Graphic Novel von Max Baitinger: Eine Erklärbox mit dem Text auf Englisch: "In Dresden, in der Nacht des 10. Juni 1942 atackiert Johannes Clemens mit dem Buch "Der Mythus des 20. Jahrhunderts" Victor Klemperer."  Im Bild selber: Eine Frau sitzt auf einem Sofa, ein Mann auf einem Stuhl vor ihr. Er sagt in einer Sprechblase zu ihr: "Ich wurde auf den Kopf geschlagen." Hinter beiden Figuren wabert eine große schwarze Wolke.
Bildrechte: Max Baitinger

Thema im Magazin: Graphic Novels Der Holocaust als Geschichtscomic?

Bald können keine Augenzeugen mehr von Verbrechen der Nazis berichten. Dabei sind noch so viele Opfer vergessen, wie zum Beispiel arabische KZ-Häftlinge. Eine Graphic-Novel-Ausstellung in Chemnitz erinnert unter anderen auch an sie.

Graphic Novel von Max Baitinger: Eine Erklärbox mit dem Text auf Englisch: "In Dresden, in der Nacht des 10. Juni 1942 atackiert Johannes Clemens mit dem Buch "Der Mythus des 20. Jahrhunderts" Victor Klemperer."  Im Bild selber: Eine Frau sitzt auf einem Sofa, ein Mann auf einem Stuhl vor ihr. Er sagt in einer Sprechblase zu ihr: "Ich wurde auf den Kopf geschlagen." Hinter beiden Figuren wabert eine große schwarze Wolke.
Bildrechte: Max Baitinger

Graphic-Novels als Grafik-Romane oder auch Comics in Buchformat sind zurzeit sehr angesagt. Sie beschäftigen sich nicht mehr nur mit stereotypen Klischeebildergeschichten, sondern zunehmend auch mit komplexeren und schwierigeren Facetten und (Sach-)Gebieten. Aber mal ehrlich: Eignen sich solche Comicgeschichten dazu, die beispiellosen Verbrechen der Nationalsozialisten zu veranschaulichen? Und wie setzt man diese Geschichten in Form von Sprechblasen und Bilderfolgen um, ohne dass es trivial oder verharmlosend wirkt? MDR Zeitreise hat den Historiker Ole Frahm getroffen, der seit Jahren die Darstellung des Holocausts in Comics analysiert und dem Leipziger Künstler Max Baitinger dabei über die Schulter geschaut, wie eine Graphic Novel über Victor Klemperers Schicksal entsteht.

Aktuell dazu:

Bald können keine Augenzeugen mehr von den Verbrechen des Nationalsozialismus berichten. Doch noch immer gibt es viele vergessene Opfer. Wer hat etwa schon von arabischen KZ-Häftlingen gehört? Zugleich bedarf das Erinnern an ihre Geschichten dringend neuer und lebendiger Konzepte, besonders für junge Menschen und für eine zusammenwachsende Welt.

Max Baitinger
Einer der ausstellenden Künstler: Max Baitinger Bildrechte: Thomm TV

Das Ausstellungsprojekt "Redrawing Stories from the Past" bringt in Chmenitz vergessene Geschichte(n), Kunst und Jugendkultur zusammen. Am Abend des 11. März 2016 wird die Ausstellung eröffnet. Gezeigt werden Arbeiten fünf junger Graphic-Novel-Schaffenden aus verschiedenen Ländern Europas. Mit Paula Bulling, Max Baitinger (Deutschland), Vuk Palibrk (Serbien), Mārtiņ Zutis (Lettland) und Zosia Dzierżawska (Polen) und Dr. Ole Frahm und Sascha Hommer, Experten für Geschichte und Comics.

Zuletzt aktualisiert: 15. März 2016, 10:34 Uhr