23. November 1847: Der letzte Herzog von Anhalt-Köthen Herzog Heinrich von Anhalt-Köthen

(1778-1847)

Der am 30. Juli 1778 geborene Heinrich übernahm die Regierung des Herzogtums Anhalt-Köthen nach dem Tod seines Bruders Herzog Ferdinand, der kinderlos geblieben war. Gemeinsam mit seiner Frau Auguste von Reuß-Köstritz lebte er im Schloss Köthen. Weil Heinrich sich seiner askanischen Abstammung sehr verbunden fühlte, stiftete er 1836 zusammen mit den anderen anhaltinischen Herzögen den Hausorden "Albrecht der Bär".

In der Regierungszeit Heinrichs wurde der Grundstein für die Industrialisierung im Herzogtum gelegt. Der wichtigste Ausgangspunkt dafür war der Eisenbahnbau, mit dem 1838 begonnen wurde. Köthen lag an der zweiten Fernbahnlinie im Gebiet des Deutschen Bundes, die von Magdeburg nach Halle und Leipzig führte. Als kurz nach der Fertigstellung der Strecke die Eisenbahnlinie nach Berlin eröffnet wurde, entstand in Köthen der erste Eisenbahnknotenpunkt. Für die beiden Linien errichtete man zwei verschiedene Bahnhofsgebäude an dem nach dem Herzog benannten Heinrichsplatz, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts bestanden.

Obwohl der Herzog den Eisenbahnbau unterstützte, blieb er ansonsten den Wertvorstellungen des vergangenen Jahrhunderts verbunden. Für ihn gab es keine Alternative zum absolutistischen Herrschaftssystem, unabhängig vom neuen Zeitgeist der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der demokratische Werte immer deutlicher gefordert wurden.

Sehr problematisch gestaltete sich die finanzielle Situation des Herzogtums, denn Anhalt-Köthen war hoch verschuldet. Die größte Einnahme der herzoglichen Kammer waren verzinste Spareinlagen der Bürger und Bauern, die damit „Gläubiger" des Hofes waren.

Wenige Monate vor der Revolution von 1848 – am 23. November 1847 - starb Herzog Heinrich. Da das Herzogpaar keine Kinder hatte, wurde das Herzogtum Anhalt-Köthen daraufhin in Personalunion mit dem Herzogtum Anhalt-Dessau regiert.

Zuletzt aktualisiert: 23. August 2007, 10:46 Uhr