Spur der Ahnen | 14.06.2017 | 21:15 Uhr Mein Vater, ein Saboteur?

Bettina Chastains kennt ihren Vater als zurückhaltenden, ausgeglichenen Mann. Als Horst Anschütz aber am Ende seines Lebens an Demenz erkrankt, gerät er in schwere Angstzustände. Er fürchtet sich vor den Russen, erzählt aufgewühlt von Aufseherinnen und von seinem Cousin Harry, der auf schreckliche Weise gestorben sei. Die Tochter wird stutzig - der Cousin ist ihr unbekannt und dass ihr Vater jemals in irgendeinem Lager gewesen sein soll, ist ihr neu. Sie durchforscht Fotoalben und entdeckt dabei einen handgeschriebenen Lebenslauf, der weit mehr Fragen aufwirft, als dass er welche klärt.

Auf den Spuren von Horst Anschütz

Historisches Bild. Foto eines Jungen mit Seitenscheitel
Ein Foto aus Kindertagen von Horst Anschütz. Fotos von ihm als junger Mann gibt es nicht. Bildrechte: Bettina Chastein
Historisches Bild. Foto eines Jungen mit Seitenscheitel
Ein Foto aus Kindertagen von Horst Anschütz. Fotos von ihm als junger Mann gibt es nicht. Bildrechte: Bettina Chastein
Ein junger Mann mit schwarzem Haar im Wintermantel
Denn Horst Anschütz wird als 17-Jähriger in seinem Heimatdorf Schwabhausen in der Nahe von Gotha verhaftet. Sieben Jahre lang wird er nicht nach Hause kommen. Bildrechte: Bettina Chastein
Familienfoto - ein Vater mit seinem etwa 4 Jahre alten Kind vor einer Hochhaussiedlung .
Horst Anschütz, hier mit seiner Tochter Bettina, hatte immer über seine Vergangenheit geschwiegen. Erst im Alter brechen quälende Erinnerungen hervor. Bildrechte: Bettina Chastein
Blick aus einem Fenster, ein Teerweg trennt sich in zwei, die zwischen Baracken führen
Horst Anschütz erzählt seiner Tochter kurz vor seinem Tod, dass er "sein Zuhause sehen konnte, aber nicht hingehen durfte". Was hat das zu bedeuten? Bildrechte: DEFA
Ein Kleinkind mit Pudelmütze auf dem Arm seiner Mutter.
Die erwachsene Tochter forscht nach: Im Fotoalbum des Vaters - hier ein Bild von ihm als kleines Kind - finden sich keine Hinweise. Was passierte mit dem Vater in der im Frühjahr 1946, wo war er in den kommenden Jahren - und warum hat er nie darüber gesprochen? Bildrechte: Bettina Chastein
Eine alte Dame stützt sich im Gespräch auf den Arm eines Herrn neben ihr
Die Recherche führt Tochter Bettina (links im Bild) in die Heimat ihres Vaters in Thüringen. Eine frühere Schulfreundin von Horst liefert Hinweise darauf, was nicht nur ihrem Vater, ssondern noch 14 weiteren Jungen aus dem Dörfchen mit 750 Einwohnern zwei Jahre nach Kriegsende wiederfahren war: Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Gedenkstele mit eingravierten Namen, darunter der Name Harry Anschütz.
Auf einem Gedenkstein in dem kleinen Örtchen wird an mehrere Jungen erinnert, die in Sachsenhausen ums Leben gekommen waren, darunter auch ein Cousin ihres Vaters - Harry Anschütz. Bildrechte: Bettina Chastein
Außenansicht Spezialager Sachsenhausen mit Plakat, Aufschrift: 'Verbotene Zone. Eintritt verboten. Es wird geschossen.'
Warum kamen die Jungen ins das sowjetische Speziallager Sachsenhausen? Bildrechte: MDR / Spur der Ahnen
Zeichnung: Vier Jungen, dahinter zwei bewaffnete Uniformierte
Was wurde dem 17-jährigen Horst Anschütz und seinen Freunden von den Sowjets vorgeworfen? Bildrechte: Spur der Ahnen
Blick aus Speziallager Sachsenhausen.
Was widerfährt Anschütz in dem Lager? Und wie überlebt er die Zeit dort? Bildrechte: DEFA
Blick aus einem Fenster auf eine Barackensiedlung.
Was draußen keiner weiß und auch später nicht wissen darf, das sind die Methoden, mit denen Horst Anschütz und seine zeitgleich verhafteten Freunde zu Geständnissen gezwungen werden - und welche Folgen die Geständnisse haben werden. Bildrechte: DEFA
Porträt einer Frau mit blonden Haaren
Was wird Tochter Bettina über die sieben fehlenden Jahre im Lebenslauf ihres Vater herausfinden, von denen er nicht alle im Speziallager Sachsenhausen verbrachte? Eine spannende Recherche - mit einem verblüffenden Ausgang. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Bettina weiß, dass ihr Vater Horst Anschütz aus dem thüringischen Schwabhausen stammt, einem 750-Seelendorf bei Gotha. Sie weiß auch, dass er 1952 die DDR verlies und sich im Westen niederließ. Was aber war in der Zwischenezit passiert? Was hatte der Vater in der Zeit seit Kriegsende erlebt? In seinen wenigen lichten Momenten kann er der Tochter noch erzählen, dass er als 17-Jähriger inhaftiert und von den russischen Besatzern im gerade befreiten KZ Sachsenhausen eingesperrt wurde. Aber warum - was wurde ihm vorgeworfen oder was hatte er tatsächlich getan?

Bettina geht auf Spurensuche. Sie will wissen, was in jenen sieben düsteren Jahren mit ihrem Vater geschah, was ihm vorgeworfen wurde und was er erlebte - und warum er später niemals darüber sprach.

Porträt einer Frau mit blonden Haaren
Bettina Chastein geht auf Spurensuche Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2017, 16:40 Uhr

Stichwort sowjetische Speziallager