Grammophon
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Die Musik der Goldenen Zwanziger

Die zwanziger Jahre waren ein sehr musikalisches Jahrzehnt. Die Charleston-Welle aus den USA hat dank Josephine Baker auch in Europa keinen Stein auf dem anderen gelassen. Jazz und Swing revolutionierten die Musik. Aber welche Titel hat man eigentlich gehört?

Wir haben ein paar zusammengetragen, die man im Internet findet und sich immer wieder anhören kann.

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Den besten Einstieg schafft man natürlich mit den Comedian Harmonists. Das Sextett gilt als die bekannteste deutsche Gruppe aus der Zeit und war auch international erfolgreich. Ihre Klassiker sind. Songs wie "Ein Freund, ein gute Freund" oder "Veronika, der Lenz ist da" sind unsterbliche Klassiker.

Über den großen Teich

Aber auch aus den USA gibt es ein paar Klassiker. Allen voran die, die Tänze inspiriert haben. Der prägendste Titel: "The Charleston" - komponiert von James P. Johnson. Aber auch der Black Bottom war ein populärer Tanzstil mit eigenem, zugehörigem Song, dem "Black Bottm Stomp" von den Red Hot Peppers.

Goldene Zeiten für den Schlager

Playlist 1
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Abseits der großen Klassiker und amerikanischen Importe hat sich der Schlager in den Zwanzigern ganz schön gewandelt. So wurden zum Beispiel zahlreiche Nonsens-Texte gedichtet - inspiriert vom Dadaismus. Beispiele sind: "Wer hat bloß den Käse zum Bahnhof gerollt?" oder "Mein Papagei frisst keine harten Eier". Auch schön: "Du Bist als Kind zu Heiß Gebadet worden".

Aber in den Zwanzigern gab es nicht nur verrückte Schlager. Die Texte waren mitunter ganz schön frivol. "Fräulein, wolln Sie nicht ein Kind von mir?", "Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt", "Wenn ich Liebe brauche, dann geh ich zur Pauline" sind alles Titel, die die etwas freizügigere Moral zum Ausdruck bringen, die damals vor allem im Nachtleben herrschte.

Die Musiker waren damals Meister des Subtexts, wie zum Beispiel in "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh'n", das von in einer Version von Paul Goodwin gesungen wurde.

Modern in allen Punkten

Nicht nur moderne Moralvorstellungen haben in den Texten ihre Spuren hinterlassen. Auch die neue Technik wurde vom Schlager humorvoll thematisiert. Zum Beispiel in "Mein Bruder macht im Tonfilm die Geräusche".

Und auch die große weite Welt war in den Songs ein Thema; "Was macht der Mayer am Himalaja", "Ich fahr mit meiner Clara in die Sahara" oder "Der Onkel Bumba aus Kalumba" spielten alle mit den kolonialen Vorstellungen von der Exotik fremder Länder. Selbst der Black Bottom hielt im deutschen Schlager Einzug in "Ja, bei den Hottentotten".

Ein Song, sehr viele Versionen

Viele der Titel gibt es in verschiedenen Fassungen von verschiedenen Orchestern und Sängern. "Veronika, der Lenz ist da" gibt es zum Beispiel nicht nur von den Comedian Harmonists, sondern auch vom Columbia Tanzorchester oder von Herrmann Leopoldi. Das liegt daran, dass Schlager aus den Operetten des 19. Jahrhunderts entstanden sind. Die gehören zur klassischen Musik, wo traditionell eher die Komponisten (und Texter) im Vordergrund stehen.

(zuerst veröffentlicht am 18.06.2015)

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: Geschichte Mitteldeutschlands - Das Magazin | 18.08.2015 | 21:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2017, 09:34 Uhr