14. bis 20. Jahrhundert Die Schwarzburger - Spuren vergangener Macht

Verborgen in den Tälern Thüringens liegt die Schwarzburg - fast vergessen und größtenteils verfallen. Der Film geht auf Spurensuche, lässt in sechs Episoden die Geschichte um das Schicksal der Burg und ihrer Herren wieder lebendig werden.
Die Zuschauer werden in die zauberhaften Weiten des Schwarzatals geführt, auf Burg Greifenstein und nach Rudolstadt, allesamt wichtige Zentren schwarzburgischer Macht.

Beginnend mit der Gründungslegende erfährt der Zuschauer vom rasanten Aufstieg der Schwarzburger.
Vorgestellt wird zunächst ein frühes Mitglied der Familie: Gunther der Eremit. Der kehrt 1005 im Alter von 50 Jahren dem weltlichen Leben den Rücken und wird Mönch. Der Film erzählt von Gunthers Bekehrung und davon, wie er als Abt des thüringischen Klosters Göllingen scheitert und erst dann zu seiner wahren Berufung als Einsiedler findet.

Der berühmteste Schwarzburger steht im Mittelpunkt der zweiten Episode, Graf Günther XXI. von Schwarzburg-Blankenburg. Ihm gelingt es in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, den Besitz seines Hauses entscheidend zu mehren. Der Zuschauer erlebt ihn als Herren auf der Blankenburg, heute Burg Greifenstein, im Kampf mit den Truppen des thüringischen Landgrafen während der Thüringer Grafenfehde und seine Krönung zum deutschen König im Jahre 1349.

1547 in Rudolstadt: Der Witwensitz von Gräfin Katharina von Schwarzburg, um die sich die nächste Geschichte rankt. Der Zuschauer erfährt, wie sie sich mutig einem der einflussreichsten Männer ihrer Zeit entgegenstellt: Herzog Alba, Feldherr seiner kaiserlichen Majestät und frischgebackener Sieger der Schlacht bei Mühlberg. Ihr Mut trägt Katharina den Beinamen "die Heldenmütige" ein.

Auch der furchtbare Brand der Schwarzburg von 1726 wird zum Thema gemacht. Der Stammsitz brennt bis auf die Grundfesten nieder. Einzig das neuerrichtete Gartengebäude mit dem Kaisersaal bleibt erhalten. Der Saal war gebaut als Kultstätte zur Glorifizierung der Schwarzburger. Sie bauen die Schwarzburg als barocke Schlossanlage wieder auf, deren Reste noch heute zu sehen sind.

1919 begegnen sich Friedrich Ebert und Fürst Günther Victor von Schwarzburg auf der Terrasse von Schloss Schwarzburg. Der eine ist der erste Präsident der Weimarer Republik und der andere der letzte Schwarzburger Fürst. Die symbolhafte Begegnung ist der Aufhänger für die fünfte Episode des Films, die dem Zuschauer von den letzten regierenden Schwarzburgern und der Rolle von Schwarzburg für die erste Verfassung der deutschen Republik erzählt.

Die abschließende Geschichte aus den 40er Jahren handelt vom wahnwitzigen Unternehmen der Nationalsozialisten, das alte Schloss in einem riesigen Kraftakt zum protzigen Gästehaus des Reiches umzubauen.

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2010, 09:35 Uhr

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