1683: Die Türkenkriege Johann Georg III.

(1647-1691)

Als einziger Sohn des sächsischen Kurfürsten Johann Georg II. kam Johann Georg III. am 30. Juni 1647 in Dresden zur Welt. Bereits im Kindesalter lernte er die für einen Thronfolger typischen Verpflichtungen und Umgangsformen kennen. Dazu gehörten neben einer streng lutherischen Erziehung Sprachunterricht sowie das Erlernen des Festungsbaus und der Kriegskunst. Vor allem an letzterem scheint Johann Georg III. Gefallen gefunden zu haben, denn seine spätere Politik war besonders durch großes Engagement im Militärwesen gekennzeichnet. Dafür gaben ihm seine Untertanen nach dem römischen Kriegsgott den Spitznamen: „der sächsische Mars".

Mit neunzehn Jahren heiratete Johann Georg in Kopenhagen die gleichaltrige Anna Sophie, Prinzessin von Dänemark. Mit ihr hatte Johann Georg zwei Söhne: Johann Georg IV. und Friedrich August I., „den Starken".

Einige Jahre später betraute sein Vater den jungen Johann Georg zum ersten Mal mit einer selbständigen politischen Aufgabe und setzte ihn als Landvogt der Oberlausitz ein. Nach dem Tod des Vaters gelangte er 1680 schließlich auf den Kurfürstenthron in Dresden. Sein vorderstes Ziel war die Reduzierung der Ausgaben. So wurde der höfische Prunk fallengelassen, die ausländischen Bediensteten entlassen. Die Schulden allerdings verringerten sich nicht, denn Johann Georg füllte mit den Ersparnissen die Kriegskasse. So war er in der Lage, seine zahlreichen aufwendigen militärischen Unternehmungen zu finanzieren.

Besonderen Ruhm erlangte der Kurfürst in den Türkenkriegen. Als 1683 die Osmanen Wien bedrohten, brach er mit ca. 10.000 Mann auf, um Kaiser Leopold I. auf dessen Befehl hin zu unterstützen. Doch so ohne weiteres konnte man dem sächsischen Kurfürsten nicht in die Tasche greifen. Er stellte Forderungen, die dem Kaiser schwer zu schaffen machten, von denen der Sachse jedoch keineswegs ablassen wollte. Lieber wollte er umkehren. So verlangte Johann Georg vom Kaiser, die Verpflegungskosten seines Heeres zu übernehmen, ihnen ein Winterquartier zur Verfügung zu stellen und einen Rechtsstreit über ein Waldgebiet im Erzgebirge zu seinen Gunsten zu entscheiden.

Noch in einer weiteren Angelegenheit musste auf den protestantischen Kurfürsten Rücksicht genommen werden. Der vom Kaiser ausgewählte Schlachtruf „Maria hilf" wurde in „Jesus und Maria hilf" geändert. Schließlich gelang es dem Kaiser und seinen Hilfstruppen unter Führung des polnischen Königs Johann Sobieski und durch den persönlichen Mut des sächsischen Kurfürsten, die Türken zurückzuschlagen.
Neben den militärischen Erfolgen, die die Schlacht vor Wien brachte, bewirkte sie auch gesellschaftlich-kulturelle Änderungen: Der Kaffee trat in Europa seinen Siegeszug an. Neben Wien eröffneten auch in Leipzig und Dresden zahlreiche Kaffeehäuser.

Johann Georg III. suchte weitere militärische Erfolge. 1688 zog er mit 14.000 Mann gegen Frankreich, wo er im Auftrag Kaiser Leopolds I. die Führung der Rheinarmee übernahm. Johann Georg musste sich aber zurückziehen, da ein Widersacher aus den eigenen Reihen den Marsch über den Rhein verhindert hatte. Dazu kam eine Seuche, die im Heer ausgebrochen war und an der auch Johann Georg erkrankte. Noch auf dem Rückzug erlag der Kurfürst von Sachsen am 21. September 1691 in Tübingen den Folgen der Seuche. Sein Leichnam wurde nach Freiberg überführt und erhielt im dortigen Dom seine letzte Ruhestätte.

Johann Georg III. hatte sich besonders durch die Förderung des Militärs ausgezeichnet. Er begründete das stehende Heer in Sachsen, plante den Bau einer Kadettenanstalt und schuf in den militärischen Behörden zahlreiche neue Einrichtungen. Doch auch als Förderer von Kunst und Religion wurde er bekannt. Mit der Berufung des Barockplastikers Balthasar Permoser führte Johann Georg den Ausbau Dresdens fort.

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2010, 14:53 Uhr