt oder die "Romeo"-Agenten-Masche ersinnt.

Wer ist der Mann, der Mitte der 1980er-Jahre plötzlich von all seinen Posten zurücktritt und plötzlich selbst beschattet wird? Wie wurde aus dem zweiten Mann hinter Mielke der Mann, der sich im November 1989 gerne an der Spitze der Reformbewegung gesehen hätte? "Geschichte Mitteldeutschlands" begibt sich auf die Spuren des Agentenchefs.

Angaben zum Film: Markus Wolf - Mielkes bester Mann

Buch und Regie: Christian Schulz
Regie Spielszenen: Pepe Pippig
Kamera: Sebastian Hattop
Kamera Spielszenen: Torbjörn Karvang
Schnitt: Marcus Dippener / Andreas Ogrzewalla


Länge: 45 min.
Erstsendung: 25.08.2013 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2015, 14:58 Uhr