Lucas Cranach der Jüngere - Maler, Unternehmer, Politiker

Lange Zeit stand er im Schatten seines berühmten Vaters, heute werden seine Leistungen als Künstler neu bewertet und seine sozialen Verdienste als Unternehmer in Wittenberg wieder entdeckt. Eine Spurensuche.

Passend zum 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren widmet sich "Geschichte Mitteldeutschlands" diesem Maler, der trotz seines großartigen Schaffens lange Zeit im Schatten seines Vaters blieb. Dabei leistete er als Künstler und Unternehmer einiges.

Der Sohn des Hofmalers als Mann der Stadt

Sein Vater, Hofmaler und Propagandist der Reformation, hatte es in der Residenzstadt Wittenberg zu großem Reichtum und gesellschaftlicher Anerkennung gebracht. Doch in den Wirren der Religionskriege musste er Wittenberg gemeinsam mit dem Kurfürsten verlassen. Sein Sohn sprang ein. Er übernahm die Werkstatt des Vaters - und ein enormes Wirtschaftsunternehmen.

Der Film zeigt, wie es Lucas Cranach dem Jüngeren gelang, das Familien-Imperium weiter auszubauen, sich als einer der reichsten Bürger Wittenbergs aber auch für die Belange der Stadt einzusetzen. Dabei erwacht das Wittenberg aus der Zeit der Reformation neu zum Leben, eine Stadt mit einer großen Geschichte, die schließlich nicht "nur" wegen Luther, sondern auch wegen der Cranachs und ihrer Bilder der Reformatoren noch heute in aller Munde ist.

Als Maler reformatorischer Altäre, als Porträtist und hochbegabter Zeichner gab auch Lucas Cranach der Jüngere der Reformation ein Gesicht und entwickelte neue Bildformeln für den protestantischen Glauben.

1550 übernahm er die Werkstatt seines gleichnamigen Vaters, dessen Malstil er lange beibehielt. Er baute das Repertoire populärer Cranach-Motive weiter aus, sorgte mit seinen Bildschöpfungen für das Totengedenken von Reformatoren, Fürsten und wohlhabenden Bürgern und setzte neue Maßstäbe für das höfische Porträt. So malte er das Totenbildnis Martin Luthers.

Angaben zum Film: Lucas Cranach der Jüngere - Maler, Unternehmer, Politiker

Buch und Regie
Gabriele Rose

Darsteller
Markus Lerch
Julia Gorr

Kamera
Torbjörn Karvang
Jürgen Rehberg

Schnitt
Tim Sprado

Musik
Philipp E. Kümpel + Andreas Moisa

Länge: 45 min.
Erstsendung: 23.08.2015 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. September 2015, 14:20 Uhr