DEFA Der Ausverkauf der sozialistischen Traumfabrik

Vom Verkauf der DEFA und was danach geschah

Heute vor 25 Jahren, am 19. Mai 1992, gab die Treuhand bekannt: Die Deutsche Film-Aktiengesellschaft wird verkauft. Damit ging die mehr als 40-jährige Geschichte der DEFA zu Ende. Was bleibt, ist Filmgeschichte.

Volker Schlöndorff
Oscarpreisträger und Regisseur Volker Schlöndorff übernahm von 1992 bis 1996 die Geschäftsführung der "Babelsberg Studio GmbH". Bildrechte: IMAGO

Der Konzern, der das Schicksal der DEFA besiegelt, kommt aus Frankreich. Es ist ein Mischkonzern, der seinen Ursprung in der Wasserwirtschaft hat und sich später auch in der Medienwelt ausbreitete: die Compagnie Genereale des Eaux, kurz CGE. Medienberichten zufolge kauft das französische Unternehmen die DEFA für rund 130 Millionen Mark. Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff übernimmt die Geschäftsführung. Der Firmenname DEFA wird gestrichen und das Studio in "Babelsberg Studio GmbH" umbenannt.

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
Drei Haselnüsse für Aschenbrödel - ein Märchenklassiker, an dem auch die DEFA beteiligt war. Bildrechte: DEFA Stiftung Josef Illik

Schon knapp zwei Jahre zuvor wurde die DEFA an die Treuhand übergeben. Deren Aufgabe war es, den Betrieb, wie alle früheren Staatsbetriebe der DDR, zu privatisieren und an ein privates Unternehmen zu verkaufen. Von ehemals rund 3.500 Mitarbeitern wurde der Großteil entlassen. Übrig blieb nur rund ein Fünftel der Belegschaft. Die Mitarbeiter erhielten eine Beschäftigungsgarantie bis 1994. Aber Arbeit gab es zunächst jedoch wenig.

Umbruch und Neuanfang in Babelsberg

Die CGE hatte versprochen, die Filmstudios zu erhalten. Nur ein kleiner Teil des Geländes sollte verkauft und somit zu Geld gemacht werden. Ein Vorhaben, das sich so schnell nicht in die Tat umsetzen ließ. Denn der erhoffte Aufschwung im Osten blieb erst einmal aus und die Immobilienpreise sanken. Ein Erfolg war jedoch der Freizeit-Themenpark, der kurz nach dem Verkauf gebaut wurde und der bis heute Besucher anzieht.

Für CGE, die ab 1998 „Vivendi“ hieß, war die Investition in die alte DEFA insgesamt aber ein Verlustgeschäft. Die Studios in Babelsberg blieben oft leer. Schließlich gab Vivendi auf und verkaufte 2004 sämtliche Studios für einen symbolischen Euro an zwei Münchener Geschäftsleute. Erst im Laufe der folgenden Jahre entwickelte sich Babelsberg zu dem florierenden Unternehmen, das die CGE schon kurz nach der Wende geplant hatte – der erhoffte Aufschwung kam.

Die Legende Von Paul Und Paula (1973) Paul (Winfried Glatzeder) und Paula (Angelica Domröse).
Kultfilm der DEFA: Die Legende von Paul und Paula, mit Angelica Domröse und Winfried Glatzeder. Regie führte Heiner Carow. Bildrechte: dpa

Hollywood-Stars wie Samuel L. Jackson, Regisseur Wes Anderson oder Brad Pitt haben dort gearbeitet oder werden es noch tun. Den Filmpark Babelsberg besuchen über 300.000 Filmfans pro Jahr. Bis 2018 soll zudem der „Campus Babelsberg“ fertig sein, mit Studentenwohnheim, Appartements, Restaurants sowie Geschäften. Insofern gibt es zwar die DEFA nicht mehr. Die Filmtradition lebt in Babelsberg aber bis heute weiter.

Zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2017, 14:59 Uhr

Erwin Geschonneck alias Karl Blücher, auch Kalle genannt.
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MDR FERNSEHEN Mo, 22.05.2017 23:05 00:25
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Der Verkauf der DEFA
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Fr 19.05.2017 13:52Uhr 06:25 min

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