Katja Paryle (Hexe), Siegfried Seibt (Rumpelstilzchen) Stefan Lisewski (Riese). (v.re.n.li.)
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Märchenhafte-Spukfilme Märchenfilme mit sozialistischem Alltag: Die "Spuk"-Filme von C.U. Wiesner

Mit der Reihe "Spuk unterm Riesenrad" kam 1979 wieder Leben in den DEFA-Märchenfilm: Klassische Figuren treffen auf real existierenden Sozialismus. Unterwegs in Berlin und bis in den Harz erleben sie viele Abenteuer. Ausgedacht hatte sich die Geschichten der Schriftsteller und Drehbuchautor Claus Ulrich Wiesner.

Katja Paryle (Hexe), Siegfried Seibt (Rumpelstilzchen) Stefan Lisewski (Riese). (v.re.n.li.)
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Ein lächelnder Mann sitzt vor einem Bücherregal
Claus Ulrich Wiesner Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Als der Schriftsteller und Drehbuchautor Claus Ulrich Wiesner Ende der 1970er-Jahre das Buch zu "Spuk unterm Riesenrad" vorlegte, konnte niemand ahnen, welchen Erfolg eine ganze Reihe von "Spuk"-Filmen bis zum Ende der DDR haben sollte. Eigentlich als Fernsehfilm in sieben Teilen geplant, wurde der erste Teil "Spuk unterm Riesenrad" zu einem zweiteiligen Kinofilm zusammengeschnitten und sorgte auch in der Bundesrepublik für Furore.

Der Anfang: Spuk unterm Riesenrad

Spuk unterm Riesenrad (1)
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit "Spuk unterm Riesenrad" sollte der Erfolg der "Spuk"-Filme beginnen: In einer Berliner Geisterbahn werden ein Riese, eine Hexe und das Rumpelstilzchen zum Leben erweckt. Auf einer abenteuerlichen Flucht wirbeln sie durch die ganze Stadt, besorgen sich moderne Kleidung, machen aus Strohhalmen Gold und fliegen mit einem Staubsauger durch die Republik. Das war der Stoff, mit dem man nicht nur die Kinder begeistern konnte. Ein wenig Zauber, ein wenig Spuk und ein wenig die öffentliche Ordnung stören, natürlich alles mit einem Augenzwinkern.

Wir wollten einfach die Realität möglichst genau und ungeschönt abbilden und vor allem wollten wir es mit Spaß tun.

C.U. Wiesner

Spuk im Hochhaus: der zweite Streich

Zwei Kinder in kurzen Hosen und T-Shirts hocken in einem Hausflur und lachen
Filmszenen aus "Spuk im Hochhaus". Bildrechte: MDR/DRA

Mit dem Erfolg des ersten Fernseh- und Kinofilms kam der Auftrag für die Fortsetzung: "Spuk im Hochhaus" in sieben Teilen. War schon der erste Film mit bekannten Schauspielern besetzt, wurden nun Fernsehlieblinge wie Heinz Rennhack, Gerry Wolff oder Käthe Reichel für den zweiten Teil eingesetzt. Dieses Mal sollten es jedoch Geister sein, die in einem Hochhaus im Berliner Stadtteil Friedrichshain ihr Unwesen treiben. Der Plott: Zwei Wirtsleute haben sich vor über 200 Jahren etwas zu Schulden kommen lassen und können nicht eher ruhen, bevor sie nicht ausreichend gute Taten vollbracht haben. Da aber statt einer Schänke nun ein Hochhaus an dem Ort steht, müssen sich die beiden Geister dort beweisen. Hier treffen sie auf die unterschiedlichsten Mieter einer Muster-Hausgemeinschaft.

Außerirdisch: Spuk von Draußen

Der dritte Teil der "Spuk"-Filme sollte 1987 folgen. Wiesner, der bereits seit dem zweiten Teil mit dem Regisseur Günter Meyer an der Reihe arbeitete, trat nun auch selber als Erzähler in den Filmen auf. Zusammen verlegten sie den Handlungsort in die Heimat Meyers, in das Erzgebirge. Um drei Außerirdische, den Menschen-Roboter Opa Rodenwald, der Familie Habermann und einem Filmteam drehte sich die Geschichte, die sich im typischen "Spuk"-Stil durch viel Zauber, Verwechselung und Spaß auszeichnet.

Wiesner wie auch Meyer blieben der Reihe nach der Wende treu: drei weitere Teile wurden 1999 im ORB sowie 2000 und 2002 im Kinderkanal ausgestrahlt. Längst sind die Spuk-Geschichten auch auf vielen Theaterbühnen erfolgreich.

Zuletzt aktualisiert: 25. Dezember 2016, 11:31 Uhr

TV-Tipp!

Spuk unterm Riesenrad (1)
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24.12.- 31.12.2016 | 08:15 Uhr Spuk unterm Riesenrad

Spuk unterm Riesenrad

In den Sommerferien helfen Tammi, Umbo und Keks ihren Großeltern in der Geisterbahn. Beim Säubern der Figuren werden ein Riese, die Hexe und das Rumpelstilzchen lebendig und setzen sich ab...