07.07.1880: Der erste Duden Konrad Duden

(1829-1911)

Am 3. Januar 1829 kam Konrad Duden als Sohn des Eisenbahnbeamten Johann Konrad Duden und dessen Frau Julia auf dem Gut Bossigt in Lackhausen bei Wesel zur Welt. Nach dem Abitur begann er 1846 in Bonn ein Studium der klassischen Philologie, Germanistik und Geschichte. Bereits zwei Jahre später siedelte der 19jährige nach Frankfurt am Main über und nahm eine Stelle als Hauslehrer an.

Die an seine Promotion anschließende Referendariatszeit brach Konrad Duden 1854 ab, um in Genua als Hauslehrer zu arbeiten. In dieser Zeit lernte er seine spätere Frau Adeline Jakob, die Tochter des deutschen Konsuls kennen.

Nach Deutschland zurückgekehrt, lehrte er seit 1859 am Soester Gymnasium, dessen Prorektor er bald wurde. Seit 1869 war er Gymnasialdirektor im thüringischen Schleiz. 1861 hatte er im italienischen Messina Adeline Jakob geheiratet. Sechs Kinder gingen aus der Ehe hervor.

In kürzester Zeit machte Jakob Duden das Schleizer Gymnasium "Rutheneum" über die Region hinaus bekannt. Dank seines unermüdlichen Einsatzes konnte die drohende Schließung der einzigen "Fürstenschule" im Gebiet um Schleiz und Lobenstein verhindert werden.

Doch seine Aufmerksamkeit galt nicht nur seinen Schülern. So gründete er 1871 den "Allgemeinen Bildungsverein", der sich der Erwachsenen- und Jugendbildung widmete. Diese Frühform der "Volkshochschule" unterstützten die Honoratioren der Stadt Schleiz finanziell und ermöglichten dadurch sozial schwächer gestellten Erwachsenen und Jugendlichen einen Zugang zu allgemeiner Bildung.

Duden hatte sich von Beginn seiner Lehrtätigkeit an akribisch die Besonderheiten und Auffälligkeiten der Ausdrucks- und Schreibweise seiner Schüler notiert. Da es eine einheitliche Rechtschreibung nicht gab, schrieb jede Institution und jeder Verlag nach seiner eigenen Orthographie. Die Lehrer mussten sich untereinander auf einen einheitlichen Standard einigen.

Dudens Ziel war es, diese Missstände durch eine regelnde und vereinfachende Rechtschreibung, die auch in Volksschulen gelehrt werden konnte, zu ersetzen. Das Ergebnis seiner Bemühungen gab er 1880 im Bibliographischen Institut Leipzig als "Vollständiges orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache" heraus, dem die Publikationen "Deutsche Rechtschreibung" von 1872 und "Anleitung zur Rechtschreibung" aus seiner Schleizer Zeit vorausgegangen waren.

Seine letzten 35 Lebensjahre verbrachte Duden in Hersfeld und Wiesbaden-Sonnenberg. Unermüdlich beschäftigte er sich weiter mit Problemen der Sprachentwicklung und mit der Edition seines Wörterbuches.

Am 1. August 1911 ist Konrad Duden in Sonnenberg gestorben.

Im Ergebnis der Orthographischen Konferenz von 1901 in Berlin einigten sich im Jahre 1902 alle Kultusminister der Länder auf eine einheitliche Rechtschreibung, deren Grundlage auch Dudens Wörterbuch bildete. Unter dem Begriff "Duden" wird es in immer wieder neuen Auflagen bis heute von jedem als Nachschlagewerk in Sachen Rechtschreibung genutzt.

Im Bibliographischen Institut Leipzig wird das Lebenswerk Konrad Dudens bis heute fortgesetzt. Während der Teilung beider deutscher Staaten gab es je eine "Dudenredaktion" in Leipzig und Mannheim mit eigenständigen Ausgaben. Seit 1991 erscheint der Duden wieder in einer Ausgabe im Dudenverlag Mannheim, Leipzig, Wien und Zürich. Weitere Wörterbücher sind hinzugekommen, die den aktuellen Entwicklungsstand der deutschen Gegenwartssprache widerspiegeln.

Zuletzt aktualisiert: 11. September 2007, 17:44 Uhr